Neuigkeiten aus der Wirtschaft der Volksrepubliken des Donbass vom 24.02. bis 01.03.2020

Quellen: offizielle Seiten der Regierungen der Volksrepubliken, dan-news, lug-info, dnr-online.ru, mptdnr.ru, Dnrailway sowie ukrinform, ria.ru und sputnik
Ausgewählt und übersetzt durch das Kollektiv der „Alternativen Presseschau“


Dienstag:

Schuluniform Bestandteil der Kultur
mpt-dnr.ru: Spezialisten der Abteilung für Leicht- und weiterverarbeitende Industrie des Ministeriums für Industrie und Handel der DVR besuchten auf die Herstellung von Schuluniformen spezialisierte Unternehmen. Firmen wie die «Spjèzodjèshda (Spezialkleidung und) i Unifòrma» GmbH, die «Skiftex» GmbH, die «Snjeshínka» AG in Snjeshnjansk und andere haben im Februar die Produktion von Schuluniformen für das neue Schuljahr 2020-2021 aufgenommen. „Nach Artikel 25 des Gesetzes ‚Über die Bildung‘ der DVR fällt die Festlegung einer Schuluniform in die Kompetenz der Bildungseinrichtung; deshalb suchen die Unternehmen den direkten Kontakt zu Elternbeiräten und Schulleitungen. Man einigt sich auf ein Sortiment, die Farben der Stoffe und die Abzeichen“, sagte die Abteilungsleiterin für Leicht- und weiterverarbeitende Industrie, Jelena Woronina. „Die Herstellung von Schuluniformen erreicht ein neues Stadium der Entwicklung, die Zahl der Schulen, die sich mit der Auswahl der Kleidung für ihre Schüler beschäftigen, steigt. Und die einheimischen Hersteller erweitern das Sortiment und bieten bequeme Kombinationen für die Schüler an, sowohl für den Alltag als auch für feierliche Ereignisse“, sagte Woronina. Nach den Worten von Larisa Iwanowa, Sekretärin des Koordinationsrates der Leichtindustrie im Ministerium, ist die Schuluniform ein wichtiges Element im Leben eines jeden Kindes. Eben weil die Schüler täglich sechs bis acht Stunden in der Schule sind, werden an die Kleidung hohe Ansprüche gestellt, was die Sicherheit betrifft. Deshalb verhalten sich die Unternehmen auch verantwortungsvoll bei Komfort und Qualität. „Wir verwenden bei unserer Arbeit ausschließlich hochwertige Materialien und nutzen moderne Technologien. Die Erfahrung und hohe Qualifikation unserer Mitarbeiter erlauben es uns, einen gleichbleibend hohen Qualitätsstandard zu halten. Schon über mehrere Jahre beweisen wir mit unseren Erzeugnissen, dass eine Schuluniform modisch, stylisch, bequem, sicher und schön sein kann. Das Sortiment wird laufend überarbeitet; Eltern und Kinder können gemeinsam aussuchen und zusammenstellen, was am besten zur Schule des Kindes passt“, sagte die kommerzielle Direktorin der «Skiftex» GmbH, Jelena Sawadskaja. „Eltern können schon jetzt direkt bei den Herstellern bestellen und damit die Preiserhöhungen durch Zwischenhändler vermeiden“, sagte Larisa Iwanowa.


Mittwoch:

Metallurgische Produktion und Metallfertigprodukte mit größtem Anteil
dnronline.su: Wie der Pressedienst des Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung der DVR berichtet, hat die Behörde nach Städten und Rayons der Republik differenzierte Berechnungen zum Umsatz der Industrieproduktion im Januar 2020 durchgeführt. Der Veröffentlichung zufolge sieht die Verteilung wie folgt aus: Donezk 33,9%, Makejewka 23,3%, Jenakijewo 18,5%, Starobjeschewskij Rayon 6,7%, Gorlowka 3,9%, Charzysk 3,2%, Schachtjorsk 2,5% und Tores 1,6%, andere 6,4%. Den größten Anteil am Umsatz hat die metallurgische Produktion und die Herstellung von Metallfertigprodukten mit 32,7%. Es folgen Produktion, Übertragung und Verteilung von Elektroenergie mit 27,3%, Lebensmittel, Getränke und Tabakwaren mit 11,5%, die Steinkohlegewinnung mit 8,1% sowie die Produktion von Koks und Erdölderivaten mit 5,8%.


Freitag:

Zahlungsverkehr nach Privatisierung wieder in staatlicher Hand
dan-news.info: Die Zentralbank der DVR (ZRB) plant die Inbetriebnahme eines staatlichen Zahlungssystems in allernächster Zukunft. Wie der Präsident der Staatsbank, Andrej Petrenko, bei einem Briefing in der Agentur berichtete, werden dazu internationale Firmen herangezogen. Tags zuvor wurde berichtet, dass über 340 Selbstbedienungsterminals in der Republik nach einer Abschaltung der Software-Komplexe, die das Zahlungssystem «Sprut» («Krake») bedienen, durch die Firma «Rost» («Wachstum») blockiert waren. Im Zusammenhang damit waren seit dem 18. Februar auch Online-Dienste mit Bankkarten sowie der Zahlungseingang bei Bank- und Postfilialen unterbrochen. Besonders die Bezahlung von Diensten der Mobilfunkfirma «Feniks», von Internet-Providern, das Online-Banking und das Auffüllen von Geldkarten bereiteten Probleme. […] Petrenko erinnerte daran, dass zur Zeit etwa 70% der Funktionen des Systems «Sprut» an Bankschaltern in Anspruch genommen werden können. Auch wird ab dem 1. März eine Reihe von Bankdiensten bei der staatlichen «Pòtschta Donbàssa» getestet. Nach der vollständigen Inbetriebnahme des staatlichen Systems werden alle Dienste, die vorher die Firma «Rost» angeboten hatte, wieder zur Verfügung stehen. „«Sprut» wird nur noch Überweisungen von Karte auf Karte sowie die Bezahlung von Mobilfunk und Internet durchführen, sonst nichts“, bemerkte Petrenko. „Parallel dazu werden ein einheitliches staatliches Zahlungssystem und Dienstleistungen eingerichtet, die jedem Bürger, insbesondere Unternehmern, den bargeldlosen Zahlungsverkehr ermöglichen.“ Die genannten Arbeiten haben 2019 begonnen, weil das System «Sprut» einen Teil der vorgesehenen Funktionen zu erfüllen nicht in der Lage war. Den Plänen zufolge soll das neue System zum Sommer diesen Jahres in Betrieb gehen, aber wegen der komplizierter werdenden Situation wollte der Staatsbankpräsident keine Prognose zur Vollendung der genannten Projekte wagen.
Die Zentralbank der DVR wurde 2014 gegründet. Ihre Funktionen umfassen insbesondere die Registratur und Lizensierung von Geldinstituten sowie die Festlegung von Wechselkursen. Sie zahlt auch Leistungen aus der Sozialversicherung aus, überwacht die gesamtstaatlichen und örtlichen Haushalte und führt einige Valutaoperationen aus, die nichts mit dem Handel zu tun haben. Das Zahlungssystem «Sprut» wurde im Januar 2018 in Betrieb genommen, sein Betreiber war die Firma «Rost». Sie war seinerzeit der erste Anbieter von Online-Banking im Lande.


Versuch, dem Problem ‚Plastikmüll‘ zu begegnen

lug-info.com: Experten der «Ekowtor» GmbH haben auf einer Verarbeitungsstraße für Plastikflaschen 20 Tonnen des Sekundärrohstoffs PET-Flex (kleine Plastikteilchen aus Polyethylenterephthalat, Anm. d. Übers.) erzeugt. Das berichtete die Stadtverwaltung Lugansk unter Berufung auf das Unternehmen. Jetzt würde nach Möglichkeiten zum Absatz gesucht, heißt es in der Mitteilung. Bei «Ekowtor» erklärte man, bei der Verarbeitung durchliefen die Plastikflaschen mehrere Etappen: Sortierung nach Farbe, Verladung auf Förderbänder, Entfernung von Etiketten, heißes und kaltes Auswaschen, Auspressen und Trocknung. Der so erhaltene Rohstoff wird eingebunkert. „PET-Flex kann bei der Herstellung von hochwertigem Verpackungsband, Granulat, Fasern, Verbundstoffen, Geotextilien, neuen Plastikverpackungen, Polyesterfasern oder Schaumgummi eingesetzt werde“, hieß es bei «Ekowtor». In Lugansk wurden 2019 in Zusammenarbeit mit dem kommunalen Unternehmen «Zentroshilkom» 196 von «Ekowtor» hergestellte Container zur Sammlung von PET-Flaschen aufgestellt. Sie werden drei- bis viermal pro Woche geleert; dabei kommen pro Tag etwa 300 kg zusammen. Die Verarbeitungsstraße für Plastikflaschen wurde im September 2019 in Betrieb genommen. Wie der Abteilungsleiter im Umweltministerium der LVR, Jewgenij Serdjuk berichtet, plant die «Ekowtor» GmbH die Aufstellung weiterer etwa 200 Plastikflaschencontainer in Lugansk.

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Quelle: https://astravolga.ru)


Weiterverarbeitung von Steinkohlepech

mpt-dnr.ru: Im Hinblick darauf, das Unternehmen zur vollen Kapazität hochzufahren, machten der stellvertretende Minister für Industrie und Handel, Sergej Ilin, und die Leiterin des Sektors für chemische und pharmazeutische Industrie, Wiktorija Shelobjenko, heute einen Arbeitsbesuch in der Filiale 1 der «Chim Stil Invèst» GmbH. Dieses Werk mit circa 200 Mitarbeitern arbeitet zur Zeit im Testbetrieb. Es ist das einzige in der Donezker Volksrepublik zur Verarbeitung von Steinkohlepech. Das Unternehmen ist auf die Herstellung von Steinkohle-Bitumen verschiedener Marken, sowohl flüssiger als auch fester Art, und Steinkohleöl spezialisiert. Die Wiedereröffnung dieses Unternehmens schafft nicht nur neue Arbeitsplätze in der Republik , sondern eröffnet auch Möglichkeiten zur Gewinnung hochwertiger Produkte durch Fraktionierung des Kohlepechs und weitergehende Verarbeitung. Diese Produkte finden in vielen Bereichen der Industrie Verwendung, darunter als Klebemittel bei der Produktion von Elektrokohleteilen, bei kohlehaltigen Baustoffen und ähnlichem.


Auf den Spuren der Geschichte: Das Donezker Baumwollkombinat

vsednr.ru: Der Stadtteil «Textílschtschik» im Kirow-Distrikt Donezks ist schon dank seinem Namen eng mit dem Baumwollkombinat verbunden. Das Kombinat (ChBK), ein Unternehmen der Leichtindustrie, war seinerzeit die Keimzelle des Stadtteils. Im schnell wachsenden Zentrum des Donbass, in den Unternehmen der Schwerindustrie, arbeitete – zumindest mehrheitlich – der männliche Teil der Bevölkerung. Um auch Arbeitsplätze für Frauen in der Stadt zu schaffen, wurde der Beschluss gefasst, ein Großunternehmen der Leichtindustrie aufzubauen. Der Bau des Kombinats begann am 29. August 1969, am Vorabend des 100jährigen Bestehens der Stadt Donezk. Die verschiedenen Bereiche wurden nach und nach in Betrieb genommen: Im Dezember 1972 begann der Bau der ersten Spinnerei, und schon im Mai fand die Eröffnung statt. Im August 1973 produzierten die Weberinnen die ersten Meter Stoff. Den Plan für das Jahr 1974 hat das Kombinat vorzeitig erfüllt, und zum Jahresende wurde es zum effizientesten Unternehmen der Leichtindustrie der ganzen Sowjetunion gekürt. Im Dezember 1976 wurde der Bau der Färberei vollendet, und rund um das Kombinat entstand der Stadtteil «Textílschtschik». Der Hauptproduktionskomplex des ChBK nahm eine Fläche von 24 Hektar ein; zum Kombinat gehörten zwei Spinnereien, zwei Webereien und eine Färberei. Weil es zu den größten Unternehmen der Leichtindustrie der UdSSR gehörte, wurden dort auch die höchsten Löhne gezahlt. Zu Beginn der 90er Jahre gab es einen starken Einbruch in der Produktion wegen Mangels an Rohstoffen. Man bekam dieses Problem nicht in den Griff, was am Ende zur Schließung des ganzen riesigen Kombinates führte.

 

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