Neuigkeiten aus der Wirtschaft der Volksrepubliken des Donbass vom 23. bis 29.11.2020

Quellen: offizielle Seiten der Regierungen der Volksrepubliken, dan-news, lug-info, dnr-online.ru, mptdnr.ru, dnrailway.ru, vsednr.ru, dontimes.ru sowie ukrinform, ria.ru und sputnik
Ausgewählt und übersetzt durch das Kollektiv der „Alternativen Presseschau“

Montag:

Der Generaldirektor der »Donezker Eisenbahn« über die Probleme der Bahn heute
Dontimes.ru: Die DŽD beförderte in diesem Jahr etwa 900.000 Reisende und natürlich auch Güter. Doch nicht alles ist im grünen Bereich. Heute hat der Eisenbahnsektor mit einer Reihe von Problemen zu kämpfen – Schließung einiger Verbindungen, Reduzierung der Produktion in einigen Unternehmen, Vier-Tage-Arbeitswoche usw..
In der DVR gibt es zur
zeit nur ein Reisezugpaar Jassinovataja – Uspjenka (Grenzbahnhof in RU) und zurück, der Rest sind Vorortzüge, es gibt 27 davon (Gemeint sind vermutlich Einheiten, Anm. d. Übers.).

Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie mussten Sofortmaßnahmen ergriffen werden, wodurch die zwei Züge zwischen Jassinovataja und Lugansk zurzeit eingestellt sind.
Vladimir Kabackij, Generaldirektor der D
ŽD, sagt, dass der Personenverkehr schon immer Verluste gebracht habe. 99 % des Budgets des Unternehmens gehen in den Güterverkehr. Auch hier gibt es jetzt Probleme. Dies ist auf den Rückgang der Nachfrage nach Metallen, Kohle und anderen Produkten zurückzuführen, die von Industrieunternehmen der Republik hergestellt werden.
Mit dem Schrumpfen des Budgets haben sich leider auch die Gehälter der Beschäftigten verringert. Im Durchschnitt werden innerhalb eines Monats etwa hundert Beschäftigte aus dem Unternehmen entlassen. Personalmangel dagegen besteht bei solchen Berufen wie Elektrosignalmechaniker oder Energieanlagenelektroniker. Ein Teil der Beschäftigten arbeitet nicht nur bei der Eisenbahn. Im Rahmen des Programms zum Wiederaufbau der Republik nehmen Bauhandwerker an der Instandsetzung von Wohnhäusern und sozialen Einrichtungen teil, die bei militärischen Operationen beschädigt wurden.
Nach Materialien des Fernsehsenders »Union« und von vsednr.ru


Mittwoch:

Behindertenquote
D
an-news.info: Unternehmen, die mehr Menschen mit Behinderungen als die zurzeit geltende Quote beschäftigen, erhalten in der DVR staatliche Subventionen. Eine neue Norm tritt am 1. Januar 2021 in Kraft. Dies wurde heute bei einem Briefing in der Agentur durch die stellvertretende Direktorin des Arbeitsamtes der Republik, Tamara Curikova, bekanntgegeben.
„Am 20. November genehmigte die Regierung der DVR das Verfahren zur Gewährung von Zuschüssen an Arbeitgeber für die Schaffung von Arbeitsplätzen für Behinderte über die festgelegte Quote hinaus“, sagte sie. Das Dokument wird es ermöglichen, das Problem der beruflichen Qualifikation und der ungleichmäßigen Verteilung über das Land zu lösen, das bei der Beschäftigung von Behinderten besteht. […]“, sagte sie.
Curikova erklärte in ihrem Interview mit DAN, dass ein Unternehmen, um staatliche Subventionen zu erhalten, eine Vereinbarung abschließen muss, in der es sich verpflichtet, einen
Mitarbeiter mit einer Behinderung für mindestens ein Jahr zu beschäftigen. In den ersten sechs Monaten des Jahres übernimmt die Arbeitsverwaltung die Lohnzahlungen. […]
„Während dieser sechs Monate wird die Person arbeiten und dem Unternehmen Gewinn bringen, der Lohn jedoch wird aus dem Fonds der staatlichen Sozialpflichtversicherung finanziert. Während dieser Zeit kann die Person Erfahrungen bei der Arbeit sammeln, und der
Unternehmer kann sie sich genauer ansehen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Person auch nach Ablauf dieser Zeitspanne weiter beschäftigt bleibt“, stellte die Direktorin fest.
Für Unternehmen, Institutionen und Organisationen mit mindestens 30 Mitarbeitern wird nun eine Quote von 5 % der durchschnittlichen Mitarbeiterzahl des Vorjahres festgelegt. Um diese Quote zu erfüllen, müssen geeignete Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Suche nach
Mitarbeitern kann selbständig oder mit Hilfe von Arbeitsämtern erfolgen. Bis zum 1. Februar müssen die Unternehmen über die Einhaltung der Quote Bericht erstatten; tun sie dies nicht, müssen sie für jeden nicht im Unternehmen beschäftigten Behinderten eine Zwangsabgabe in Höhe des durchschnittlichen Jahresgehalts des Berichtszeitraums an den oben genannten Fonds leisten.
Seit Anfang dieses Jahres sind 1100 Menschen mit Behinderungen in der Republik in Arbeit gebracht worden. Die meisten Bürger haben selbständig Arbeit gefunden. Unter allen arbeitenden Menschen in der Donezker Volksrepublik befinden sich fast 15.000 Menschen mit Behinderungen.

Donnerstag:

Neue Transformatorstation für Wohnblöcke
Dnronline.su: Spezialisten der Abteilung »Elektrizitätsnetze Makéjevka« des republikanischen Unternehmens »Regionale Energieversorgungsgesellschaft« führen die Rekonstruktion der Energieinfrastruktur des Dorfes Nížnjaja Krnka im Sowjetskij-Bezirk von Makejewka fort, die es den Bewohnern ermöglichen wird, die Probleme bei der Energieversorgung in naher Zukunft zu vergessen. Dies berichtet der Pressedienst des Ministeriums für Kohle und Energiewirtschaft der DVR. Laut Andrej Čerkašin, Chefingenieur der »Elektrizitätsnetze Makéjevka«, installieren die Techniker in Nížnjaja Krnka eine neue Transformatorstation anstelle einer abgängigen, tauschen 34 Stützen aus und installieren 1,5 Kilometer isolierte Freileitung. […]
Alle Arbeiten werden mit eigenen Kräften der »Regionalen Energieversorgungsgesellschaft« durchgeführt, und die Station ist komplett ‚Made in DNR‘.
Einige Wohnblöcke dort haben keine Zentralheizung, und mit dem Beginn des Spätherbstes gibt es Probleme mit der Energieversorgung, da viele Bewohner die Räumlichkeiten mit Hilfe von Elektrogeräten heizen. Die bisherige Energieinfrastruktur des Dorfes konnte solchen enormen Belastungen nicht standhalten und es kam zu Ausfällen.
„Die neue Anlage ist für solche Belastungsspitzen ausgelegt, und die Menschen werden keine Probleme mehr haben“, versicherten die an den Arbeiten beteiligten Mitarbeiter der »Elektrizitätsnetze Makéjevka«.
Die Energiewirtschaft plant, den Bau der neuen Freileitung mit dem Anschluss der Häuser nächste Woche abzuschließen. Der komplette Umbau soll bis Mitte Dezember abgeschlossen sein.

Freitag:

Medizinischer Sauerstoff für Corona-Therapie
D
an-news.info: Das Staatliche Unternehmen »Júzovskij Metallurgíčeskij Zavòd« ist bereit, an die Krankenhäuser der Republik flüssigen Sauerstoff zu liefern, der in seinen eigenen Anlagen produziert wird. Dies wurde der Agentur heute von Alexandr Solovej, Leiter des Werkes, berichtet.
„In der Anlage gewinnen wir aus Luft Sauerstoff und Argon. Die Kapazität beträgt bis zu fünf Tonnen flüssigen Sauerstoffs pro Tag, darunter auch des medizinischen, der gerade jetzt besonders gefragt ist“, sagte Solovej.
Seinen Angaben zufolge hat die Anlage bereits die erforderlichen Genehmigungen und Lizenzen für die Produktion von medizinischem Sauerstoff erhalten, und ein zertifiziertes Labor für die Qualitätskontrolle der Produkte ist ebenfalls in Betrieb.
Der Sauerstoff wird normalerweise für das Lichtbogen-Stahlschmelzen gebraucht.
Tags zuvor, während der Telefonkonferenz, hat Staatspräsident Denis Pušilin das Gesundheitsministerium angewiesen, die Verfügbarkeit der notwendigen Mengen an medizinischem Sauerstoff in den Krankenhäusern während der Neujahrsfeiertage zu überwachen.

Volkssowjet der LVR beschließt Anhebung des Mindestlohns
Lug-info.com: Die Abgeordneten haben während der Plenarsitzung in erster und zweiter Lesung beraten, das Gesetz »Über die Änderung des Artikels 1 des Gesetzes der Lugansker Volksrepublik Über den Mindestlohn‘« verabschiedet und ihn damit ab dem 1. Januar 2021 um 30 % auf 7883 erhöht, so die Ministerin für Arbeit und Sozialpolitik der LVR, Svetlana Malachova. […]
Staatspräsident Leonid Pásečnik sagte, dass die Gehälter der Angestellten und Beamten im öffentlichen Dienst sowie die Pensionen in der Republik bis Januar 2022 auf das Niveau der Oblast Rostòv-na-Donú (RU) steigen sollen.

Sonnabend:

Mehr Mitarbeiter, höhere Löhne und neue Stahlsorten
D
an-news.info: Das »Júzovskij Metallurgíčeskij Zavòd« nahm im August den Betrieb nach einer erzwungenen Schließung im März dieses Jahres wieder auf. Korrespondenten der Donetsker Nachrichtenagentur fanden heraus, welche Veränderungen im Werk seitdem stattgefunden haben.
Das Werk ist auf die Herstellung von Halbfertigprodukten für die Metallurgie, den Maschinenbau und das Bauwesen spezialisiert. Maximal kann es mehr als 35.000 Tonnen stranggegossenen Vierkantstahl pro Monat produzieren.

Halbfertigprodukt wird hier die Masse des flüssigen Metalls, das im Elektroofen geschmolzen wird, genannt. Dann werden auf der Stranggussanlage die Profile gegossen, und es entsteht ein marktfähiges Endprodukt. Zur Zeit arbeitet das Unternehmen an zwei Tagen in der Woche.
„Der Mangel an Schrott ist das Hauptproblem, unter dem die Produktion gegenwärtig leidet. Wir hoffen jedoch, dass sich die Situation in naher Zukunft verbessern wird“, sagte Direktor Alexandr Solovej.
Er sagte auch, dass das Unternehmen nach der Wiederaufnahme der Arbeiten im Sommer dieses Jahres damit begonnen habe, die Produktion von vakuumbehandelten Stahlsorten (aus entgaster Schmelze, Anm. d. Übers.) vorzubereiten. Dies ermöglicht es dem Unternehmen, sein Sortiment zu erweitern. „Zur Zeit gießen wir, konventionell gesprochen, gewöhnliche Stahlsorten, und es gibt auch spezielle, an die höhere Anforderungen gestellt werden“, erklärte Solovej. Seinen Angaben zufolge ist die notwendige Ausrüstung im Werk vorhanden, wurde aber seit 2013 nicht mehr benutzt. Jetzt ist sie in Reparatur um anschließend in Betrieb genommen zu werden.

Veränderungen gab es auch bei den Löhnen und der sozialen Sicherheit der Arbeitnehmer. Seit August sind mehr als 150 neue Mitarbeiter neu in das Arbeitskollektiv gekommen, und heute zählt es 858 Personen. „Die Löhne werden regelmäßig ausgezahlt, außerdem haben wir sie im Zusammenhang mit dem Regierungsbeschluss seit April um 26 % erhöht. Jetzt beträgt das Durchschnittsgehalt etwa 16.000 Rubel, vorher waren es 12.000 – 13.000. Darüber hinaus wird die Frage einer weiteren Erhöhung in Betracht gezogen“, unterstrich Solovej. […]
Zur Erinnerung: Das Werk wurde Anfang 2014 von der ukrainischen Regierung stillgelegt. Auf Beschluss des Ministerrats der DVR vom 25. Juni 2016 firmiert das Hüttenwerk als »Júzovskij Metallurgíčeskij Zavòd«. Der Stahlerzeugungsprozess wurde am 5. Oktober 2017 eingeleitet. Von März bis August 2020 ruhte die Anlage wegen Rohstoffmangels. […]

Streik bei Silur
novorosinform.org: Wie der Gründer des Bataillons Vostok‹ (Osten) und ehemalige Chef des Sicherheitsrates der DVR, Alexandr Chodakovskij, in seinem Telegram-Kanal berichtet, kam es am Freitag, dem 27. November im Stahlseilwerk Silurzu einem spontanen Streik.
Ihm zufolge haben die Arbeiter des Unternehmens „die Einstellung der neuen Eigentümer satt“, und der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, war dass nur 20 Prozent der ohnehin schon schlechten Löhne gezahlt wurden.
Chodakovskij erinnerte daran, dass die Probleme im Werk begannen, nachdem es vom Staat in private Hände überführt worden war.
„Die jungen Kapitalisten verhielten sich wie üblich – wie Kalifen auf Zeit. Wie ich kürzlich sagte: gestohlen, gesoffen, im Knast. Es gibt hier ein einfaches Schema: Irgendwo in Russland existiert eine Briefkastenfirma, die Gewinne erzielt, und vor Ort nur ein Minimum investiert“, schrieb er.
Der ehemalige Vorsitzende des Sicherheitsrates bezeichnete es als richtig, dass die Behörden der Republik den Streik im Unternehmen nicht demonstrativ unterdrückten, da sie ihn nicht als existenzbedrohend ansahen, und den Mitarbeitern erlaubten, selbst ihre Beziehungen zum Unternehmen zu definieren.
Das Schlimme ist jedoch, dass die Regierung durch ihren eigenen Mangel durch ihr Laissez-faire die Menschen dazu gedrängt hat, diese Aktion abzuhalten“, erklärte Chodakovskij.

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