Neuigkeiten aus der Wirtschaft der Volksrepubliken des Donbass vom 22. bis 28.06.2020

Quellen: offizielle Seiten der Regierungen der Volksrepubliken, dan-news, lug-info, dnr-online.ru, mptdnr.ru, Dnrailway sowie ukrinform, ria.ru und sputnik
Ausgewählt und übersetzt durch das Kollektiv der „Alternativen Presseschau“

Montag:

Doppelt so viele Eier wie vor fünf Jahren
Dnronline.su: Staatspräsident Denis Puschilin stattete heute der »Geflügelzucht Nowoasowsk« AG einen Arbeitsbesuch ab. Wie der Korrespondent der offiziellen Website der DVR mitteilt, ist dieses Unternehmen einer der führenden Produzenten von Geflügelfleisch und Hühnereiern, das ausschließlich für den heimischen Markt produziert. „Bei uns in der Republik gibt es vier große Unternehmen, die den einheimischen Bedarf an Eiern befriedigen, aber dieses hier ist das Flaggschiff. In der Perspektive können wir sogar schon an den Export denken. In diesem Jahr hat die Regierung zum ersten Mal mit aktiver Teilnahme und Unterstützung des Präsidenten Schutzzölle auf Eier eingeführt, mit deren Hilfe die großen Preisschwankungen, auf die die Hersteller so empfindlich reagieren, vermieden werden konnten. Das zeigt heute ein bestimmtes Resultat und die Farmen beginnen damit, sich nach langer Zeit wieder mit ihrer Entwicklung zu beschäftigen“, sagte der Minister für Landwirtschaftspolitik und Ernährung der DVR, Artjom Kramarenko. Wie der Leiter der »Geflügelzucht Nowoasowsk« AG, Andrej Korjuk, erzählte, ist der Stammbetrieb im Dorf Rosa Ljuksemburg angesiedelt, ein Kombifutterwerk im Dorf Guselschtschikowo.
Das Unternehmen ist auf die Zucht spezialisiert, aber auch auf die Eier-, Hühnerfleisch- und Putenfleischproduktion. „Bis 2020 konnten wir unsere Kapazität praktisch verdoppeln. [Die genannten Zahlen von 120.000 bzw. 240.000 beziehen sich auf Eier (Website des Unternehmens), und nicht auf Hennen wie bei dnronline!] Das Putenfleisch ist unser neuer Produktionszweig, den wir mit Erfolg weiterentwickeln. Bei den jetzigen guten Absatzbedingungen für unsere Produktion tun sich Möglichkeiten zur Erweiterung der Kapazitäten auf“, kommentierte er. Der Direktor der Geflügelfarm dankte Denis Puschilin für den saisonalen Schutzzoll, der es dem Unternehmen in der Praxis ermöglichte, die Grundlagen für seine weitere Entwicklung zu schaffen.

Dienstag:

Elektroanlagen von der Krim
Dnrailway.ru: Auf der Strecke Uglegorsk – Gorlowka der DShD wurde eine neue Gleichstromschaltanlage (‚Energieversorgung elektrischer Bahnen‘, VEB Verlag Technik Berlin 1975) für die Oberleitung 3,3 kV aus dem Simferópolskij Elèktrotechnítscheskij Sawòd (Werk)‹ GmbH in Betrieb genommen. Sie steht auf der Fläche ihrer während der Kampfhandlungen 2014 beschädigten Vorgängerin und wurde mit Mitteln aus dem Programm zur Verteilung externer Investitionen zu Wiederaufbau und Modernisierung der Infrastruktur 2020 – 2024 finanziert. Mit ihrer Inbetriebnahme steigt die Durchlassfähigkeit der Strecke und der Wirkungsgrad der Fahrstromversorgung.

Mit solchen Anlagen können Teilstücke der Oberleitung zur Verringerung von Verlusten im Regelbetrieb zusammengeschaltet, aber auch einzelne Abschnitte im Störungsfall ohne Abschaltung der Hauptspeiseleitung ausgeschaltet werden. Die Arbeiten wurden von verschiedenen Dienststellen ohne Beteiligung von Fremdfirmen ausgeführt.

Donnerstag:

Nahversorger in frontnahen Siedlungen
Dnronline.su: Heute besuchte eine Kommission des Ministeriums für Industrie und Handel der DVR eine Reihe von Objekten des Einzelhandels in frontnahen Siedlungen des Rayons Jasinowataja. Zweck des Unterfangens war ein Monitoring der vorhandenen Waren in den Filialen und der Stand der Versorgungssicherheit im Allgemeinen, was zu Zeiten des ‚Regimes der erhöhten Alarmbereitschaft‘ (Corona) besonders aktuell ist. „[…] Unsere Experten beobachten täglich die Warenbestände sowie den Zustrom aus Import und einheimischer Produktion“, ließ sich die Abteilungsleiterin für Handel und technische Regulierung im Ministerium, Natalja Kosina, vernehmen.
Nach den Worten von Sergej Pawlow, Leiter der örtlichen Verwaltung von Werchnjetorezk, sind trotz des häufigen Beschusses in der Siedlung fünf Lebensmittelgeschäfte geöffnet, Probleme bei der Belieferung gibt es nicht.
„Seit 2014, besonders in den aktiven Phasen der Kampfhandlungen, gibt es regelmäßig Anfragen über Mängel an Lebensmitteln und anderen besonders wichtigen Produkten. Deshalb hat sich die Regierung um die Schaffung gewisser Reserven für jede einzelne Siedlung bemüht. Und jetzt können wir trotz aller Schwierigkeiten mit gewissem Stolz sagen, dass es zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Versorgungsprobleme gibt. Weder in den Supermärkten noch in den kleinen Geschäften fehlen Lebensmittel, ‚Non-Food‘-Waren, Hygieneartikel oder Haushaltschemie“, resümierte der stellvertretende Minister für Industrie und Handel, Jan Gagin.

Freitag:

Wasserversorgung wieder mit voller Kapazität
Vsednr.ru: Die Arbeit der Infrastruktur des Kanals Sjéverskij Donjèz (Fluss, Anm. d. Übers.) – Donbasshat sich wieder stabilisiert, so kommentierte der stellvertretende Minister für Bauwesen und kommunale Wohnungswirtschaft der DVR, Wladimir Dubowka, die Situation mit der Wasserversorgung der Republik. „Gestern haben Spezialisten die Stromversorgung der Pumpstation der dritten Stufe in Ordnung gebracht. Die Station arbeitet wieder normal und der Kanal wird aufgefüllt“, sagte Dubowka. Der Vizeminister informierte weiter: „Fachleute der staatlichen »Regionalen Energieversorgungsgesellschaft« und der kommunalen ›Wodà Donbàssa‹ haben in Zusammenarbeit mit der Stadt Dokutschájewsk einen durch Unwetter beschädigten Teil des Stromleitungsnetzes repariert, mit dem auch die Pumpstation »Städtische Reservoire« versorgt wird. Die ganze Wasserversorgung funktioniert wieder normal. Nach Beschädigung zweier Wasser- und einer Stromleitung durch Beschuss durch die ukrainischen Streitkräfte im Raum Gorlowka war die Auffüllung des Kanals nicht mehr gewährleistet, was zu Versorgungsschwierigkeiten in einigen Siedlungen im noch von der Ukraine kontrollierten Teil des Donbass geführt hatte.

Sonnabend:

Interview mit dem Vorsitzenden der Gewerkschaft der Arbeiter des landwirtschaftlich-industriellen Komplexes der LVR, Denis Kandyrin
Lug-info.com:
Denis Jurjewitsch, die Gewerkschaft der Arbeiter des landwirtschaftlich-industriellen Komplexes (LIK) der LVR wurde unter nicht einfachen Bedingungen gegründet. Wie ist das gewesen?
– Die Gründungskonferenz der Gewerkschaft der Arbeiter des landwirtschaftlich-industriellen Komplexes der LVR war am 26. Februar 2015 und damit begann
eine neue Seite der Gewerkschaftsbewegung der Branche.
Unsere neueste Geschichte begann unter sehr schwierigen Bedingungen. Die Kampfhandlungen wurden fortgesetzt, die Ukraine schuf künstlich Verkehrs-, Wirtschafts-, humanitäre und Informationsblockaden, es gab weder Strom noch Wasser… Natürlich wirkte sich das alles auf die Arbeit der Unternehmen des LIK aus. Besonders betroffen war die
Lugansk-Niwa‹ AG, die Luga-Nowa‹ GmbH, das Lugansker Fleischkombinat, die Fleischkombinate von Perewalsk und Krasnodon, deren Kollektive gezwungen waren, ihre Produktionstätigkeit einzustellen. Die Arbeiter der Unternehmen und ihre Familien verloren praktisch ihre Einkommensquellen.
Außerdem waren die Maschi
nen- und Traktorenparks mit landwirtschaftlicher Technik, Gebäude und Ausrüstung der Bildungseinrichtungen der Branche betroffen: die Lugansker Nationale Landwirtschaftliche Universität, das Polytechnische College, das Technikum in Slawjanoserbsk, das Agrarcollege in Nowoswetlowka, das landwirtschaftliche College in Komissarowka.
Trotz allem blieben die Leiter und Arbeiter der Unternehmen vor Ort und reagierten operativ auf die täglich aufkommenden Probleme, die dank ihres Muts, Energie und hoher Verantwortlichkeit gelöst wurden. Unter buchstäblich extremen Bedingungen backten Arbeiter rund um die Uhr, ihr eigenes Leben riskierend, Brot und gewährleisteten die Auslieferung von Brot, Lebensmitteln, Wasser für die Einwohner der Städte, Ortschaften und abgelegenen Dörfer der Republik. Hauptaufgabe war es, die Menschen zu ernähren – und diese wurde gelöst.
Ich unterstreiche: In dieser Situation blieb kein einziges Unternehmen, keine einzige Einrichtung ohne die Aufmerksamkeit der Gewerkschaften, es wurden alle möglichen Maßnahmen ergriffen, um die Kollektive zu erhalten.
– Das heißt, es ging nicht nur um gewerkschaftliche Aktivität?
– Die Vertreter der Branchengewerkschaft taten damals alles mögliche für die Entwicklung der Wirtschaft und der Unternehmen, für eine effektive Nutzung des Landes bei der Produktion von landwirtschaftlichen Erzeugnissen, für die Verteidigung der Interessen der einheimischen Produzenten, für die Entwicklung der ländlichen Gebiete, die Gewährleistung des sozialen Schutz der Arbeiter, für die Erhöhung ihres Beschäftigungsgrads.
Die Gewerkschaft unterstützt aktiv die Kollektive der Lebensmittelunternehmen auch in Fragen der Ausweitung von Absatzmärkten, der Versorgung mit Rohstoffen. Insbesondere haben wir mehrfach Eingaben an das Ministerium für ökonomis
che Entwicklung der LVR, das Ministerium für Industrie und Handel der LVR gerichtet, was ein Impuls für die Annahme einer Reihe von Gesetzten wurde, darunter »Über vom Kunden gelieferten Rohstoff« und »Über vereinfachte Zollabgaben«.
Außerdem leisteten Vertreter der Branchengewerkschaft gemeinsam mit Mitarbeitern des Landwirtschaftsministeriums der LVR eine systematische Arbeit beim Wiederaufbau der Branche und bei ihrer Entwicklung. 2015 fanden wöchentlich dienstags auf Basis der Gewerkschaftsföderation der LVR gemeinsame Besprechungen zu Fragen der Entwicklung des landwirtschaftlichen Komplexes der Republik statt, darunter der Kauf von Dünger, die Organisation der örtlichen Produktion und die Reparatur von landwirtschaftlicher Technik, die Lieferung von Ersatzteilen, die Entwicklung der Viehzucht und die Impfung des Viehs. Und diese Arbeit hat natürlich Ergebnisse erbracht.
Hat die Branche in diesen nicht einfachen Jahren Unterstützung von Seiten der Russischen Föderation erfahren?
– Ständig. Zum Beispiel wurden dank der Hilfe über das Zivilschutzministerium der Russischen Föderation in der Rostower Oblast alle notwendigen vorbeugenden Maßnahmen zur Verhinderung möglicher Ausbrüche von Epidemien und Verbreitung von Erregern von Infektionskrankheiten des Viehs unternommen mit einer anschließenden staatlichen Veterinärkontrolle an der Grenze der Republik.
Außerdem wurden mit Unterstützung der RF Mähdrescher vom Typ
Wektor-410und andere Landwirtschaftstechnik in die Republik geliefert.
Ist es gelungen die Zusammenarbeit mit russischen Branchengewerkschaften zu organisieren?
Ja zweifellos. Uns ist es gelungen, eine Zusammenarbeit mit Branchengewerkschaften der Oblaste Moskau, Woronesh, Rostow, Belgorod, Kursk, Wolgograd, Lipezk, Orlow, Brjansk, Jaroslawl, Iwanowo, der Republik Krim, der Republik Abchasien, der Donezker Volksrepublik zu organisieren. Es wurde eine ganze Reihe von Verträgen zur Zusammenarbeit geschlossen.
Es gab nicht wenige Treffen mit russischen Kollegen zu Fragen der Arbeit der Veterinärdienste, des Bildungssystems und anderen Arbeitsgebieten. Bei solchen Gesprächen fanden wir immer Berührungspunkte und mögliche Gebiete für die Zusammenarbeit. Für eine der wichtigsten Vereinbarungen halte ich die Organisation von Erholung und Urlaub der Mitglieder unserer Gewerkschaft.
In der ganzen Zeit waren wir auf Einladung unserer Kollegen häufig auf verschiedenen wichtigen Veranstaltungen in der RF. Ein Beispiel: im April 2017 besuchten Vertreter der Republik eine Reihe von Unternehmen eines zusammenhängenden landwirtschaftlichen Produktionskreislaufs in der Oblast Moskau – in Krasnogorsk, in den Bezirken Dmitrowskij und Ramenskoje. Die Landwirte tauschen Erfahrungen beim Gemüseanbau im Freiland und in Gewächshäusern aus, beim der Entwicklung der Viehzucht und deren Umstellung auf neue Produktionsstandards. Außerdem gelang es, eine Vereinbarung über die Erhöhung der Qualifikation von Spezialisten der LVR im Bereich der Zucht in dem Unternehmen
Moskowskojeabzuschließen.
Es gab eine Mengen nützlicher Treffen. So kann die Hilfe der russischen Kollegen ohne Übertreibung unschätzbar genannt werden.
Eine der Hauptaufgaben jeder Gewerkschaft ist ja der Schutz der Rechte und Garantien der Arbeiter in der Branche. Was konnte in diesem Gebiet erreicht werden?
Im September 2017 hat unsere Gewerkschaft die Erarbeitung des Branchentarifvertrags zwischen dem Landwirtschaftsministerium, der republikweiten Gewerkschaft der Arbeiter des LIK und dem Arbeitgeber- und Unternehmerverband der LVR initiiert. Am 19. Dezember desselben Jahres wurde der Tarifvertrag unterzeichnet. Dies ermöglichte den Abschluss von Tarifverträgen in Unternehmen und Bildungseinrichtungen, wo gewerkschaftliche Grundorganisationen aktiv sind.
Auf Grundlage dieser Dokumenten werden in der Branche die sozialen Garantien für die Arbeiter geregelt. Der republikanische Komitee der Gewerkschaft kontrolliert die rechtzeitigen Lohnzahlungen und die Einhaltung der Arbeitsgesetzgebung in Bezug auf die Lohnzahlungen. In dieser Zeit gelang es Tarifhöhen, Zusatzzahlungen und Zuschläge zu tariflichen Zahlungen und Löhnen für die Arbeiter der Unternehmen des LIK festzulegen.
Heute bestehen praktisch in allen Unternehmen der Lebensmittel- und weiterverarbeitenden Industrie zuverlässige Bedingungen und eine hohe Organisation der Arbeit.
Wie stellt sich heute die republikweite Gewerkschaft der Arbeiter des landwirtschaftlich-industriellen Komplexes dar?
Heute vereinigt sie fast 7600 Mitglieder. Dazu gehören etwa 3000 Studenten, in der Gewerkschaft sind 447 Veteranen der Branche.
Unsere Gewerkschaft umfasst 19 Grundorganisationen in Unternehmen des Agrarsektors, fünf Grundorganisationen in Unternehmen der Lebensmittel- und weiterverarbeitenden Industrie, sieben in Einrichtungen der höheren und mittleren Berufsbildung zur Ausbildung von Spezialisten und Facharbeitern in der Agrarbranche der Republik. Außerdem bestehen gewerkschaftliche Grundorganisationen in dem republikanischen Labor- und Diagnostikzentrum für Veterinärmedizin, in der Station zur Bekämpfung von Viehkrankheiten in Lugansk, in der Regionalen Agrarholding, im Agrarfonds.
Die vergangenen Jahre waren sowohl für die Republik als auch für die Kollektive der Unternehmen des LIK und unsere Gewerkschaft nicht einfach. Sie haben uns sowohl schwere Prüfungen als auch nützliche Erfahrungen gebracht. Es ist uns gelungen unsere Struktur zu verteidigen und zu erhalten. Und heute entwickeln wir uns trotz allem weiter, aber es gibt nicht wenige Probleme.
An dem Festtag möchte ich allen Vertretern der gewerkschaftlichen Grundorganisationen, dem gesamten Gewerkschaftsaktiv für die ehrliche und ergebnisreiche Arbeit danken. Dank auch an die Leiter der Unternehmen, unsere Sozialpartner für die Zusammenarbeit und das Zusammenwirken.
Ich hoffe, dass unsere Gewerkschaft auch im weiteren eine Stütze und eine reale Hilfe für jeden Arbeiter der Branche sein wird. Das ist unsere Hauptaufgaben und der Zweck unserer Anstrengungen.

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