Neuigkeiten aus der Wirtschaft der Volksrepubliken des Donbass vom 25. bis 30. November 2019

Quellen: offizielle Seiten der Regierungen der Volksrepubliken, dan-news, lug-info, dnr-online.ru, mptdnr.ru, Dnrailway sowie ukrinform, ria.ru und sputnik
Ausgewählt und übersetzt durch das Kollektiv der „Alternativen Presseschau“

Montag:

In der LVR reguliert der Staat den Futtermittelmarkt
Lug-info.com – Das in der Struktur des staatlichen Unternehmens der LVR Agrárnyj Fond geschaffene Mini-Mischfutterwerk hat die Produktion aufgenommen; das Produkt ist preiswerter und qualitativ hochwertiger als bisher auf dem Markt der Republik vertretene. Dies sagte der Minister für Landwirtschaft und Ernährung, Jurij Pronko, heute bei einem Treffen mit Regierungschef Sergej Koslow. Er erklärte, der Staat übernehme wegen der bislang zu beobachtenden Preisschwankungen auf dem Futtermittelmarkt die Rolle eines Regulators. „Wir haben das Werk in Betrieb genommen und schon zu diesem Wochenende 14 verschiedene Erzeugnisse auf dem Markt in Lugansk vorgestellt. Was Nährwert und Zusammensetzung betrifft, ist das Mischfutter hochwertig“, sagte der Minister. Während der ersten Etappe ist das in Lutugino gelegene Werk noch ausschließlich auf den Lugansker Markt ausgerichtet. Allerdings soll die Produktion schon in nächster Zukunft auch in anderen Regionen der Republik angeboten werden. Pronko sagte: „Die erste Partie (des Futters) haben wir noch in Form von losem Streugut hergestellt, aber – wenn alles gut geht – werden wir schon in dieser Woche auf Granulat mit einer Körnung von 3-6 mm umstellen. Unser Futter ist preislich sehr konkurrenzfähig; der Preis liegt unter dem durchschnittlichen in der Republik.“ An anderer Stelle sei vermerkt, dass die Republik in diesem Jahr staatliche Vorausaufkäufe für die künftige Ernte abgeschlossen hat. Agrárnyj Fond hat 14 Verträge über 7700 Tonnen Winterweizen der Klasse 3 abgeschlossen und Vorauszahlungen in Höhe von 50% geleistet. […]

Notstromversorgung des zweitgrößten Kraftwerks modernisiert
Dan-news.info – Wie der Pressedienst des Ministeriums für Kohle und Energiewirtschaft der DVR berichtet, wurde in der Sújewska TES (Wärmekraftwerk), Teil des Staatlichen Unternehmens Enèrgija Donbàssa, eine Etappe der Modernisierung abgeschlossen. Es wurde eine wartungsfreie Akkumulatorgruppe mit neuen Ladeeinrichtungen zum Ersatz technisch veralteter installiert, heißt es in der Mitteilung. Die neue Ausrüstung ist Bestandteil einer Notstromversorgung wichtiger Teile des Kraftwerks. „Sie hat eine größere Kapazität und erhöht die Zuverlässigkeit des Gleichstromteils zum Werk gehörender Verbraucher“, wurde der leitende Ingenieur Wladislaw Popow zitiert. Die geschlossene Bauweise verringert den Verbrauch an Betriebsstoffen und den Ausstoß von Schwefelsäure und Wasserstoff in die Atmosphäre. Die Sújewska TES ist 40 km östlich von Donezk gelegen. Der erste Block wurde 1982 in Betrieb genommen, der vierte und letzte 1988. […] In Verbindung mit der Blockade des Donbass durch die Regierung in Kiew wurde sie am 1. März unter Äußere (staatliche) Verwaltung gestellt.
Halt – Spannung (Bild aus vsednr.ru zum selben Thema)

Dienstag:

Lebensmittelmärkte in der DVR offenbar beliebt
Dan-news.info – Der Pressedienst des Ministeriums für Landwirtschaft und Ernährung der DVR berichtet der Agentur heute, die Einwohner der Republik hätten seit Anfang diesen Jahres Lebensmittel einheimischer Hersteller für über 16 Millionen Rubel
(ca. 227.000 Euro) eingekauft. „Seit Jahresbeginn wurden in der Donezker Volksrepublik 28 spezielle Lebensmittelmärkte mit durchschnittlich 35 Händlern abgehalten. Auf diesen Märkten wurden über 205 Tonnen Lebensmittel verkauft“, sagte die Korrespondentin. Auf dem bisher letzten großen Markt im Zentrum Donezks wurden 14 Tonnen für ungefähr 1,2 Millionen Rubel (ca. 17.000 Euro) abgesetzt, der nächste findet am 21. Dezember beim Stadion Olimpíjskij (das Olympische) statt.

Mittwoch:

‚Der direkte Draht‘ zu Staatspräsident Leonid Pasetschnik
Lug-info.com – Das Staatsoberhaupt der Lugansker Volksrebublik, Leonid Pasetschnik, äußerte heute im Verlauf einer Telefonveranstaltung ‚Der direkte Draht‘ im Haus der Regierung, dass die Staatsführung dem Walzkombinat Lutugino helfen wird. Der Veteran der Arbeit Jurij Bazmanow konstatierte in seinem Gespräch, das Kombinat in Lutugino hätte gegenwärtig ernstzunehmende Schwierigkeiten beim Absatz seiner Produktion und könne in naher Zukunft ganz einfach geschlossen werden müssen. Pasetschnik merkte an, dass die Führung sich Gedanken um jedes auf dem Territorium unserer Republik gelegene Werk mache. „Wir werden ohne Wenn-und-Aber alle Industrieunternehmen rekonstruieren und in Gang bringen, die bis zum Beginn des Krieges hier gearbeitet haben“, sagte er, „das betrifft auch die Walzwerke. Natürlich werden wir das Werk nicht der Zerstückelung oder dem Untergang preisgeben; wir werden es anblasen, rekonstruieren und es wird arbeiten. Ich denke, die Perspektiven dazu hat es“, erklärte Pasetschnik. Die Führung weiß um die Probleme des Walzkombinats Lutugino und sucht nach Wegen zu ihrer Lösung. „Wir sind zur Zeit aktiv auf der Suche nach Absatzmärkten; das Problem jedoch besteht darin, dass das Werk seinerzeit eng mit heute in den vorübergehend von Kiew kontrollierten Gebieten gelegenen Unternehmen zusammengearbeitet hat“, sagte das Staatsoberhaupt. Pasetschnik sagte auch, er werde das Walzkombinat in nächster Zeit persönlich besuchen und mit den Arbeitern sprechen. Das Unternehmen sei prägend für die Republik und spiele eine wichtige Rolle in der Ökonomie. „Das Werk ist einzigartig. Von solchen gab es in der ehemaligen Sowjetunion nur wenige. […] Das staatliche Unternehmen der LVR ist eins der führenden im postsowjetischen Raum. Die Walzprodukte der Marke LNPWK gelangen in viele metallverarbeitende Unternehmen auf direktem Weg, was deren materielle und Energiekosten senkt. Die Erzeugnisse sind in jeder Hinsicht konkurrenzfähig und werden in alle Länder der ehemaligen Sowjetunion und darüber hinaus exportiert. Im Sommer 2014 wurde das Werk durch die Besetzung der Kiewer Streitkräfte handlungsunfähig; 70% des Drehereiwerkes wurden durch Beschuss zerstört. Die Gießerei und die Dreherei sind wieder aufgebaut; die Löhne der zur Zeit fast 1200 Mitarbeiter werden wieder gezahlt.
Der türkische Journalist Okay Deprem interessierte sich für die Reaktivierungspläne von wegen der Kampfhandlungen 2014 – 2015 geschlossenen Unternehmen. […] Pasetschnik sagte: „Unsere Pläne sind recht ambitiös. […] Wenn es die Möglichkeit gibt und die Türkei dazu bereit ist, Waren aus unserem Land zu kaufen, zum Beispiel Kohle oder Metallprodukte aus dem Metallurgischen Kombinat Altschewsk, würden wir uns über diese Hilfe sehr freuen und uns sehr schnell an den Verhandlungstisch begeben.“

Neuer Stall in staatlichem Rinderzuchtbetrieb
Dnronline.su – In der Siedlung Jasnoje wurde in der Abteilung Tajròwskoje des Staatlichen Unternehmens Ágro-Donbàss ein neuer Rinderhaltungskomplex in Betrieb genommen. Wie der Korrespondent der offiziellen Website der DVR berichtet, betreibt das landwirtschaftliche Unternehmen eine aktive Entwicklung der Vieh-, Geflügelhaltung und des Gemüseanbaus in Gewächshäusern zur Versorgung der Bürger der Republik. Nach den Worten des Abteilungsleiters Anatolij Kolomojez wurde der Betrieb im Jahre 2015 eröffnet und steigert seine Produktion bis heute, obwohl er sich im Bereich befindet, der immer noch von der Ukraine beschossen wird. Im Zusammenhang mit der Zunahme des Rinderbestands und der Milchkühe entstand der Bedarf an zusätzlichem Unterbringungsraum. Deshalb wurde ein Gebäude des Unternehmens, das seit ungefähr 10 Jahren außer Betrieb war und von den ukrainischen Streitkräften beschädigt wurde, generalrepariert. Der neue, für 100 Tiere ausgelegte Stall erleichtert auch die Arbeitsorganisation und die technologischen Prozesse, sagte der Chef des Staatlichen Unternehmens, Eduard Jerschow. Die positive Entwicklung bei Agrárnyj-Donbàss sorge auch für neue Arbeitsplätze und freie Stellen für junge Spezialisten und erfahrene Menschen aus der Branche.

Regierung bürgt für Investitionssicherheit
Lug-info.com – Die Regierung garantiert Investoren die Sicherheit ihrer Geschäfte auf dem Territorium der Lugansker Volksrepublik, sagte Staatspräsident Leonid Pasetschnik heute in einem Gespräch im Rahmen des ‚Direkten Drahtes‘. Der britische Journalist Graham Phillips interessierte sich in einem Bildtelefonat dafür, was die Regierung unternehme, um Investitionen in der LVR anzulocken. „Wir wissen um all die Risiken für Geschäfte, für Investoren in unserem Land. Diese sind gewiss nicht gering, aber die Regierung leistet Garantien für Sicherheit und Zuverlässigkeit der Geschäfte in großer Höhe“, sagte Pasetschnik. Hinzu käme eine unternehmerfreundliche Steuerpolitik. „Es wird an Steuererleichterungen gearbeitet und in der Wirtschaft der Republik öffnet sich ein weites Feld“, sagte Pasetschnik an alle gerichtet, die ihren Beitrag zur Entwicklung des Landes leisten möchten. […]
Der ‚Direkte Draht‘ ist für alle Menschen offen, unabhängig von Geographie, politischen Ansichten oder Sympathien. An diesem beteiligten sich bis jetzt Menschen aus 19 Ländern mit über 3700 Fragen, berichteten die Organisatoren.

Freitag:

Herstellung gefährlicher Chemikalien wird lizensiert
Dan-news.info – Spezialisten des staatlichen Komitees für Umweltpolitik beim Staatsoberhaupt der DVR haben dem Werk Makéjewkoks (Filiale № 7 der geschlossenen Wnjèschtorgsèrwis AG) die Lizenz zur Herstellung von von der Regierung festgelegten besonders gefährlichen chemischen Stoffe ausgestellt. Es ist dies die erste solche Lizenz dieser Art in der Geschichte der DVR. […] Das Kokschemiewerk in Makejewka hat zu sowjetischen Zeiten den Bedarf des benachbarten metallurgischen Kombinats S. M. Kírow gedeckt. Heute konzentriert es sich auf die Produktion von Koks, Koksprodukten, Kunstdünger und Stickstoffverbindungen. Die Kapazitätsgrenze der Produktion liegt bei 100.000 Bruttotonnen Koks monatlich.

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