Neuigkeiten aus Wirtschaft und öffentlichem Leben der Volksrepubliken des Donbass vom 20. bis 26.11.2021

Quellen: offizielle Seiten der Regierungen der Volksrepubliken, dan-news, lug-info, dnr-online.ru, mptdnr.ru, dnrailway.ru, tkzhd.ru, vsednr.ru, dontimes.ru sowie ukrinform, ria.ru und sputnik
Ausgewählt und übersetzt durch das Kollektiv der „Alternativen Presseschau“

Sonnabend:

60 Jahre Umbenennung von Stalino in Donezk
Vsednr.ru: Im Donezker Republikanischen Heimatmuseum wurde die Ausstellung „Von Stalino nach Donezk: 60 Jahre Geschichte“ eröffnet. Sie fällt mit dem 60. Jahrestag der Umbenennung unserer Stadt zusammen. Die Ausstellung ist bis zum 10. Dezember zu sehen.
Die ausgestellten Materialien spiegeln die Veränderungen im Erscheinungsbild der Hauptstadt des Donbass seit mehr als einem halben Jahrhundert wider und erzählen von den Architekten und führenden Persönlichkeiten der Region, die das Bild der modernen Stadt geprägt haben.
An der Galaveranstaltung nahmen der Sohn und die Enkelin des Staatspreisträgers der UdSSR und Verdienten Architekten der Ukraine Pawel Íssaakovi
č Wigdergaus, Leonid Pawlowič und Natal’ja Leonidowna Wigdergaus als Ehrengäste teil. […]
Pawel Wigdergaus kann als einer der Väter der Stadt bezeichnet werden. Nach seiner Rückkehr von der Front musste er vor Ort die Grundlagen des Zeichens erlernen und die von den Deutschen zerstörte Stadt Stalino wieder aufbauen. Er war über 55 Jahre lang als Architekt tätig. In dieser Zeit wurde eine Vielzahl von Gebäuden nach seinen Entwürfen gebaut.
Zu seinen Werken gehören skulpturale Denkmäler, Tempel, medizinische und pädagogische Einrichtungen, Wohn- und Verwaltungsgebäude sowie Sportanlagen. Von Wigdergaus entworfene Objekte sind in vielen Städten des Donbass und der ehemaligen Sowjetunion zu finden. Die meisten von ihnen wurden jedoch in der Hauptstadt der Bergarbeiter realisiert.
Seit vielen Jahren gilt eines der Werke von Wigdergaus als Markenzeichen des Donbass – das Denkmal „Ruhm der Bergarbeiterarbeit“, das auf dem Bergarbeiterplatz in Donezk errichtet wurde.
„Der Sekretär des Donezker Stadtkomitees Nikolaj
Šul’gin rief eines Tages meinen Vater zu sich. Er zeigt die kleine Skulptur und sagt zu meinem Vater: „Können wir der Stadt ein Denkmal setzen?“ Vater sagt, wir können. Und dann gingen sie zu Wladimir Iwanowič Degtjarew, dem Ersten Sekretär des Donezker Rayonskomitees, der die Idee mit Bravour akzeptierte. Die Arbeiten gingen zügig voran. Mein Vater übernahm den architektonischen Teil, und der Bildhauer war Konstantin Jefimowič Rakitjanskij. Sie haben das Denkmal gemeinsam gebaut“, erzählt der Sohn von Leonid Wigdergaus von seinen Erinnerungen. […]
„Es gab viele Menschen, die ihr Land selbstlos geliebt haben, und nur dank ihnen ist Donezk zu dem geworden, was es heute ist. Mein Großvater hat immer wieder gesagt, dass Donezk seine Lieblingsstadt sei. Aber er reiste in viele Städte, auch ausländische“, sagte Natal’ja.
Diana Machno, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungs- und Ausstellungsabteilung des Heimatmuseums, erklärte den Anwesenden, dass Stalino am 9. November 1961 gemäß dem Dekret des Präsidiums des Obersten Sowjets der Ukrainischen SSR in Donezk umbenannt wurde.

(soviel zum Thema Sprachentoleranz – Anm. d. Übers.)
„In den 1960er und 1970er Jahren erhielt Donezk seine Visitenkarten und sein heutiges Aussehen. Die Stadt entwickelt sich nicht nur zu einem Industrie-, sondern auch zu einem Wissenschafts- und Kulturzentrum“, sagte Diana Wja
česlawowna und zeigte Exponate.
Die Ausstellung zeigt einzigartige Fotografien der Universitätsstraße mit Gebäuden aus dieser Zeit. „1961 wurde das Hotel
Ukraïnaeröffnet, damals das erste zehnstöckige Gebäude in Donezk. Es gibt ein Foto mit Trolleybussen auf dem Leninplatz. Die Gestaltung des Platzes endet mit der Enthüllung des Lenin-Denkmals im Oktober 1967″, sagte Machno.
Die Ausstellung widmet auch dem Ersten Sekretär des Donezker Rayonskomitees, W. Degtjarev, gebührende Aufmerksamkeit. Unter seiner Leitung wurden die Markthalle mit der Kuppel, der nördliche Busbahnhof und das Gebäude, in dem sich heute die Stadtverwaltung von Donezk befindet, gebaut.
Während seiner Amtszeit wurden neue Wohngebiete und Einkaufszentren wie das Kaufhaus
Ukraïna, das Einkaufszentrum »Weißer Schwan«, das Restaurant Trojanda und das Haus des täglichen Lebens Kal’mius gebaut. Im Jahr 1961 wurden das Donezker Dramentheater und das Kino Swjosdočka‹ (»Sternchen«) gebaut. Danach kam der Sportpalast Lokomotiv.

Machno zeigte auch persönliche Gegenstände von Artur Lukin, Volksarchitekt der USSR (1987). Er entwarf u.a. das Gebäude der Oblastverwaltung, das heutige Regierungsgebäude, und beteiligte sich an der Rekonstruktion des Pu
škin-Boulevards, der Artjom-Straße und der Universitätsstraße. […]
Sie präsentierte uns ein Bild des Zinnenhauses in der Universitätsstraße, das von Wigdergaus entworfen wurde. Lange Zeit galt das Haus als das schönste Gebäude in Donezk. Es war das erste Haus, das einen Müllschlucker hatte.
Die Bergarbeiterhauptstadt wurde zu einem der größten Industriezentren: Es wurden neue Bergwerke eröffnet, die Fabrik
»Topaz« und die Donezker Spielzeugfabrik, die größte der UdSSR und Europas. Das Kühlschrankwerk Nord nahm seine Arbeit auf.
Die Stadt entwickelt sich auch zu einem bedeutenden Wissenschaftszentrum. Neue Bildungseinrichtungen und Hochschulen öffnen ihre Türen.
„Im April 1978 geschah ein großes Ereignis. Der millionste Einwohner von Donezk, Sergej Beresjuk, wurde geboren. Mit Recht wird Donezk seitdem als Millionenstadt bezeichnet“, so Diana
Machno.
1979 wurde Donezk mit der höchsten Auszeichnung der UdSSR – dem Lenin-Orden – für die Erfolge der Arbeiter im wirtschaftlichen und kulturellen Aufbau ausgezeichnet. […]
Wiktorija Ljev, Zeitung Donjèzk Wječernij (»Abendliches Donezk«)

Sonntag:

AMK nimmt das Grobblechwalzen wieder auf
Lug-info.com: Das ›Alčèvskij Metallurgíčeskij Kombinát‹ (AMK), Filiale 1 des »Südlichen Bergbau-metallurgischen Komplexes« (JuGMK) GmbH, hat seine Grobblechwalzabteilung wieder in Betrieb genommen. Ein Korrespondent des LIZ berichtet.
„Die Werkabteilung wurde am 21. November wieder in Betrieb genommen. Sie stellt Dickbleche her, die auf dem Markt der Russischen Föderation eine gewisse Nachfrage haben, und im Zusammenhang mit dem Erlass von Wladimir Putin, mit der Möglichkeit, dieses Produkt in der Russischen Föderation zu verkaufen, haben wir die Produktion wieder aufgenommen“, sagte Andrej Plis, Leiter der Walzabteilung
2 im AMK.
Bereits am ersten Tag wurden 500 Tonnen hergestellt, bis Ende November sollen weitere 10.000 Tonnen produziert werden.
„Die Stimmung in der Belegschaft ist gut. Heute sind 256 Personen an der Inbetriebnahme der Abteilung beteiligt, darunter Wartungs- und Bedienpersonal sowie Ingenieure, die den gesamten Fertigungsprozess überwachen. Die Vorbereitungsarbeiten dauerten elf Tage“, sagte Plis. […]

Er stellte fest, dass die Wiederaufnahme des Walzens den Beschäftigten des Werks ein Gefühl der Stabilität und Zuversicht für die Zukunft vermittelt hat.
„Die Produktionsziele für das Werk wurden auf 40.000 – 45.000 Tonnen fertigen Stahls pro Monat festgelegt, mit der Aussicht auf eine weitere Steigerung“, teilte Plis seine Pläne mit.
Der Produktionsdirektor des AMK erklärte, das Unternehmen plane, bis 2024 jährlich 3,5 Mio. Tonnen Roheisen und fast 3,6 Mio. Tonnen Stahl zu produzieren.

Montag:

Raffiniertes Sonnenblumenöl . . .
Dontimes.ru: . . . wird zur Zeit in der Republik nicht hergestellt. „Das Ministerium für Landwirtschaft und Ernährung der DVR entwickelt gemeinsam mit einer Staatlichen Körperschaft ein Investitionsprojekt zur Errichtung einer Anlage zur Raffinierung, Desodorierung und Abfüllung von Sonnenblumenöl aus einheimischen Rostoffen“, erklärte Minister Artjom Kramarenko gegenüber dem Telegrammkanal »Der Donbass entscheidet«.
Dies werde die Abhängigkeit von Importen verringern, was sich auch auf den Preis auswirken werde. Derzeit importiert die DVR Sonnenblumenöl aus Russland und der LVR.

Mittwoch:

Wieder richtig Strom in Jasnyj
Dnronline.su: Die »Regionale Energieversorgungsgesellschaft« (RĖK) hat ein weiteres Großprojekt zur Verbesserung der Zuverlässigkeit der Stromversorgung in den Grenzgemeinden unserer Republik durchgeführt: Der Bau einer neuen 6 kV-Hochspannungsleitung zum Dorf Jasnyj am Stadtrand von Dokučajevsk wurde abgeschlossen. Dies berichtet der Pressedienst des Ministeriums für Kohle und Energiewirtschaft der DVR.
Offiziell werden die Arbeiten als Rekonstruktion eines Abschnitts der Leitung vom Umspannwerk
Kombinát Nóvyjzur Siedlung Jasnyj bezeichnet; tatsächlich haben die Techniker eine völlig neue errichtet, die die Bewohner des großen Rayons Dokučajevsk zuverlässig mit Strom versorgen wird.
Ihre Länge beträgt 1.200 Meter. Am Bau waren Fachleute des Doku
čajevsker Verteilungszentrums der technischen Abteilung für Stromverteilungsnetze der RĖK und ein externes Unternehmen beteiligt. Alle Materialien sind neu, die Energietechniker haben 66 Masten, Traversen, Isolatoren und die Leiterseile installiert.
„Der Bau der neuen Anlage begann bereits im Juni 2021, wir hätten es viel schneller geschafft, aber in unmittelbarer Nähe verläuft die Front. Und oft bekamen wir keine Genehmigung für die Durchführung der Arbeiten, so dass sie sich verzögerten“, sagte Abteilungsleiter Oleg Pawljak.
Neben der neuen Hochspannungsleitung, die das Dorf versorgt, haben Fachleute der regionalen Energieversorgungsunternehmens rund 400 Meter des 0,4 kV-Niederspannungsnetzes, das durch Kiewer Artillerie beschädigt wurde, wiederhergestellt, sodass die Bewohner von Jasniy ununterbrochen mit Strom versorgt werden können.
„Die Siedlung Jasnyj hatte nur eine einzige Versorgungsquelle, und diese Leitung verlief durch das Niemandsland, die sog. Graue Zone
(Anm. d. Übers.). Die ukrainischen bewaffneten Verbände haben sie sehr oft beschädigt und uns dann jeweils eine oder sogar zwei Wochen lang keine Sicherheitsgarantien für ihre Wiederherstellung gegeben. Während dieser ganzen Zeit waren die Bewohner ohne Strom. Jetzt ist dieses Problem zum Glück gelöst“, so Oleg Pawljak.
In Jasnyj gibt es zehn zweistöckige Mehrfamilienhäuser, einen privaten Bereich und ein Kesselhaus mit insgesamt 520 Zählpunkten. Alle Verbraucher sind bereits wieder an die neue Leitung angeschlossen, und die Stromversorgung verläuft normal.

Donnerstag:

Re-build Syria
Dan-news.info: Produkte der metallurgischen und chemischen Industrie der DVR gelten als mögliche Exportgüter in die Syrische Arabische Republik. Dies teilte der Direktor der Industrieabteilung des Ministeriums für Industrie und Handel der DVR, Sergej Wlassov, der Agentur mit.
Eine Delegation aus der DVR nahm vom 29. September bis zum 2. Oktober an der internationalen Handelsausstellung ‚Re-build Syria Exhibition 2021‘ in Damaskus teil. Unter anderem trafen Vertreter der DVR mit der Führung der in Syrien regierenden Baath-Partei zusammen und führten Gespräche mit dem stellvertretenden Vorsitzenden des Ministerrats und ständigen Vertreter der Krim beim russischen Präsidenten, Georgij Muradov.
„Auf der Messe waren verschiedene Länder aus dem Nahen Osten sowie Belarus und Russland vertreten. Wir hatten eine sehr würdige Ausstellung, die von der Führung der SAR sowie von einer Reihe bedeutender Geschäftsleute besucht wurde. Es wurden Möglichkeiten für die Lieferung von metallurgischen und chemischen Produkten sowie von Phosphaten in das arabische Land zur Weiterverarbeitung zu Düngemitteln erörtert“, sagte Wlassov.

Von den Anfängen des Energiesektors im Donbass
Vsednr.ru: Die Energiewirtschaft der Donbass-Republiken feiert ein doppeltes Jubiläum: Vor 95 Jahren, am 8. Oktober 1926, wurde der Turbinengenerator
1 im ›Šterovskaja-Staatlichen Regionalkraftwerk (GRES) in Betrieb genommen, und vor 90 Jahren, am 29. Oktober 1931, wurde der Turbinengenerator der ersten Stufe im ›Sujevskaja‹-GRES in Betrieb genommen. Beide Kraftwerke wurden nach dem berühmten GOELRO-Plan gebaut, der nicht nur die Strategie für die Elektrifizierung Russlands festlegte, sondern auch der erste umfassende Plan für die Entwicklung der Volkswirtschaft war.
Heute stellt die
Zeitung Donjèzk Wječernij gemeinsam mit der Abteilung für soziale Unterstützung pensionierter Militärs und patriotische Erziehung beim Präsidenten der Donezker Volksrepublik und dem Staatsarchiv der DVR unseren Lesern diese einzigartige Seite unserer Geschichte vor.
AUS ABFÄLLEN WERDEN EINNAHMEQUELLEN
Die Staatliche Kommission für die Elektrifizierung Russlands hat ihren Plan nicht im luftleeren Raum entwickelt. Ihr Leiter Gleb Kr
žižanovskij ist eher als Revolutionär bekannt, aber nur wenige wissen, dass er vor 1917 ein erfolgreicher Manager und – modern ausgedrückt – ein Mitglied der Wirtschaftselite des damaligen Russlands war. Schon damals wurden unter seiner Leitung eine Reihe großer Kraftwerke und Verteilungssysteme gebaut. Es ist auch bekannt, dass das Projekt einer groß angelegten Elektrifizierung des Landes in den 1910er Jahren von der Kommission der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg für das Studium der natürlichen Produktivkräfte in Russland ausgearbeitet wurde; darüber hinaus wurden ähnliche Ideen von einer Reihe von Unternehmern vorgebracht. Man kann also sagen, dass sich der GOELRO-Plan als ein echtes Gebot der Stunde erwiesen hat.
Der Pionier der Elektrifizierung im Donbass war der Millionär Andrej Lobov, Sohn eines armen Kosaken aus dem Dorf Mitjakinskaja, der es dank seines Talents und seines Fleißes geschafft hat, sich einen Namen zu machen. Sein Name ist in Vergessenheit geraten: Er hatte die Revolution von 1917 nicht akzeptiert und starb bald darauf im Exil, da er die Trennung von seiner Heimat nicht ertragen konnte. Nicht einmal ein vertrauenswürdiges Portrait des Mannes ist erhalten geblieben, und alles, was an seine einstige Macht erinnert, sind Museumsstücke und Archivdokumente sowie der Name der LVR-Kraftwerks Lobovskije Kopi an der Strecke Debal’zewo – Lichaja. Dennoch erwiesen sich seine Ideen bei der Umsetzung des GOELRO-Plans im Donbass als gefragt: Die Standorte für den Bau der
›Sujevskaja‹- und der ›ŠterovskajaGRES befinden sich an denselben Orten, an denen Lobov seine Kraftwerke zu bauen beabsichtigt hatte.

Blick auf die Baustelle ›Šterovskaja-GRES von Süd nach Nord, 1. Juni 1927
Andrej Lobov, ein wirtschaftswissenschaftlicher Autodidakt, hatte schnell Karriere in den Unternehmen der Pastuchovs, die unter anderem Bergwerke im heutigen Makejevka besaßen, gemacht. Die Tatsache, dass Lobov stellvertretender Hauptbuchhalter im Hüttenwerk Sulina war, als er für vier Jahre als Kosake eingezogen wurde, beweist, wie sehr man ihn als Angestellten schätzte: Die Pastuchovs reservierten ihm seinen Arbeitsplatz, an den er nach dem Militärdienst zurückkehrte. Als das Sulina-Werk aufgrund des starken Drucks des ausländischen Kapitals Verluste zu machen begann, fand Lobov, der zu diesem Zeitpunkt für alle finanziellen Aktivitäten des Unternehmens verantwortlich war, eine Investitionsquelle und führte eine erfolgreiche Reorganisation durch. Der erfolgreiche Anti-Krisen-Manager erwies sich als begehrt: Die Industriellen, die ihn einluden, zahlten ihm bis zu einem Viertel des Nettogewinns des Werks als Lohn. Auf diese Weise konnte Lobov genügend Kapital anhäufen, um sich mit dem Abbau von Anthrazit selbständig zu machen.
Ofenbesitzer und Heizer wissen sehr gut, dass zum Anheizen grobe Kohle benötigt wird: Für die Verbrennung wird viel Luft benötigt, daher muss zwischen den Kohlestücken genügend Platz sein, damit sie zirkulieren kann. Die kleine Kohle wird am Schluss in den Ofen geschüttet, wenn der Großteil des Brennstoffs normal verbrannt ist: Hier finden komplexe thermochemische Prozesse statt, die durch die Befeuchtung der Feinkohle mit Wasser intensiviert werden.
Dieser lyrische Exkurs wird es uns ermöglichen, das Problem, mit dem Lobov konfrontiert war, besser zu verstehen – der Absatz des
Stybs, dessen Anteil ein Drittel der geförderten Kohle erreichte. Styb bedeutet auf Deutsch ‚Staub‘: So nennen die Bergleute die kleinsten Partikel der Kohle, die kleinste Kohlefraktion, die aus dem bereits genannten Grund niemand kaufen wollte. Bestenfalls wurde der Anthrazitstaub fast umsonst abgegeben, im schlimmsten Fall wurde er einfach auf die Halde gekippt und vom Wind in der Umgebung verweht. Allein in der Nähe der im Bau befindlichen ›ŠterovskajaGRES beliefen sich die Anhäufungen auf mehr als drei Millionen Tonnen!

Die Lösung enthielt die Nachricht, dass in großen Kraftwerken in Europa die Kohle in speziellen Mühlen zu Staub zermahlen wird, bevor sie der Kesselanlage zugeführt wird: Die Verbrennung mikroskopisch kleiner Brennstoffpartikel in einer Wirbelschicht ist ein energetisch sehr effizientes Verfahren. In diesem Fall brauchte man nicht einmal Geld für das Mahlen auszugeben, und Lobov erkannte, dass es möglich war, die Abfälle aus dem Kohlebergbau durch den Bau leistungsfähiger Wärmekraftwerke, die den Bedarf der gesamten Industrieregion deckten, in Einnahmequellen zu verwandeln. So entstand die Idee, ein Kraftwerk zu bauen, die später in der UdSSR realisiert wurde.
Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs und nach dem Verlust einiger wichtiger Industriezentren im Königreich Polen infolge militärischer Rückschläge wurde der Donbass zum wichtigsten rückwärtigen Stützpunkt der russischen Armee auf zwei Kriegsschauplätzen, dem westlichen und dem transkaukasischen. Eine Steigerung der Produktion von strategisch wichtigen Produkten war unter diesen schwierigen Bedingungen nur durch die Intensivierung möglich, vor allem durch den Ersatz der Dampfmaschinen durch Elektromotoren. Im Jahr 1916 gründete Lobov die
»Elektrizitätsgesellschaft des Donezbeckens«, er ermittelte potenzielle Kraftwerksstandorte, und begann mit der Mobilisierung finanzieller und industrieller Mittel. Selbst die Unruhen von 1917 verhinderten die Verwirklichung des Projekts nicht: Trotz der beginnenden Zerstörungen kam Lobov trotz aller Schwierigkeiten Schritt für Schritt seinem Ziel näher, und erst die Niederlage der weißen Konterrevolution zwang ihn zur Emigration. Doch nur wenige Jahre später wurden die Pläne dieses Mannes von denen verwirklicht, deren Ziele nicht die seinen waren.
DAS SCHICKSAL DER ERSTLINGE
Die beiden Standorte
›Sujevskaja‹ und ›Šterovskaja zeichnen sich durch drei wichtige Faktoren in engem Umkreis aus: Wasser, Brennstoff und Transport. Was die erste betrifft, so wurden die Orte an den Unterläufen von Flüssen gewählt. Die Kohle bereits erwähnt, und schließlich gab es ein gut ausgebautes Schienennetz, das keine großen Investitionen mehr erforderte. Darüber hinaus sind die Gegenden beider Standorte reich an Baumaterialien: Stein ist in unmittelbarer Nähe, und Zementwerke befinden sich fast nebenan, in Amwrossijevka.
Der Bau der
›Šterovskaja-GRES begann 1923. Bei den Arbeiten wurde fast ausschließlich Menschenkraft eingesetzt. Im ersten Jahr arbeiteten etwa 1.500 Holzfäller, dennoch ging der Bau schnell voran: Drei Jahre später wurde er in Betrieb genommen. Das Hauptgebäude wurde aus hochwertigem Stahlbeton gebaut. Die gesamte Ausrüstung wurde importiert, da sie zu diesem Zeitpunkt in der UdSSR noch nicht hergestellt wurden . Anthrazitkohle war ein völlig neuer Energieträger im Weltmaßstab. Im Ausland wurden andere Kohlearten verwendet. Daher wurde parallel zum Bau eines Kraftwerks im Taganroger Werk Krasnyj Kotel‘ščik im Jahr 1924 eine Versuchsanlage für die industrielle Verbrennung eingerichtet.
Auf der Grundlage der Erfahrungen mit der
›Šterovskaja-GRES wurden viele andere Kraftwerke in der UdSSR gebaut und erfolgreich betrieben. […] Das Kraftwerk wurde nicht nur zu einem Versuchsfeld für die Industrie, sondern auch für den sozialen Bereich: Der Bedarf an Personal führte 1929 zur Gründung der ersten Energiefachschule im Donbass, und in der benachbarten Arbeitersiedlung, aus der später die Stadt Miussinsk in der heutigen LVR hervorging, wurden die Grundlagen für den Bau von Satellitenstädten für Großkraftwerke erprobt. Bis heute zeichnen sich die Städte der Energieingenieure in der ehemaligen Sowjetunion durch ihre originellen architektonischen Lösungen, ihre durchdachte Gestaltung und ihre einzigartige Gemütlichkeit aus.
Die Entscheidung zum Bau der
›Sujevskaja-GRES wurde 1929 vom Rat der Volkskommissare der UdSSR als Ergänzung zum GOELRO-Plan getroffen. Ein Jahr später wurde mit dem Bau des Kraftwerks begonnen, und ein Jahr später erzeugten seine Generatoren den ersten Strom.
Nach der dritten Phase der Inbetriebnahme und dem Erreichen seiner vollen Kapazität wurde die
›Sujevskaja-GRES 1939 zum leistungsstärksten Wärmekraftwerk der UdSSR. In den Vorkriegsjahren bezog der Donbass bis zu 45 % seines Stroms aus diesem Kraftwerk.
Beide Kraftwerke hatten während des Großen Vaterländischen Krieges viele Prüfungen zu bestehen. Die
›Šterovskaja-GRES befand sich zweimal mehrere Monate lang mitten in der Miuss-Front, und im Oktober 1941 wurde die Verteidigungslinie über den Fluss Krynka gelegt. Unter den Mauern von ›SujevskajaGRES standen die Einheiten der 38. Kavalleriedivision, die aus Freiwilligen der Don- und Kuban-Kosaken gebildet war. In den Durchbruch warfen die Faschisten das 49. Gebirgsschützenkorps der Wehrmacht, zu dem auch die Elitedivision ‚Edelweiß‘ gehörte. Den Kavalleristen gelang es, den Angriff auf den Staudamm abzuwehren, aber die Gebirgsjäger brachten Wasserfahrzeuge und begannen, den Stausee zu befestigen und sich am Ostufer festzusetzen. Das Kraftwerk konnte nicht eingenommen werden. Zu diesem Zeitpunkt war die Evakuierung bzw. die Zerstörung von allem, was nicht mitgenommen werden konnte, nahezu abgeschlossen.
Dann zogen die Kavalleristen ihre Säbel und griffen den Feind im Nahkampf an. Viele Beobachter hielten es für seltsam, dass die Kavalleristen Säbel zu Fuß benutzten, aber die Erklärung ist einfach: Die meisten Kavalleriekarabiner waren ohne Bajonett konstruiert, weil sie beim Reiten ein Hindernis darstellten, aber ein Säbel war für einen Nahkampf auf offenem Feld durchaus geeignet: Die Schnelligkeit und Überraschung waren für ein solch drastisches Manöver gut geeignet. Infolge dieses kühnen Gegenangriffs gelang es der Wehrmacht nicht, die Krynka zu überqueren, und mehr als siebenhundert feindliche Soldaten fanden an diesem Tag an den Ufern des Flusses den Tod.
Nach der Befreiung des Donbass wurden beide Kraftwerke beschleunigt wieder aufgebaut und lieferten bereits Anfang 1944 den ersten Strom, auch wenn die letzten Arbeiten noch mehrere Jahre dauerten.

Die ›Sujevskaja heute
Anfang der 1970er Jahre wurde deutlich, dass die Kapazitäten der beiden Kraftwerke bereits erschöpft waren. 1983 wurde die
›Šterovskaja in ein Reparaturwerk der damaligen Donbàssėnèrgo umgewandelt und das Kraftwerk schließlich außer Betrieb genommen. Das Schicksal der ›Sujevskaja war besser: 1978 wurde sie in ein experimentelles Heizkraftwerk umgewandelt, das noch immer die Stadt Zugres mit Wärme versorgt. Bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion war sie auch ein wissenschaftlich-technisches Labor des Allunions-wäremetechnischen Instituts F. E. Dseržinskij. Nebenan wurde 1982 ein neues, hochmodernes 1.270 MW-Kraftwerk gebaut.
Alexandr Dmitrijevskij, Zeitung Donjèzk Wječernij (»Abendliches Donezk«)

Lugansker Landwirte säen Wintergetreide auf 2.300 Hektar
Lug-info.com: Die landwirtschaftlichen Betriebe von Lugansk haben auf einer Fläche von 2.300 Hektar Winterweizen für die Ernte 2022, was dem Vorjahresniveau gleichkommt gesät. Dies teilte Igor‘ Gurskij, Wirtschaftsstadtrat der Hauptstadt mit.
Die Ernte von Getreide und Hülsenfrüchten ist abgeschlossen. „Der Ertrag liegt bei 33,4 Doppelzentnern pro Hektar, das sind 8 % mehr als im Jahr davor“, erklärte Gurskij.
Er fügte hinzu, dass der Ertrag von Winterweizen 38 Doppelzentner pro Hektar in diesem Jahr beträgt, was den Vorjahreswert um 6 % übersteigt.
„Die Erträge von Gerste und Erbsen lagen bei 21,5 bzw. 21,6 Doppelzentnern pro Hektar. Der Haferertrag lag mit 20,5 Doppelzentnern pro Hektar fast anderthalbmal soviel wie im Vorjahr“, sagte Gurskij.

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