Neuigkeiten aus der Wirtschaft der Volksrepubliken des Donbass vom 15. bis 21.06.2020

Quellen: offizielle Seiten der Regierungen der Volksrepubliken, dan-news, lug-info, dnr-online.ru, mptdnr.ru, Dnrailway sowie ukrinform, ria.ru und sputnik
Ausgewählt und übersetzt durch das Kollektiv der „Alternativen Presseschau“

Nachtrag vom 13. Juni:

Schneckenbohrer
Vsednr.ru: Mit dem Laufe der Zeit wurde die Kohlegewinnung in den Bergwerken mehr und mehr automatisiert. Heute leisten Maschinen die damals schwere körperliche Arbeit, gesteuert von Computerprogrammen. Die Ingenieure des Maschinenbaus Jasinowataja gehen mit der Zeit und planen, ihre Erzeugnisse in den Schächten der Republik einzusetzen. Im Ministerium für Industrie und Handel der DVR sprach man von der Möglichkeit, auf dem Gelände eines arbeitenden Bergwerks sowohl eine unterirdische, als auch eine oberirdische Versuchsabbaustätte an der Austrittsstelle eines Flözes an die Oberfläche zu schaffen, an denen die Schneckenbohrer vom Typ AWSch-2 des Maschinenbaus Jasinowataja GmbH zu Einsatz kommen werden. Nach den Worten von Firmenchef Wladislaw Muraj ermöglicht die Einführung des Komplexes AWSch-2 eine Senkung der Selbstkosten der Kohleförderung und hilft, mit traditionellen Methoden unzugängliche Flöze auszubeuten. Das sei eine Variante der anstehenden Restrukturierung der Bergwerke. […] Der Schneckenbohrer AWSch-2 ist dafür konzipiert, ohne Anwesenheit von Menschen an der Oberfläche oder unter Tage zu arbeiten. Er bohrt dabei Streifen von bis zu 2,4 Metern Breite und bis zu 160 Metern Länge aus Flözen von 0,6 bis 1,6 Metern Mächtigkeit bei maximal 20 Grad Gefälle oder 25 Grad Anstieg. […] Zur Wartung des Aggregats sind vier, fünf Mann erforderlich.


Montag:

»Intensive Aufbereitung« (›Glubókaja Pjérerabòtka‹)
Dnronline.su: Heute fand unter Vorsitz von Staatspräsident Denis Puschilin ein Treffen zu Fragen der Modernisierung der Kohleindustrie der DVR statt. An der Veranstaltung nahmen der Minister für Kohle und Energiewirtschaft, Ruslan Dubowskij, der Minister für Bildung und Wissenschaft, Michail Kuschakow, und Leiter von höheren Berufsfachschulen der Branche teil. „Wir stehen vor der wichtigsten Aufgabe der Entwicklung der Kohlebranche, und ohne die Einführung neuer Technologien erscheint diese Idee unrealistisch. Ohne die Wissenschaft geht es nicht. Wenn wir jetzt die Kosten für die Intensive Aufbereitung analysieren, sind sie hoch. Die Kohlechemie hat eine Zukunft. Der wesentliche Faktor für uns ist Zeit. Was wir brauchen, sind Lösungen, die den Prozess beschleunigen. Ich möchte gern die Position der Spezialisten zu Fragen der Entwicklung und Perspektiven der Kohlechemie unter den hiesigen Rahmenbedingungen erfahren“, wandte sich Denis Puschilin an die Anwesenden. Der stellvertretende Minister für Bildung und Wissenschaft, Wiktor Warjuchin, meinte, die Wissenschaft der Republik beschäftige sich schon seit sechs Jahren mit dem Thema Intensive Aufbereitung. „Wir müssen diese Branche jetzt modernisieren damit sie überleben kann. Auf der Grundlage unserer Ausarbeitungen und der Analyse dessen, was in der Russischen Föderation gemacht wird, werden wir uns unsere Meinung bilden“, sagte Warjuchin. Im Laufe des Treffens wurde dem Staatsoberhaupt eine Reihe von Projekten vorgestellt. Insbesondere wurden die vibrations-pneumatische Methoden der Anreicherung (wasserlose Methode) und die weitere Intensivierung der Anreicherung feinkörniger Kohlen mit Feuchtigkeit vorgestellt. „Ich bitte Sie, zu beachten, dass die Einführung von Methoden der Intensiven Aufbereitung jetzt eine Staatsaufgabe ist; dafür müssen alle Ressourcen herangezogen und darauf angewandt werden“, unterstrich Puschilin. Der Minister für Kohle und Energiewirtschaft merkte seinerseits an, das Ziel seiner Behörde seien die Steigerung der Förderung und die Erweiterung der Absatzmärkte, und diese Ziele könnten durch eine Modernisierung der Weiterverarbeitungsprozesse erreicht werden. Die gemeinsame Arbeit mit Wissenschaftlern ist von außerordentlicher Aktualität. Spezialisten der Bergbauindustrie arbeiten zusammen mit der Wissenschaft an konkreten Aufgaben, vor denen die Kohleunternehmen stehen. Der Staatspräsident erteilte den Auftrag, die Ausarbeitung eines Programms zur Intensiven Aufbereitung von Kohle und es in kürzester Zeit fertigzustellen, da es zu einem der wichtigsten Instrumente zur Lösung der wirtschaftlichen Probleme im Staat werden könnte. Erstellen Sie unter Benutzung konkreter Daten eine Marschroute. Was die ambitiöseren Projekte angeht, so müssen diese besonders genau studiert werden. Das (alles) kann zu einem Ausweg für die Entwicklung unserer Region werden“, resümierte Denis Puschilin.


Donnerstag:

Gewerkschaft kontrolliert Lohnzahlungen
Dnronline.su: Der Gewerkschaftsbund und die Gewerkschaft der Beschäftigten in der Kohleindustrie der DVR behalten die Situation mit den Lohnzahlungen unter ständiger Kontrolle. „In der Frage über die Lohnzahlungen arbeiten wir mit dem Ministerium für Kohle und Energiewirtschaft zusammen, aber auch vor Ort führen die Funktionäre den Dialog mit den Leitern der staatlichen Unternehmen und ihren Unterabteilungen“, sagte Maksim Parschin, Vorsitzender des Gewerkschaftsbundes. Die Gewerkschaften haben mit dem Ministerium ein operatives Informationssystem über die Bereitstellung der Mittel ins Leben gerufen. Daran nehmen die Leiter der staatlichen Kohleunternehmen und die Vorsitzenden der örtlichen Gewerkschaftsorganisationen teil. „Die Situation mit den Lohnzahlungen lässt zu wünschen übrig. Das hängt mit der unzureichenden Finanzierung bedingt durch die Zahlungsrückstände der Abnehmer, der großen Stromerzeuger zusammen. Aber wie das Staatsoberhaupt der DVR, Denis Puschilin, richtig sagte, entbindet das die Leiter der Unternehmen nicht von ihrer Verantwortung. […] „Ich hoffe, dass wir durch unsere gemeinsamen Anstrengungen wieder zu einer stabilen Situation mit den Lohnzahlungen zurückfinden werden“, sagte Parschin.

Folgen der Restrukturierung in den Griff bekommen
Lug-info.com: Ein stabiles Funktionieren des im Rahmen der Reorganisation der Kohleindustrie der Lugansker Volksrepublik geschaffenen Staatlichen Unternehmens (GUP) Wostòk Úgol‹ (»Ostkohle«) erlaubt pünktliche Lohnzahlungen an die Bergleute und ein Auskommen mit Unternehmen anderer Branchen. „Auch andere Wirtschaftszweige werden sich entwickeln; ich denke dabei an das Eisenlegierungswerk in Stachanow, an das Metallurgische Kombinat Altschewsk und das Walzkombinat in Lutugino. Wir haben die Mittel, das alles wieder auf die Beine zu bringen“, erklärte Staatspräsident Leonid Pásetschnik heute auf einer Konferenz für Industrie und Wirtschaft im Säulensaal der Stadt Lugansk. „Von ›Wostòk Úgol‹ sind auch die Bahnfrachten, die Leistungen des Maschinenbaus Swerdlowsk sowie kommunale Dienstleistungen bezahlt“, sagte Pasetschnik. Die Regierung tue ihr möglichstes, dieses stabile Funktionieren zu ermöglichen. […] Für ein Regierungsprogramm ‚Arbeitsbeschaffung für Mitarbeiter stillgelegter Kohleunternehmen‘ sind über 121 Mio. Rubel zur Schaffung neuer Arbeitsplätze vorgesehen. […] Außerdem gibt es zwei Regierungserlasse: einen »Über den Versicherungsstand bestimmter Bürger« und einen »Über Besonderheiten des Vorruhestands für bestimmte Bürger«, die Fragen der Unterstützung entlassener Bergleute und deren Sozialversicherung regulieren.

Wie werden die Kohleaufbereitungsunternehmen modernisiert
Vsednr.ru: Zu einem der Schlüsselthemen beim Direkten Draht zum Staatsoberhaupt (der DVR, Denis Puschilin) wurde die Modernisierung der Kohleaufbereitungsunternehmen. Es gibt schon eine Marschroute zur Optimierung der Branche. Wie bekannt wurde, ist eine der Technologien, die man plant einzuführen, ein Apparat, der an der Donezker Nationalen Technischen Universität entwickelt wurde. Es handelt sich um eine Maschine zur Klassifizierung des Schüttgutes. Mit ihrer Hilfe wird nicht der ganze Abraum zu Tage gefördert, sondern nur die Kohle, um die es geht. Die Kohleaufbereitung rangierte beim Direkten Draht an zweiter Stelle, dicht hinter der medizinischen Versorgung. Wie die Wissenschaftler erklärten, reichen die Kohlevorräte der DVR noch für 200 Jahre, und das sogar ohne Berücksichtigung der noch von der Ukraine kontrollierten Gebiete des Donbass. Die richtige Aufbereitung kann dabei zu einer gewichtigen finanziellen Unterstützung bei der Entwicklung des Staates werden. Wissenschaftler und Ingenieure der Universität haben zusammen mit Beamten aus dem Ministerium für Kohle und Energiewirtschaft die Marschroute zur Modernisierung der Aufbereitungsunternehmen erstellt. Das geschah unter Berücksichtigung von Empfehlungen von Spezialisten der Bergbauuniversität St. Petersburg. Absolventen gerade dieser Hochschule waren es, die die ersten Bergwerke im Donbass gebaut haben. Einfach gesagt bedeutet die Aufbereitung der Kohle ihre Reinigung. Die Maschinen in den Schächten erarbeiten nicht nur Kohle, sondern Material aus dem ganzen Flöz. Dabei kommen auch unbrauchbare Stoffe an die Oberfläche. Es gibt eine Vielzahl von Methoden der Aufbereitung, aber bei den meisten von ihnen muss das abgebaute Material in eine spezielle Fabrik transportiert werden. Im Bergwerk selbst ging das bisher nicht. Es gibt aber auch Methoden der trockenen Anreicherung, bei denen das sehr wohl möglich ist. An der DonNTU (der Universität) wurde ein Apparat entwickelt, der die erste Reinigung schon unter Tage vornimmt. Derartige Maschinen erleichtern den Prozess wesentlich, und das ist eine der untersuchten Varianten zur Modernisierung der Branche in der DVR.

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