Neuigkeiten aus der Wirtschaft der Volksrepubliken des Donbass vom 04. bis 10.05.2020

Quellen: offizielle Seiten der Regierungen der Volksrepubliken, dan-news, lug-info, dnr-online.ru, mptdnr.ru, Dnrailway sowie ukrinform, ria.ru und sputnik
Ausgewählt und übersetzt durch das Kollektiv der „Alternativen Presseschau“


Montag:

Zahlen aus der Kohlebranche
Dnronline.su: Im April dieses Jahres haben die Kohlegewinnungsunternehmen aller Eigentumsformen in der DVR 557.541 Tonnen Kohle gefördert. Davon entfielen 496.321 Tonnen auf die dem Ministerium für Kohle und Energiewirtschaft unterstellten Bergwerke, so der Pressedienst der Behörde. Seit Jahresbeginn wurden insgesamt 2.021.990 Tonnen gefördert, davon in den Staatsbetrieben 1.766.002.

Zahlen aus der Tierzucht
Lug-info.com: Die Hühner in den Zuchtbetrieben der LVR haben im Vergleich zu 2019 im ersten Quartal 2020 6,4% mehr Eier gelegt, verlautet aus dem Ministerium für Landwirtschaft und Ernährung. Dazu kam kam es durch Steigerung der Legefreudigkeit im 1,4% und ein Anwachsen des Bestands an Legehennen um 15,5%.
Die Resultate der Tierzucht erfreuen mit guten Zahlen. So ist speziell die Fleisch- und Geflügelfleischproduktion im Schlachtgewicht um 5,1% gewachsen. Das ist unter anderem auf 7% beim Geflügel und 9,1% bei Schafen zurückzuführen. Die tägliche Gewichtszunahme der Schweine bei der Mast stieg um 9%. Die Milchproduktion in der Republik beträgt jetzt 104% des Wertes vom Vergleichszeitraum des Vorjahres. Es gab mehr Zuwachs in den Beständen, an Kälbern um 4% und an Jungschafen um 52%. Das sind gute Voraussetzungen für ein Steigen der Milchproduktion in diesem Jahr und der Fleischproduktion im nächsten, betonte man im Ministerium. […]
Als Schlüsselfaktoren für die positive Entwicklung bei der Tierzucht im Ganzen werden Verbesserungen in der Logistik und bei der veterinären Versorgung angesehen.


Dienstag:

Zahlen vom Arbeitsmarkt
Dnronline.su: Nach Angaben des Hauptamtes für Statistik der DVR sind es mit 34,5% die Industrieunternehmen, die Arbeitsplätze für einen Großteil der Bevölkerung anbieten. Davon berichtet der Pressedienst des Ministeriums für ökonomische Entwicklung der DVR. Weitere bedeutende Anteile in der Struktur des Arbeitsmarktes haben der Bildungsbereich mit 17,4% sowie Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen mit 15,2%. Die Zahl der Angestellten im Finanz- und Versicherungswesen ist hat von Januar bis März im Vergleich mit 2019 um 7,1% zugenommen, die in Groß- und Einzelhandel und im Transportwesen um 4,2%. In Staatsverwaltung, Verteidigung und der gesetzlichen Sozialversicherung waren dies 2,7% und bei Information und Telekommunikation 0,7%.


Eisenbahnmuseum rüstet sich für die Zukunft

Dnrailway.ru: In diesen Tagen findet im Museum der Geschichte und Entwicklung der Donezker Eisenbahn eine umfangreiche Auffrischung der einzigartigen Exponate statt. Sie wurde vom Staatlichen Unternehmen (GP) ›Donezker Eisenbahn‹ im Rahmen der Vorbereitung des 75. Jahrestages des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg organisiert. Wie Direktor Walerij Kaliberda sagte, fand eine solche Aktion zuletzt 2012 – vor Beginn der kriegerischen Ereignisse im Donbass – statt. „Die Arbeiten werden ausschließlich von Mitarbeitern der Bahn nach einem von der Zentrale ausgearbeiteten Plan ausgeführt“, sagte Kaliberda. Trotz der schwierigen finanziellen Lage hat die Bahn die Mittel zum Erwerb der benötigten Materialien bereitgestellt. Uns helfen Menschen aus so gut wie allen Diensten und Unterabteilungen. So arbeiten hier zum Beispiel Angehörige des Lokdepôts Debalzewo, der Bahnmeisterei Donezk, der Bahnbetriebswagenwerke Ilowajsk und Jasinowataja. Experten des Signaldienstes, der Energieversorgung und des Verkehrsdienstes sind ebenfalls einbezogen.
Erinnern wir uns: Dieses Jahr 2020 ist für das Museum von besonderer Bedeutung. Es wurde am 4. August 2000 im historischen Gebäude des ehemaligen Dampflok-Betriebswerks eröffnet. In der Ausstellung des Museums, deren Grundlage die persönliche Sammlung des verstorbenen Begründers und Direktors Wladimir Dontschenko bildet, werden tausende Dokumente und Materialien gezeigt. Der größte Stolz des Museums sind die zwischen 1909 und 1982 gebauten Originalfahrzeuge. Eines davon ist die deutsche Kriegslokomotive
TЭ-6115 (DRG 52 6115, BMAG 12556/1943), die (angeblich – anders als die meisten Artgenossinnen, Anm. d. Übers.) als Reparationsleistung in die Sowjetunion gelangte. *
[…] Die einzige erhaltene Rangiertenderlok ihrer Art ist die 1929 gebaute Ь-2062 ›Kukuschka‹ (Kuckuck). Sie gehörte bis 1973 dem Metallurgischen Kombinat Jenakijewo und stand dann fast 30 Jahre dort auf einem Denkmalsockel. Im Jahr 2000 wurde ›Kukuschka‹ zum ersten Exponat eines Industriemuseums der Ukraine am Hof der Jugend ›Junost‹ in Donezk, aber vier Jahre später wurde sie Opfer von Metalldieben und die Überreste wurden an an einen Schrotthändler verkauft. Nur dank der entschlossenen Haltung des Museums und mit Hilfe der Organe der Miliz und der Stadtverwaltung gelang es, sie zu retten. Das einzigartige Ausstellungsstück wurde im ‚Versuchswerk für nicht-standardisierte Ausrüstungen‘ (Einem Hersteller von Eisenbahnbedarf, Anm. d. Übers.) in Awdejewka aufgearbeitet und fand seinen heutigen würdigen Platz in der Sammlung des Museums.

* Nach einer österreichischen Quelle war sie 1944 im seinerzeit rumänischen (heute
Ukraine) Reni an der Donau beheimatet, das wenig später von der Roten Armee
befreit wurde.


Donnerstag:

Der Konzern ›Enèrgija Donbàssa‹ und die Reorganisation der Kohlebranche
Lug-info.com: Der von der LVR und der DVR gemeinsam geschaffene Energiekonzern ›Enèrgija Donbàssa‹ gewährleistet ein stabiles Funktionieren der Industrieunternehmen beider Republiken. Das sagte Regierungschef Sergej Koslow in einem Interview mit der Zeitung ›Respublika‹, das vom Pressedienst der Regierung veröffentlicht wurde.
Vorher war das Regierungsprogramm zur Reorganisation der Kohlebranche angekündigt worden, dessen grundlegende Aufgaben von Staatsoberhaupt Leonid Pásetschnik festgelegt wurden. „Der Brennstoff-Energie-Komplex des Donbass steht heute vor der lebenswichtigen Aufgabe, von äußeren Einflüssen weitestgehend unabhängig gemacht zu werden, eine Schlüsselbranche unserer Wirtschaft und konkurrenzfähig zu werden. Dazu ist es notwendig die energetischen Netzwerke beider Republiken zu einem einheitlichen Ganzen zu vereinigen“, sagte Koslow. „Zu diesem Zweck haben wir den Konzern ›Enèrgija Donbàssa‹ geschaffen, zu dem Bergwerke, Kraftwerksbetreiber und metallurgische Unternehmen beider Republiken gehören. So werden die beiden in der DVR gelegenen Kraftwerke vollumfänglich mit Kohle aus der Lugansker Volksrepublik versorgt. Und die gewonnene Kokskohle stellt die Arbeit metallurgischer Werke in beiden Ländern sicher“, sagte der Regierungschef.
Er machte klar, dass die Reorganisation der Branche durch den weltweiten Nachfragerückgang bei Kohle bedingt ist. […]
„Dieses Faktum zwingt dazu, dass die Selbstkosten jeder bei uns gewonnenen Tonne Kohle schnellstens drastisch gesenkt werden müssen. Genau darauf stützt sich die Regierungsentscheidung, jetzt so schnell Maßnahmen zu ergreifen“, unterstrich er.
Als erster Schritt hierzu wurde das Staatliche Unternehmen (GUP)
›Republikanische Energieträgergesellschaft Wostòk-Úgol‹ neu gegründet.
„Zur Zeit werden die Unternehmen der Gruppen
›Wnjèschtorgsèrwis‹, GUP ›Antrazít‹ und GUP ›Zentrúgol‹ zu ›Wostòk-Úgol‹ zusammengeführt. Damit dieser Prozess schmerzfrei abläuft wurde ein Programm erarbeitet, nach dem Beschäftigte aus zu konservierenden Bergwerken in arbeitende übergeleitet und die sozialen Garantien derer sichergestellt werden, die arbeitslos werden“, sagte Koslow. Der einzige Weg zur Senkung der Selbstkosten sei die Senkung der materiellen und in erster Linie der Aufwendungen für Energie bei der Gewinnung.
„Um dies zu erreichen ist der Übergang der Kohleunternehmen zu einem geschlossenen Kreislauf erforderlich: Drei bis vier voll besetzte Schichten und etwa die gleiche Zahl arbeitender Stollen in jedem Bergwerk zur Zeit“, sagte der Vorsitzende der Regierung. Die Reorganisation sehe auch solide Investitionen in die Kohleunternehmen vor.
„Allein bis Ende diesen Jahres sind zur Erreichung dieses Ziel im Staatshaushalt über hundert Millionen Rubel vorgesehen. Und dafür, dass diese Millionen auch ihren Zweck erfüllen, wurde bei
›Wostòk-Úgol‹ ein Aufsichtsrat geschaffen. Die Lohnzahlungsrückstände der zu reorganisierenden Unternehmen nimmt auch der Staat auf sich“, sagte er.
„Ich möchte allen Beschäftigten der Branche versichern, dass eine Absenkung des Lohnfonds von der Regierung nicht beabsichtigt ist. Im Gegenteil wird sogar seine Erhöhung bei Rentabilität der Unternehmen untersucht. Und das, weil man einen Stamm erfahrener Bergbauspezialisten und ingenieurtechnischer Kader nur bei Zahlung adäquater Löhne erhalten kann“, unterstrich Koslow.
Die Zahl der Beschäftigten in der Branche lag am 1. April bei ungefähr 34.000. Davon werden nur 3000 ihre Arbeit verlieren. Und davon haben 1500 schon einen Rentenanspruch und ungefähr 500 können in einen dreijährigen Vorruhestand gehen. Die entsprechenden Gesetzte sind bereits verabschiedet. Den übrigen, hauptsächlich über Tage Beschäftigten werden Arbeitsplätze in anderen Unternehmen des Ministeriums für Kohle und Energiewirtschaft und der Kohleindustrie angeboten.
[…]

 

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