Neuigkeiten aus der Wirtschaft der Volksrepubliken des Donbass vom 28.09. bis 04.10.2020

Quellen: offizielle Seiten der Regierungen der Volksrepubliken, dan-news, lug-info, dnr-online.ru, mptdnr.ru, dnrailway.ru, vsednr.ru sowie ukrinform, ria.ru und sputnik
Ausgewählt und übersetzt durch das Kollektiv der „Alternativen Presseschau“


Montag:

Neue Wasserleitung für 100 Menschen
D
an-news.info: Fachleute aus der DVR haben mit dem Bau einer neuen Wasserleitung von zwei Kilometern Länge in das frontnahe Dorf Spartak begonnen. Die ukrainische Seite hatte die Trinkwasserversorgung dorthin schon zu Beginn des Konflikts eingestellt.
Spartak ist ein nördlicher Vorort von Donezk, gehört aber administrativ zu Jassinowataja.
Es liegt neben dem bei den Kämpfen zerstörten Flughafen Prokòfjew und wird ständig von den ukrainischen Streitkräften beschossen. Dabei wurden ungefähr 100 Menschen getötet und nicht weniger als 500 verwundet. Die Einwohnerzahl liegt jetzt unter 100. Die alte Leitung kam aus Richtung Awdejewka (von der Ukraine besetztes Gebiet). Die Arbeiten sollen im Oktober abgeschlossen werden.
Probleme mit der Wasserversorgung gibt es immer noch in einer Reihe von frontnahen Städten und Gemeinden des Donbass. So kommt es wegen Störungen in von Kiew kontrollierten Anlagen fortwährend zu Ausfällen in der Siedlung Jelenowka südlich von Donezk. Dort gab es vom 10. bis zum 22. August und vom 4. bis zum 11. September kein Wasser.

Dienstag:

Zu trocken für´s Wintergetreide
Wie DAN heute aus dem Ministerium für Landwirtschaft und Ernährung der DVR erfuhr, hat die anhaltende Trockenheit im Donbass während der letzten zwei Monate zu einem Mangel an Feuchtigkeit geführt, die so notwendig für das Keimen der Winterkulturen ist.

„Die Aussaat führt wegen der Wetterlage zur Beunruhigung unter den Landwirten. Schon zwei Monate leben wir praktisch ohne Niederschläge und noch nichts ist gekeimt. Der Samen liegt im trockenen Boden und keimt erst nach Regen“, hieß es im Ministerium. Dabei hält man es dort für verfrüht, Schlussfolgerungen zu ziehen und die natürlichen Risiken für die Ernte zu bewerten. Im August und im September lagen die Temperaturen zwischen 18° und 31° C; in den letzten Tagen sanken sie leicht und am vergangenen Wochenende fiel örtlich der erste leichte Regen.

Kunst wenige Kilometer von den Frontstellungen
Vsednr.ru: Im frontnahen Jassinowataja erklingt klassische Musik! Die Donezker Philharmonie hat eine neue Experimentierplattform für Konzerte erobert. Es handelt sich um den Wartesaal des Bahnhofs. Die Organisatoren planen, dies zu einer ständigen Einrichtung mit dem Namen »Wartesaal« (russ. oshidanije auch Erwartung, Hoffnung – Anm. d. Übers.) zu machen.

Der Bahnhof und die Stadt sind gleich alt, das Gebäude ein Denkmal der Architektur. Der Wartesaal aus dem Jahr 1954 ist ein Meisterwerk des stalinschen Stils. Er soll nun nicht mehr nur dazu dienen, um auf Züge zu warten. Die Idee dazu kam von der Leitung der Philharmonie. Nach den Worten von Alexandr Parezkowo assoziiert man mit ihm Begegnungen und Abschiede, mit Tränen und Minuten der Freude. In der aktuellen Situation haben die Bahnhöfe der DVR etwas von ihrem Flair verloren, und um dem zu begegnen, wollen die Mitarbeiter der Philharmonie sie wieder beleben.
Die Donezker Eisenbahn und die Stadtverwaltung unterstützen das Projekt. Das erste Konzert fand am Gründungstag der Stadt mit etwa 100 Gästen statt. Die Nachfrage für das nächste am 27. Oktober ist jetzt schon groß. Das Ensemble ›
DIVA – KWARTET‹ wird sein Programm »Rock auf Saiten« vorstellen.

Informationsdienstleister oder »Vierte Gewalt«?
Vsednr.ru: Fünf Jahre sind nach dem ersten Erscheinen der Zeitung Donjèzkoje Wrémja‹ [Zeit] (DW) vergangen. Bis Anfang 2020 wurde die Zeitung ganz konservativ – auf Papier – herausgegeben. Anfang dieses Jahres beschloss die Respublikànskij Média Chólding, sie in eine Internetzeitung mit verändertem Profil umzuwandeln. Wenn die DW bisher auf das gesellschaftliche und kulturelle Leben in der DVR ausgerichtet war, so soll sie jetzt ein Abbild der laufenden Informationsströme sein.
Die DW interessiert sich für politische Aspekte des Lebens in der DVR, soziale Probleme und ihre Lösungen, die Position der Beamten, die Meinung unserer Bürger sowie neue Entdeckungen und Errungenschaften unserer jungen Republik.
Seit dem 19. Jahrhundert existiert in der westlichen Presse der Begriff
»Vierte Gewalt«. Er wird in der ganzen Welt mit der Journalistik in Verbindung gebracht und bezeichnet den Einfluss der Massenmedien auf Staat und Gesellschaft. Dieses Verständnis ist für den Westen, wo die Mehrheit der Medien sich in privaten Händen befindet und große Selbstständigkeit genießt, aktuell. In Russland (und der DVR) sind die hohen Auflagen und das Fernsehen im Wesentlichen staatlich. Und dem entsprechend konzentriert sich ihre Aufmerksamkeit auf die Tätigkeit der Staatsorgane und ihrer Vertreter. Darin ist nichts Schlechtes, natürlich nicht – der Staat ist die organisierende Macht eines jeden Landes, und deshalb bestimmt das Funktionieren des Staates einen großen Teil der Medieninhalte. Nichts Abwertendes liegt in dem Begriff »Informationsdienstleister«: Mitunter, besonders in der DVR, sind die Medien staatlich und ihre Mitarbeiter fungieren im selben Grade wie zum Beispiel die Mitarbeiter des Bildungssystems.
[…] Schlecht ist es, wenn diese »Vierte Gewalt« mit dem Staat in Widerspruch gerät, gut, wenn es gegenseitiges Verständnis und Zusammenarbeit gibt.
Die in der Überschrift gestellte Frage ist, versteht sich, rhetorisch. Die Journalistik in der DVR ist keine »Vierte Gewalt«. Einen gewissen Einfluss auf den Staat hat sie, aber der örtlich und sehr gering. Echten Einfluss und völlige Freiheit werden die Medien unter den spezifischen Bedingungen, die zur Zeit in der DVR herrschen, schon aus Gründen der Staatssicherheit nicht bekommen. Aber unsere Medien können sehr wohl aufhören, ausschließlich die Rolle des Informationsdienstleisters zu spielen.
In den russischen Medien wurde über die Bedeutung des Begriffs erstmals 1986 gesprochen. Damals kämpften die Journalisten für mehr ‚Glasnost‘ in der UdSSR. Leider endete dieser Kampf um Recht und Freiheit mit dem Zusammenbruch des Staates. Aber das bedeutet nicht, in der Sowjetunion hätte es keine Probleme mit der Transparenz gegeben.

Dieses Problem existiert in der DVR wie es scheint nicht: Die Netzwerke und Telegram-Kanäle sind voll von Plattformen, wo jeder Nutzer sich ausdrücken und seine Meinung vertreten kann. Das Problem liegt darin, dass diese privaten Quellen für ihre Veröffentlichungen keine Verantwortung tragen; viele bleiben auch anonym. Deshalb zirkulieren dort teilweise unüberprüfte Informationen und die Präsentation ist von niedriger Qualität. Nichtsdestotrotz erfreuen sich solche Quellen größerer Popularität als die offiziellen republikanischen Massenmedien. Auf der einen Seite haben wir freie, unabhängige Quellen im Netz, sie sind inoffiziell und unprofessionell, aber interessant und populär. Auf der anderen Seite die professionellen Medien, die oft zu offiziell, gehaltlos und langweilig sind. Deshalb müssen die staatlichen und halbstaatlichen Medien danach streben, was es bis jetzt kaum gibt, zu einem interessanten und freierem Inhalt, der die Massen anspricht und ihre sozialen Bedürfnissen entspricht. […]
Wenn die Journalistik der DVR das befolgte, was ich als die drei grundlegenden Prinzipen der drei ‚O‘ bezeichnen möchte, Operativität, Offenheit und Schärfe (russ. ‚ostrota‘), und die Staatsgewalt dies ermöglichte, würden das Ansehen der Presse und das Vertrauen in sie wachsen. Und mit einem Steigen der Qualität der Medien steigt auch die Lebensqualität der Bürger der Republik.
Alexandr Shutschkowskij, Chefredakteur der ›Donjèzkoje Wrémja

Mittwoch:

Mehr neue Wasserleitungen
Dan-news.info: Die Reparaturarbeiten am System der zentralen Wasserversorgung laufen in vier frontnahen Dörfern im Süden der DVR bis zum Jahresende weiter. Das berichtete heute der Leiter der Rayonsverwaltung von Nowoasòwsk, Oleg Morgun.
„In Krasnoarmejskoje wurden aus Haushaltsmitteln mit Unterstützung durch die humanitäre Organisation 3,5 Kilometer neue Leitung verlegt. Die Arbeiten verlaufen planmäßig, werden in hoher Qualität ausgeführt und sollen bis Ende der Woche abgeschlossen sein“, sagte Morgun. Am 5. Oktober beginnt die Verlegung der Leitungen zu den Dörfern Kasazkoje (ca. 2 km) und Sachanka (ca. 1 km). Die Erneuerung der Leitung nach Primorskoje (ca. 2 km ) ist für später geplant. In all diesen Gemeinden kam die Versorgung schon zu ukrainischer Zeit wegen völlig verschlissener Anlagen zum Erliegen. Seitdem wurde Wasser herangefahren oder man benutzte Brunnen.

Er funktioniert offenbar
Dontimes
.ru: Die neuen Fahrscheine des kommunalen Unternehmens ziert ein Bild des Straßenbahnwagens Ja – Donjèzkij‹ (Ich bin ein Donezker).
Die nächste Serie wird einem Thema zum Jahreswechsel gewidmet sein. Das abgebildete Billet wird ab dem 6. Oktober verkauft und wurde in einer Menge von einer Million Stück gedruckt.

Donnerstag:

Beginn einer freundlichen Übernahme?
D
an-news.info: Der Transnationale Konzern (TK) »Eisenbahnen des Donbass« wird den Güterverkehr regulieren und die Fahrpläne der Züge in der Donezker und der Lugansker Volksrepublik in einem gemeinsamen Büro erstellen. Das berichtete der Pressedienst der staatlichen »Donezker Eisenbahn« heute.
„Wir haben eine Verbindung zwischen den Staatlichen Unternehmen
»Lugansker Eisenbahn« und »Donezker Eisenbahn«, mit der ein Datenübertragungsnetz zur EDV-mäßigen Vereinigung der beiden Bahnen möglich wurde“, heißt es in der Mitteilung. Entsprechend der Anordnung des Konzers wurden die Informationen über den Zug- und Lokdienst, den Personenverkehr und den kommerziellen Dienst der »Lugansker Eisenbahn« in eine Datenbank auf Servern des Rechenzentrums der »Donezker Eisenbahn« überführt.
In beiden Unternehmen wurde eine Inventur unter den Güterwagen durchgeführt für eine gemeinsame (sicherlich digitale – Anm. d. Übers.) Kartothek durchgeführt und ein automatisiertes System der Kundenregistrierung für die Erstellung der Beförderungsdokumente ohne deren Neuausfertigung an der Grenze eingeführt.
Im Pressedienst hieß es weiter, Experten in der LVR planten die Einführung des digitalen Fahrzeuginformations- und Vormeldeverfahrens ASKW im Güterverkehr.
Man möchte die Be- und Entladevorgänge, Wagenumläufe und Fahrpläne für Güterzüge auf einer gemeinsamen Informationsbasis koordinieren bzw. erstellen.

Freitag:

90% mehr Bettwäsche
Lug-info.com: „In den ersten acht Monaten 2020 ist die Produktion bestimmter Non-Food-Warengruppen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen: Bettwäsche um 90,3% und Büromöbel um 34,0%“, heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums für ökonomische Entwicklung der LVR. Um 33,6% hat die Produktion von Plastikflaschen, -fläschchen und -flacons zugenommen, um 6,6% die von Plastiksäcken und Polyethylenverpackungen.

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