Neuigkeiten aus Wirtschaft und öffentlichem Leben der Volksrepubliken des Donbass vom 26.04. bis 02.05.2021

Quellen: offizielle Seiten der Regierungen der Volksrepubliken, dan-news, lug-info, dnr-online.ru, mptdnr.ru, dnrailway.ru, tkzhd.ru, vsednr.ru, dontimes.ru sowie ukrinform, ria.ru und sputnik
Ausgewählt und übersetzt durch das Kollektiv der „Alternativen Presseschau“

Montag:

Russischer Großinvestor
Dnronline.su: Die Vorbereitung eines neuen Strebs im Bergwerk Progrèss des Staatlichen Unternehmens der DVR Tòresantrazít, der am 7. Mai in Betrieb genommen werden soll, wird teilweise durch die Handelsfirma Donskíje Úgli‹ GmbH, einem Großinvestor aus der Russischen Föderation, finanziert.
Die Bergleute blicken hoffnungsvoll in die Zukunft, denn die neue Abbaustätte bedeutet nicht nur die Existenzsicherung des Schachtes, sondern auch zusätzliche Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten. Sie bedeutet eine enorme Steigerung der Kohleproduktion, so wird die Produktion des hochwertigen festen Brennstoffs bei
Progrèss etwa 2000 Tonnen pro Tag betragen. Die Steigerung der Förderung ist für Progrèsssehr wichtig, denn zur Zeit beliefert das Unternehmen nur das Kraftwerk Starobješewo, aber dann wird die gesamte hochwertige Kohle in den Export gehen.

Mittwoch:

49. Saison bei der Kindereisenbahn
Dnrailway.ru: Heute, am 28. April hat eine Kommission unter der Leitung des stellvertretenden Chefingenieurs des technischen Dienstes der staatlichen »Donezker Eisenbahn«, Igor‘ Bjeloússov, die Kindereisenbahn besichtigt und sie in Hinblick auf die Betriebssicherheit geprüft. Im Rahmen der Inspektion des rollenden Materials, der Gebäude und der Anlagen der Bahn wurde ihre Bereitschaft für die Eröffnung der 49. Saison festgestellt.

In den nächsten zwei Tagen werden nur noch festgestellte kleine Mängel beseitigt. Zuvor wurden 189 Schwellen erneuert sowie Spurberichtigung
en in den Weichen der Bahnhöfe Pionjèrskaja‹, ›Šachtjòrskaja‹ und dem Streckengleis vorgenommen. Die Leit- und Sicherungstechnik wurde geprüft, die beiden Loks TU2-023 und -038 entkonserviert und einer Untersuchung TR-1 unterzogen. Die fünf ПВ40-Wagen erhielten eine Ausbesserung TO-3 mit Prüfung der Steuerventile und der übrigen Bremsausrüstung. An den Subbotniks am 12. und am 20. April wurden 6 Hektar des Geländes aufgeräumt, 60 Kubikmeter Müll beseitigt, Blumen und Sträucher gepflanzt.
Traditionell eröffnet die Kindereisenbahn am 1. Mai die Saison des sommerlichen Ausbildungsgsbetriebes. An zehn Tagen im Mai wird es je sechs Hin- und Rückfahrten von jeweils etwa 30 Minuten Dauer geben. Selbstverständlich gelten die üblichen Anti-Corona-Schutzmaßnahmen und die Wagen dürfen nur zu 50 % besetzt werden.

Donnerstag:

Präsident Pásečnik zur Lage in der Landwirtschaft
Lug-info.com: Leonid Páse
čnik berichtet in einem Interview über die Entwicklung des agroindustriellen Komplexes, die staatliche Unterstützung der landwirtschaftlichen Produzenten und deren Pläne für die nahe Zukunft.
Lugansker Inforationszentrum (LIZ): Leonid Iwanowič, wie ist die Ernährungssicherheit in der Republik heute gewährleistet und unterstützt der Staat die Landwirte der Republik?
L.P.: Unsere Hauptaufgabe ist es, unsere eigene Produktion zu unterstützen und zu entwickeln, den heimischen Markt mit Waren aus eigener Produktion zu füllen. Nur so können wir unsere Wirtschaft und Landwirtschaft wiederbeleben. Die Gewährleistung der Ernährungssicherheit für die Einwohner der Republik war und ist eine der Prioritäten unserer Politik. Deshalb wurde im Rahmen der staatlichen Unterstützung der landwirtschaftlichen Produzenten ein ganzer Komplex von Maßnahmen eingeführt, die auf die wirtschaftliche Entwicklung des agroindustriellen Komplexes ausgerichtet sind. Zum Beispiel habe ich für die erfolgreiche Durchführung der Herbstsaatkampagne 2018 und einer Reihe von Arbeiten in der Winter-Frühjahrsperiode 2019 angeordnet, Mittel zuzuteilen, auf deren Kosten Mineraldünger und Kraft- und Schmierstoffe gekauft und unter den landwirtschaftlichen Produzenten der Republik als Warenkredit verteilt wurden. Seit 2019 gibt es staatliche Unterstützung für unsere Landwirte in drei Richtungen. Die erste ist die kurzfristige Kreditvergabe an landwirtschaftliche Produzenten für den Kauf von Saatgut, Düngemitteln, Kraft- und Schmierstoffen, Pflanzenschutzmitteln. Eine solche Anrechnung setzt einen Aufschub der Rückzahlung von Kreditverpflichtungen von bis zu 10 Monaten voraus. Die zweite Richtung ist das Leasing von landwirtschaftlichen Maschinen an Landwirte für fünf Jahre mit dem Recht auf Rücknahme. Ein weiterer Vektor der staatlichen Unterstützung für die Landwirte ist der Vorwärtskauf von Winterweizen, der schrittweise von Februar bis Oktober durchgeführt wird. In der Zeit von Februar bis April werden die Verträge im Umfang von 50 % der Gesamtkosten zu einem Festpreis finanziert (das ist die Vorauszahlung), von Juli bis September wird Getreide geliefert, und dann, vor dem 1. Oktober, erfolgt die Endabrechnung der Verträge. Darüber hinaus versuchen wir, das Volumen der Mischfutterproduktion in der Republik zu erhöhen, um sie den Geflügelproduzenten zur Verfügung zu stellen. In Lutugino gibt es bereits eine Futtermühle, die im ersten Quartal dieses Jahres die volle Kapazität erreichen soll. Ich möchte Sie daran erinnern, dass im Jahr 2018 im Rahmen des staatlichen Programms eine neue Apfelplantage in Lugansk angelegt wurde, für die Sortenpflanzmaterial von Wintersorten gekauft wurde. Und das ist für uns auch ein Schritt nach vorne in der Entwicklung der Agrarindustrie.
LIZ: Beeinflusst die Fürsorge des Staates die Arbeitsergebnisse der Landwirte? Spüren die Bewohner der Republik das?
L.P.: Ja, und dies wird durch die Zahlen belegt. Von 2017 bis 2021 stieg das Volumen der Geflügelfleischproduktion in der Republik um 69 %. Jetzt versorgen unsere landwirtschaftlichen Erzeuger die Bewohner der LVR und die verarbeitenden Betriebe zu 70 % mit Geflügelfleisch. Die Produktionsmengen an marktfähigen Eiern stiegen um 29 %, wodurch die Versorgung der Einwohner der Republik mit solchen Produkten aus eigener Produktion um 90 % gesteigert werden konnte. Wir sind zu 50 % Selbstversorger mit Sonnenblumenöl. In diesen Jahren haben unsere Landwirte die Anbauflächen für Getreide und Ölsaaten um 30 % erhöht. Mit besonderem Stolz kann ich sagen, dass durch die Verarbeitung des auf dem Territorium der Republik angebauten Getreides die Einwohner vollständig mit verschiedenen Mehlsorten – Weizen, Roggen, Hafer, Mais sowie Brot und Backwaren – versorgt werden.
Meiner Meinung nach sind das bedeutende Ergebnisse, die die Ernährungssicherheit der Lugansker Volksrepublik garantieren.
LIZ: Was sind die Pläne unserer landwirtschaftlichen Produzenten, wird die Entwicklung des agroindustriellen Komplexes der Volksrepublik Luhansk weitergehen?
L.P.: Zweifelsohne werden wir hier nicht stehenbleiben. Für die Zukunft planen wir, die Produktion von tierischen Produkten zu erhöhen – den Anbau von Geflügel, Rindern und Schweinen um 29 %. Dies wollen wir durch die Erhöhung der Produktionskapazität von landwirtschaftlichen Betrieben erreichen, in denen Modernisierungen und Rekonstruktionen durchgeführt werden sollen. Dazu trägt auch die Umsetzung eines Investitionsprojekts zum Bau einer modernen Hightech-Schweinezucht im Rayon Lutugino bei.
Darüber hinaus ist geplant, den Ertrag einer Reihe von Kulturen zu erhöhen: Getreide und Hülsenfrüchte – bis zu 26 %, Sonnenblumen – bis zu 44 %, und Gemüse, Kartoffeln und Melonen – bis zu 87 %.
Ein weiteres Projekt wollen wir umsetzen, indem wir auf dem Territorium der Lugansker Volksrepublik eine neue intensive Obstplantage für Äpfel, Birnen und Kirschen anlegen.

Unser agroindustrieller Komplex entwickelt sich systematisch und ich halte ihn für eine der wichtigsten Komponenten des Wohlstands und der Sicherheit der Lugansker Volksrepublik.
LIZ: Sie haben schon gesagt, dass unsere eigenen Produzenten und ihre erfolgreiche Tätigkeit der Schlüssel zum Erfolg der wirtschaftlichen Entwicklung der Republik sind! Aber wir importieren immer noch eine ganze Menge Produkte aus dem Ausland…
L.P.: Ich bin nicht gegen Importe, es gibt sie und es wird sie geben, wie in jedem Land! Ich bin gegen unüberlegte Einkäufe und Importe von Waren aus dem Ausland! Dies wäre eine Rückkehr zu den alten Korruptionsschemata, die es zu Zeiten der Ukraine gab. Natürlich können wir auf Importe nicht verzichten. Dabei muss es sich aber um Produkte handeln, die nicht in der LVR produziert werden können. Und im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs und der Entwicklung dürften solche Produkte immer seltener werden. Offensichtlich wird dies es uns erlauben, unabhängig und unabhängig von allen Arten von Wirtschaftsblockaden und Sanktionen zu sein.
Wir arbeiten jetzt an der Entwicklung von Systemen, die den Produzenten selbst zum Hauptnutznießer beim Verkauf der produzierten Waren machen
LIZ: Sie meinen wahrscheinlich die Reduzierung der Rolle von Zwischenhändlern zwischen Hersteller und Händler?
L.P.: Ja, natürlich. Wir haben eine Menge Zwischenhändler, die den Markt kontrollieren, sie kaufen die Waren und verkaufen sie zu überhöhten Preisen. Darunter leiden die Produzenten und vor allem die Menschen in der Republik als Endverbraucher, während der Zwischenhändler die illegalen und oft die Hauptgewinne erhält. Das ist grundlegend falsch, und jetzt arbeiten die Behörden daran, diese Tatsachen zu minimieren! Ich bin sicher, dass uns das gelingen wird!

Freitag:

Kein ukrainisches Staatseigentum mehr in der DVR
D
an-news.info: Die Abgeordneten des Volkssowjets der DVR haben ein Gesetz »Über Besonderheiten der Regelung von Eigentumsverhältnissen auf dem Territorium der Donezker Volksrepublik« verabschiedet.
Das Gesetz legt fest, dass das Eigentum des ukrainischen Staates oder dessen Gebietskörperschaften als Eigentum der DVR oder kommunales Eigentum betrachtet wird. Das Dokument bestimmt auch das Verfahren für die Registrierung des Eigentums an Immobilien, die in das Eigentum der Republik oder in kommunales übergehen. Darüber hinaus legt das Dokument einen Mechanismus der Eigentumsübertragung fest.
Das Dokument wurde in zwei Lesungen von 89 anwesenden Abgeordneten einstimmig angenommen.
Als nächstes wird das Gesetz zur Unterzeichnung an den Staatspräsidenten geschickt und tritt nach 10 Tagen ab dem Datum seiner Veröffentlichung auf der offiziellen Website des Volkssowjets in Kraft.

Keine Tilgung mehr an ukrainische Banken
D
an-news.info: Die Abgeordneten des DVR-Volkssowjets haben die Rechte der ukrainischen Banken auf die Schulden der DVR-Bewohner aus Krediten, die vor dem 14. November 2014 aufgenommen wurden, als nichtig erkannt. Wie der DAN-Korrespondent berichtet, ist diese Norm im heute verabschiedeten Gesetz »Über die Rückführung von Eigentum der Banken in der Ukraine in das Eigentum der Donezker Volksrepublik« festgelegt.
„Vorgesehen ist die Beendigung der Forderungsrechte dieser Organisationen (Banken der Ukraine) gegenüber den Bürgern auf Verpflichtungen, die vor dem 14. November 2014 entstanden sind – dem Datum der Unterzeichnung des Präsidialdekrets der Ukraine № 875/2014, wonach auf dem Territorium der Donezker Volksrepublik die Bedienung von Personen durch Banken der Ukraine eingestellt wurde“, erklärte der Vorsitzende des Ausschusses für Verfassungsgesetzgebung und Staatsaufbau, Maxim Kny
ž. […]
Das Dokument wurde in zwei Lesungen einstimmig von den 89 anwesenden Abgeordneten angenommen. […]

Denkmal für Chaldej
Dnronline.su: Ein Denkmal für den legendären sowjetischen Fotokorrespondenten, den aus Jusowka
(= Donezk, Anm. d. Übers.) stammenden Jewgenij Anan’jevič Chaldej (1917-1997), wurde am 30. April im Zentrum von Donezk, im Studentenstädtchen, aufgestellt. Laut einem Korrespondenten der offiziellen Seite der DVR ist der Autor des Denkmals der bekannte Donezker Künstler und Bildhauer Rawil‘ Akmajev.
Die Skulptur ist 1,95 Meter hoch und wurde von Handwerkern der Schmiede des
»Donezker Metallurgischen Werks« (DMS) hergestellt. An ihrem Sockel befindet sich eine Bronzetafel mit der Gedenkinschrift »Dem Fotografen des Sieges von den dankbaren Bürgern von Donezk«.
„Die Idee zur Schaffung des Denkmals entstand nach einem Gespräch mit Alexandr Witkov, einem bekannten Fotojournalisten von Donezk und Direktor des Museums für Fotojournalismus und Fototechnik. Über seinen Traum, die Errichtung des Denkmals für Jewgenij Chaldej in unserer Stadt, hat er lange schon gesprochen.
Die Erstellung einer Skulptur dauerte genau drei Monate. Bei der Wahl der Komposition ging ich von dem berühmtesten Foto des Militärpressefotografen aus. Ich hatte viele davon, aber dieses hier brachte Chaldej Weltruhm. Was am Ende herauskam, werden die Menschen in Donezk beurteilen. Wenn sie ‚Danke‘ sagen, bin ich froh, dass ich die Stadt geschmückt habe“, sagte Akmajev. (
В Донецке установили памятник легендарному фотографу Победы Евгению Халдею – YouTube)
Während der Arbeit an der Skulptur hat ihr Autor viele Fotografien von Chaldej, fotografische Porträts aus verschiedenen Jahren durchgesehen und seine Interviews in Dokumentarfilmen studiert.

(Foto: dontimes.ru)
Nach Angaben des Bildhauers wurden über 320 Kilogramm Bronze verarbeitet, um dieses Denkmal zu schaffen. Der legendäre sowjetische Militärfotograf steht in voller Montur in einer Offiziersuniform, seine berühmte ‚Leica‘ auf der Brust und hält sein weltberühmtes Foto –
»Das Banner des Sieges über dem Reichstag“ mit dem Datum 1. Mai 1945. Dieses Foto ist zu einem der Symbole des großen Sieges des sowjetischen Volkes über den deutschen Faschismus geworden.
Wir möchten erinnern daran, dass die Fotos von Jewgenij Chaldej bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen als Beweismittel für die Verbrechen der Nazis genutzt wurden. Unser Landsmann war der einzige sowjetische Fotokorrespondent, der den Großen Vaterländischen Krieg während der gesamten 1418 Tage fotografiert hat.

Wie die armenische Minderheit in Donezk lebt
Dontimes.ru: Der 24. April ist der armenische Genozid-Gedenktag. Vertreter dieses Volkes leben seit mehr als hundert Jahren im Donbass. Darunter sind auch solche, deren Vorfahren auf der Flucht vor dem Völkermord durch die Türken in der Donezker Gegend Zuflucht fanden. Längst haben sie hier neue Wurzeln geschlagen. Aber fast alle halten an ihren Traditionen und Bräuchen fest. Eine Korrespondentin der Zeitung
Donjezk Wječernij (»Abendliches Donezk«) hat beschlossen, herauszufinden, wie die armenische Gemeinde in Donezk lebt.

ZWEI KRIEGE
Wir haben den Vorsitzenden des Rates der armenischen Gemeinde in Donezk, Artur Asarjan, getroffen, als er Vorsitzender der armenischen Jugendorganisation war. Heute ist Artur Kandidat der Wirtschaftswissenschaften, er lehrt wirtschaftliche Disziplinen an zwei Donezker Fachhochschulen und ist stellvertretender Leiter der Produktion bei der Republikanischen Direktion für große Bauvorhaben.
Ihm zufolge haben wegen des Krieges im Donbass einige Bewohner das Land verlassen, auch viele Armenier sind weggezogen. Jetzt gibt es noch etwa 8000 von ihnen in der DVR. Und nach den Daten von 2013 lebten zu dieser Zeit 23.000 Armenier in der gesamten Oblast Donezk.
Mit tiefer Trauer erinnert sich Artur Asarjan an seinen engen Freund Ruben Awanesjan, der am 13. April 2014 starb, als er humanitäre Hilfe von Donezk nach Slawjansk brachte.
„Durch den Beschuss wurden die Häuser vieler Menschen beschädigt. Einige gingen, andere blieben und leben in Mietwohnungen. Mit gemeinsamen Anstrengungen versuchen die Menschen, die Schäden zu beseitigen“, sagt er.
Vor dem Krieg hat die Gemeinde mit dem Bau eines Gotteshaus der armenisch-apostolischen Kirche im Kirowskij-Bezirk von Donezk, in der Nähe der ehemaligen Spielzeugfabrik, begonnen. Aufgrund von schwerem Beschuss mussten die Arbeiten jedoch unterbrochen werden. „Um die Wände und das Fundament zu erhalten, planen wir in diesem Jahr, das Dach zu decken“, erzählt Artur Armenovi
č.
Noch bevor der Krieg im Donbass zu Ende war, begannen im vergangenen Herbst die Kämpfe in der Republik Arzach (= Bergkarabach, Anm. d. Übers.), die zu einem weiteren tragischen Ereignis für das armenische Volk wurden.
„Mein Cousin und mein Onkel gingen als Freiwillige in den Kampf dorthin. Mein Bruder erhielt mehrere Schrapnellwunden, innere Organe wurden getroffen, er blieb behindert. Als ich Ende November 2020 Armenien besuchte, war das ganze Land in Trauer. Es gab Plakate mit den Namen der Toten und Särge in den Straßen“, erinnert sich Asarjan.
Trotz der Tatsache, dass die Armenier beider Republiken des Donbass unter den Bedingungen des Krieges und der Blockade leben, sind sie nicht gleichgültig gegenüber der Tragödie und leisteten alle mögliche Hilfe, sammeln Geld, Sachen und Medikamente für die Republik Arzach.
NATIONALE IDENTITÄT
Um die armenische Sprache und Kultur nicht zu vergessen und die nationale Identität zu bewahren, gründete die Gemeinde das kulturell-pädagogische Zentrum ›Wosroždjénije.(»Wiedergeburt«), das u.a. eine Sonntagsschule betreibt. Eine weitere Sonntagsschule wurde in der Kirche Surb Chač‹ (»Heiliges Kreuz«) in Makejevka eröffnet.
Ana
ït Kasarjan unterrichtet armenische Sprache und Literatur an der Schule in Donezk. Am Tag meines Besuchs unterrichtete sie gerade eine Gruppe, in der die Kinder das Alphabet wiederholten und auf Armenisch lasen und schrieben.
„In der Schule lernen hundert Kinder ab sechs Jahren und älter. Sie sind in Gruppen eingeteilt: einige von ihnen, die überhaupt kein Armenisch können, und andere, die Armenisch sprechen können, aber gut lesen und schreiben lernen wollen, um die Werke prominenter armenischer Schriftsteller und Dichter zu studieren“, sagte Ana
ït.

Auch Geschichts-, Ethik- und Ästhetikkurse werden hier abgehalten. „Wir sprechen auch über die Normen der Moral, die Institution der Familie, die Rolle der Frau und des Mannes in der Familie und vieles mehr“, sagt Jana Mchitarjan, eine Lehrerin für Ethik und Ästhetik.
Um sicherzustellen, dass auch Kinder unter sechs Jahren die Möglichkeit haben, zu kommunizieren und zu spielen, arbeitet eine Kindergartengruppe an den Wochenenden im Zentrum. Der kleine Alik Adamjan traf mich dort. Als er die Kamera in meinen Händen sah, bat er mich, ihn zu fotografieren und fragte nach den Tasten der Kamera und des Diktiergeräts. Alik sagte bereitwillig ein Gedicht auf Armenisch auf und zeigte seine Zeichnungen.
Im Tanzensemble
Araks unter der Leitung von Siranuš Gewondjan lernen alle Interessierten armenische Volkstänze. Mit den Gesangslehrererinnen Anna Grigorjan und Sofija Nasarjan lernen die Jugendlichen armenische Lieder, und Kamo Tadevosjan gibt Unterricht im Spielen von Saxophon, Klarinette und Duduk. Das alles ist kostenlos, damit die Mitglieder der armenischen Diaspora die Kultur ihres Volkes kennenlernen.
Außerdem hat die Gemeinde eine armenische Fußballmannschaft
Ararat gegründet, die von Andranik Oganesjan trainiert wird.
Die Mitglieder der Gemeinde halten diverse Veranstaltungen ab. Im März fand in der Donezker Republikanischen Kinderbibliothek
S. M. Kirow der monatliche Tag der armenischen Kultur statt.
Im vergangenen Jahr fand in der Bibliothek
N. K. Krupskajaein internationaler Runder Tisch zum Thema „Die Armenier des Donbass, der Krim und der Don-Region“ statt, bei dem die Etappen der Diasporabildung in der Region, die konsolidierende Rolle der Kirche im Leben des armenischen Volkes, die Geschichte der Gründung der armenischen Schulen und die Tragödie des Völkermordes besprochen wurden.
JUGENDBEWEGUNG
Die armenische Diaspora versucht nicht nur Traditionen zu bewahren, sondern auch der Jugend moralische Werte zu vermitteln, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden.
Laut Sona Kazarjan, Leiterin der Donezker armenischen Jugendorganisation, halten die Mitglieder der Gemeinde Treffen mit Armeniern aus anderen Städten des Landes ab. Im vergangenen Sommer nahm die Jugend aus der Ferne an der Arbeit des Projekts
Ari Tun teil, das die armenische Diaspora auf der ganzen Welt vereint. In naher Zukunft wird die Jugendorganisation an einer Telekonferenzbrücke zwischen Donezk und Armenien teilnehmen, um den Museumstag in Armenien zu begehen. Viele weitere Veranstaltungen sind ebenfalls geplant.
„Wir würden auch gerne eine Werkstatt mit dem berühmten Donezker Künstler Melik Agabekjan abhalten. Wir hoffen, dass Melik Cha
čikowič uns die Techniken des berühmten Malers Martiros Sar’jan zeigen wird. Unter den Bedingungen von Krieg, Blockade und Pandemie würden uns die Lehren der Malerei inspirieren. Außerdem verwendete Sar’jan in seinen Werken oft helle Farben, die uns heute so sehr fehlen“, teilt Sona Kazarjan ihre Pläne mit.
GEDENKEN DER OPFER DES VÖLKERMORDES
Am 24. April, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Völkermordes, versammelten sich die Armenier Donezks auf dem Sobornaja-Platz in der Nähe der Spàso-Preobra
žènski-Kathedrale, um Blumen am Chačkar niederzulegen, einem Steinkreuz, das zum Gedenken an den Völkermord am armenischen Volk im Osmanischen Reich und an die unschuldigen Opfer der Feindseligkeiten im Donbass aufgestellt wurde. In der Kirche Surb Chač‹ in Makejevka fand ein spezieller Gottesdienst statt.
„Von Generation zu Generation erzählen wir unseren Kindern vom Völkermord am armenischen Volk. Junge Menschen sollten ihre Geschichte kennen“, betonte der Vorsitzende des armenischen Gemeinderats Artur Asarjan.
Wiktorija Ljev, Donjezk Wječernij


Erhöhung des Mindestlohns

Dan-news.info: Die Abgeordneten des Volkssowjets der DVR haben Änderungen in Gesetz über den Mindestlohn und im Gesetz über Arbeitslöhne beschlossen. Mit diesen Änderungen wird der Mindestlohn um 23 Prozent von 6065 auf 7460 Rubel erhöht.

Sonnabend:

Hochofen 1
Dnronline.su: Heute, am 1. Mai, wurde im Hochofen
1 des »Donezker Metallurgischen Werks« (DMS) das erste Gusseisen der GOST-Güteklassen L1 und L2 erschmolzen. Laut einem Korrespondenten der offiziellen Website der DVR ist das geschmolzene Roheisen für den Export bestimmt. Der Präsident der Donezker Volksrepublik, Denis Pušilin, machte sich mit dem Produktionsprozess vertraut.
„Liebe Freunde!
Ohne Übertreibung ist dies ein wegweisendes Ereignis für die Donezker Volksrepublik, denn diese Anlage ist ein sehr wichtiger Bestandteil des Produktionspotenzials des gesamten Donbass.
Seit zwei Jahren stand die Anlage still. Und das war ein Luxus, den wir uns nicht leisten können. Wir verstehen alle Schwierigkeiten, wir verstehen das globale Umfeld und alles, was in den letzten Jahren in der Metallurgie passiert ist, hat nicht dazu beigetragen, dass unsere Anlagen unter Berücksichtigung aller Sanktionen, Einschränkungen und so weiter funktionieren. Aber wir sehen, dass, wenn ein Ziel gesetzt ist, alle Hindernisse überwunden werden.
Es ist sehr wichtig, dass unsere Mitarbeiter, unsere Metallurgen, ihre Löhne pünktlich erhalten. Das ist der Hauptschwerpunkt. Wir sollten uns von langfristigen Zielen leiten lassen. Alles ist gut. Wir nutzen das, was in der Sowjetunion gewonnen wurde und es ist notwendig, sich dieser Wahrheit zu stellen. Jetzt sind wir an der Reihe, zur Entwicklung des Donbass, insbesondere der Metallurgie, alle modernen Technologien zu bringen, die in der gegenwärtigen Situation verfügbar sind. Und ich denke, dass wir in drei oder vier Jahren eine völlig andere Anlage sehen werden. Das sind die Aufgaben, sie sind auch sehr anspruchsvoll. Aber der Donbass erreicht immer seine Ziele, die notwendig und wichtig sind.
Ich gratuliere also allen, dass es uns gelungen ist, diese Anlage in Betrieb zu nehmen. Es war nicht einfach, aber alle, die in den verschiedenen Richtungen arbeiteten, kamen damit zurecht. Gut gemacht!“

Laut dem Minister für Industrie und Handel der DVR, Wladimir Ruščak, gab es im Januar 2021 im DMS einen Wechsel des zeitweiligen Verwalters, dessen Maßnahmen sich günstig auf die Produktion auswirkten.
„Im ersten Quartal 2021 wurden 72 Tausend Tonnen Stranggussprofil produziert und verkauft. In Geldwerten ausgedrückt sind das etwa 1 Milliarde 200 Millionen Rubel. Das ist das Exportpotential der Republik, es deckt den Bedarf an Metall und Roheisen der Donezker und Lugansker Volksrepubliken und die stabile Zahlung der Löhne“, fügte der Minister hinzu.

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