Fünf Jahre LVR – Über die Bedeutung des Kosakentums in der Lugansker Volksrepublik

Lug-info.com, 26. Juli: Über die Kosakenbewegung vor Beginn des bewaffneten Konflikts im Donbass, während der Kampfhandlungen und in den fünf friedlichen Jahren im Rahmen des Projekts ‚Fünf Jahre LVR mit der Republik im Herzen‘ erzählt der Vorsitzende des Atamanensowjets und Berater des Staatsoberhauptes in Fragen der Kosakenschaft, der Offiziersausbildung und der militärisch-patriotischen Erziehung der Jugend, Sergej Jurtschenko, dem Informationszentrum.
Die Länder des großartigen Kosakenheeres
Die Lugansker Erde – das sind von alther die Länd
er des großartigen Kosakenheeres. Hier lebten und leben natürlich verschiedene Kosaken: Saporoshjer und die aus der Gegend um Charkow, aber die große Masse stellen die Donkosaken. Wir haben uns das nicht ausgedacht: Hier war irgendwann einmal herrenloses Land, dann wurden kleine Kosakenstädte gegründet, sozusagen als Vorposten für die Eroberung, den Schutz der Karawanen und so weiter. Und überall entstanden Dörfer und Siedlungen der Donkosaken. Deshalb ist das hier Kosakenland, das Kosakentum gab es hier schon immer und es hat sich entwickelt.
Während der ukrainischen Herrschaft waren die Aufgaben und Ziele natürlich andere. Aber selbst in dieser Periode haben wir die beachtenswerten Festivals
Ljubo (von Herzen teuer) am Standort Lugansk durchgeführt, und über viele Jahre wurden sie von unseren Brüdern vom Don, aus dem Kuban, vom Terek (Fluss in Georgien, Anm. d. Übers.) und sogar von der Krim mit Vergnügen besucht. Ich habe auch einmal als Ataman (Hauptmann) von der Krim daran teilgenommen; ich stamme doch von dort. Wie Sie sehen, haben wir unsere Identifikation mit dem großartigen Kosakenheer sogar in der ukrainischen Zeit aufrecht erhalten. Wir haben unsere Gäste immer wie Donkosaken empfangen, und wir wurden nach Nowotscherkassk, in die Hauptstadt des Kosakentums, eingeladen.
Der Anti-Majdan
Die Sitzstreiks auf dem Majdan in Kiew hatten gerade begonnen, als die Kosaken beschlossen: Es gibt eine Sitzung d
es Heeressowjets (höchstes Organ der Selbstverwaltung), und der fasste den Beschluss zur Unterstützung des Anti-Majdans in Kiew und anderen Städten. Hier zum Beispiel haben die Lugansker Kosaken schon im Winter, als der Majdan gerade erst Zulauf bekam, eine große Demonstration durchgeführt und von der Führung der Lugansker Oblast eine Verurteilung der Orgien in Kiew gefordert und derartige Verhältnisse hier nicht zuzulassen. Sie selbst übernahmen aktiv Bewachungsfunktionen zur Verhinderung von Provokationen und Rechtsverstößen. Sie leisteten der Oblastverwaltung auch Beistand bei der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung. Die Aufgabe war ganz einfach, ein Blutvergießen zu verhindern. Kosaken haben an allen Anti-Majdan-Veranstaltungen aktiv teilgenommen, angefangen mit der Zeltstadt bis zur Besetzung des Geheimdienstgebäudes, vom Schutz des Oblast-Verwaltungsgebäudes bis zu den ersten Grenzkontrollposten und so weiter. Natürlich nicht nur Kosaken: auch die Mehrheit der mitdenkenden Menschen, die verstanden hatten, worin die Bedrohung bestand. Aber die Kosaken standen immer an vorderster Front.
Erste Beschießungen
Als die Zeltstadt beim Denkmal für Taras Schewtschenko in Lugansk zerstört wurde und die Nationalisten dort begannen, zu provozieren und zu schießen, machten die Kosaken eine Demonstration, auf der beschlossen wurde, sich an Wladimir Putin mit der Bitte um Unterstützung zu wenden, uns nicht unserem Schicksal zu überlassen – alle hatten begriffen, dass sie sonst getötet worden wären. In dieser Nacht, als beim Denkmal die erste Schießerei begann, kamen die ersten Provokateure von Seiten der ukrainischen Nationalisten und es wurde aus allen Richtungen geschossen. Die Kosaken schützten schon die Zeltstadt und genau sie verjagten die Provokateure mit ihren Waffen. Die Miliz schaute zu und gab bestenfalls gute Ratschläge.
Die Kirche von Gurij, Samon und Awiw
Als die Einwohner Lugansks das Gebäude des ehemaligen ukrainischen Geheimdienstes stürmten, wurde auch von Kosaken im Park bei der Kirche der heiligen drei Märtyrer Gurij, Samon und Awiw eine Zeltstadt errichtet. Sie nahmen nicht nur am Sturm teil, sie bewachten auch und patrouillierten. Schon als die Zelte gebaut wurden, waren die Herde angeheizt, um die Menschen zu beköstigen und zu wärmen, um Tee zu bereiten und Essen zu kochen. Denn so einen ganzen Tag hält anders niemand durch. Die ersten Küchen kamen von den Kosaken; wir benutzen sie auch heute noch auf unseren orthodoxen und Kosakenfesten.
Die ersten Kämpfe
Einen der ersten Kämpfe gab es um eine Brücke, die von den Kosaken gehalten wurde. Die ukrainischen Mordkommandos hatten mehrere Versuche unternommen, sie zu sprengen. Die Kosaken standen auf beiden Seiten – in Stschastje und Lugansk. Es war sehr beschämend, dass wir nach Unterhandlungen am Fluss unsere Stellungen verlassen mussten; wir hätten sie halten können. Die Kosaken hatten mehrere Versuche zur Sprengung der Brücke verhindert, aber dieser letzte wure ihr zum Verhängnis. Die ersten Kontrollposten, die ersten Verwundeten und die ersten Toten waren Kosaken. Ich will die Heldentaten der anderen Verteidiger der LVR, der Aufständischen, der Infanteristen, der Afghanistanveteranen und der Milizeinheiten in keiner Weise schmälern – wir haben alles gemeinsam gema
cht.
Auf Geheiß der Seele
Wir wurden immerzu beschuldigt, hier würden russische Einheiten kämpfen, wir würden von russischen Offizieren befehligt. Das ernsthaft zu prüfen, ist natürlich nicht möglich, dass uns Kosaken aus ganz Mütterchen Russland zu Hilfe kamen aber schon. Die Menschen trafen ihre ganz persönlichen Entscheidungen. Heute gerade ist mein Freund und Genosse, ein Kosak aus
Tscheboksary in Tschuwaschien wieder heimgefahren. Sie waren auch 2014 hier, hatten im Fernsehen gesehen, was sich hier zusammenbraut, sich einen Bus geliehen um hierher zu kommen, mitzukämpfen und die Republik zu verteidigen. Und ich möchte unterstreichen: Nicht als reguläre Armee, wie die ukrainischen Massenmedien immer wieder glauben machen wollen, sondern nur auf Geheiß der Seele. Hier standen Sibirjaken und viele von der Krim, die dem Ruf ihres Herzens folgten und hierher kamen.
Die Operation von Tschernuchino-Debalzewo
Auch hier nahmen die Kosaken aktiv teil. Aus den Richtungen Brjanka, Stachanow und Tschernuchino rückten die Abteilungen unseres 6. Heeres an, aus Richtung der unteren Stadt das von Nikolaj Kosizyn( ebenfalls Kosak). Nach dem Sturm der Befestigungen auf einer großen Straßenkreuzung wurde die ganze Stadt eingenommen. Zu der Zeit hatten wir schon kämpferische Erfahrung und Waffen. Das war schon nicht mehr der April 2014 mit Schilden und Helmen aus dem Jahre 1944 und bestenfalls doppelläufigen Flinten. Für Debalzewo hatten wir uns schon mit erbeuteten Waffen gerüstet. Die „Kessel“ gingen nicht so einfach vorüber. Als die ukrainischen bewaffneten Kräfte mit funkelnden Hufen das Weite suchten, ließen sie Technik, Waffen, und auch Tote und Verwundete zurück. Waffen und eine gewisse kämpferische Erfahrung hatten wir schon.
Der heutige Tag
Die Kosakenbewegung hat heute auf etwas zurückzublicken. Großer Dank gebührt dem Oberhaupt unserer Republik, ist es doch kein Geheimnis, dass es eine Zeit gab, in der man das Kosakentum für veraltet erklären wollte, es ignorierte und so weiter. Das war von Anfang an falsch, den man soll zusammen gehen und sich gegenseitig unterstützen. Deshalb versteht Leonid Pasetschnik die Bedeutung des Kosakentums heute richtig. Deshalb gibt es Ereignisse im Leben der Kosaken, wir sind medienwirksam und die Öffentlichkeit nimmt unsere Bewegung zur Kenntnis. Es gibt spezielle Kurse, Offiziersschulen und es entsteht eine Zusammenarbeit der Kosakenschaft und den Organen der Staatsmacht.
Die Sowjets der Atamanen
Die Schaffung des Sowjets der Atamanen beim Oberhaupt der Republik ist von großer Bedeutung. Er ist die Brücke zwischen den Kosakenbrüdern und der Staatsgewalt, auch auf örtlicher Ebene. Solche Räte werden jetzt in allen Städten und Rayons eingerichtet, um eine enge Zusammenarbeit zu verbessern. Die Kosakenschaft kann man an den unterschiedlichsten Bereichen des gesellschaftlichen Lebens beteiligen: von Hütern der öffentlichen Ordnung bis zur Erziehung der Jugend, an allen möglichen kulturellen und kirchlichen Veranstaltungen. Stellen wir einmal eine einfache Frage: Wer ist der Hauptmann in einer konkreten Stadt oder Gemeinde? Das ist ein geachteter Mensch bei sich im Umkreis, der die Problematiken der Gegend genauestens kennt. Er ist ein leibhaftiger Abgeordneter, der die Interessen des Volkes vertreten kann. Dank der Initiativen Leonid Pasetschniks ist er jetzt integraler Bestandteil der Staatsmacht.
Bildungsprojekte
Bislang gab es in der LVR zwei Offiziersschulen und zum 1. September werden 20 Kadettenklassen an Schulen eingerichtet. Ab demselben 1. September wird es ein neues Schulfach ‚Geschichte und Kultur der Lugansker Kosaken‘ geben. … Das ist ein enormer Fortschritt und ich glaube, es wird in der LVR gut angenommen werden. Ein solches Bildungsangebot gibt es nicht einmal in der Russischen Föderation. Wir arbeiten aktiv an der patriotischen Erziehung der Jugend, an Sommerlagern und – versammlungen. In den kommenden Tagen werden über 100 Jugendliche zur Teilnahme am internationalen patriotischen Lager
Donuslaw (Küstengewässer im Südwesten der Halbinsel, Anm. d. Übers.) in die Republik Krim abreisen.
Kulturprojekte
… Überall dasselbe Bild: gefüllte Säle, bemerkenswerte Musiker, die vorher niemand kannte, eine unbekannte Zahl talentierter Menschen. Allein in diesem Jahr sind sieben Kosakenensembles zu musikalischen Festivals in Russland aufgebrochen. Zehn Gruppen aus der Föderation traten auf den Bühnen der LVR auf. Am Abend vor Mariä Schutz und Fürbitte gibt es ein großes Gala-Konzert in Lugansk, auf dem die besten Kollektive aus LVR, DVR, vom Don, aus dem Kuban und von der Krim auftreten werden.
Das großartige Heer
Ich bin sicher, dass es in nächster Zukunft gewaltige Veränderungen in der Struktur unserer noch kleinen Republik geben wird. Sicher, dass wir bald in die große, einige, für uns heimatliche Familie zurückkehren werden. Die Kosaken arbeiten an und hoffen auf die Rückkehr in den heimatlichen Hafen – nach Hause, nach Russland. Daran ist nichts grundsätzlich Neues; wir möchten nur zurück in die Familie unseres großartigen Heeres der Donkosaken zwischen dem Kuban und der Südgrenze unseres zentralen Heeres.

 

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