Neuigkeiten aus der Wirtschaft der Volksrepubliken des Donbass vom 15. bis 21. Juli 2019

Quellen: offizielle Seiten der Regierungen der Volksrepubliken, dan-news, lug-info, dnr-online.ru, mptdnr.ru, Dnrailway sowie ukrinform, ria.ru und sputnik
Ausgewählt und übersetzt durch das Kollektiv der „Alternativen Presseschau“

Montag:

Ukraine stellt unannehmbare Forderungen zur Aufhebung der Wirtschaftsblockade
Dan-news.info: Die ukrainische Regierung sabotiert die Wiederaufnahme wirtschaftlicher Beziehungen mit dem Donbass, ignoriert ihre Verpflichtungen gegenüber den Einwohnern der Region und lässt sich ausschließlich von den Interessen des ukrainischen Oligarchats leiten. Das erklärte die Außenministerin der Donezker Volksrepublik und Bevollmächtigte der DVR in der (Minsker) Kontaktgruppe zur friedlichen Regulierung, Natalja Nikonorowa.
„Die Bedingungen für die Aufhebung der Wirtschaftsblockade des Donbass, die der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij vorbrachte, zeugen wieder einmal davon, dass die dortigen Machthaber sich nicht in erster Linie um die Bedürfnisse der Bevölkerung, sondern um die Interessen des Großkapitals sorgen. Die kürzlich von Herrn Selenskij geäußerte Forderung, eine Aufhebung der Blockade sei im Austausch mit der Rückgabe (unter Äußere Verwaltung gestellter) Unternehmen an die Oligarchen denkbar, macht sehr deutlich: Der neugewählte Führer der Ukraine ist kein Präsident des Volkes“, sagte die Ministerin in einem Interview mit der russischen Nachrichtenagentur TASS.
Sie erinnerte daran, dass die Verkehrsblockade, die die ukrainischen Nationalisten im Februar 2017 initiierten und die zum völligen Erliegen des Warenaustauschs mit den Volksrepubliken führte, den bisherigen Höhepunkt des wirtschaftlichen Zerwürfnisses Kiews mit dem Donbass darstellt. Noch einschneidender waren nach den Worten Nikonorowas die Einstellung von Rohstofflieferungen und Abnahme fertiger Produkte, weil doch „Metallurgie und Kohlegewinnung einen ununterbrochenen Kreislauf darstellen, dessen Unterbrechung zu technologischen Katastrophen bis hin zur irreparablen Produktionseinstellung führen kann“. Außerdem könnten über 100.000 Menschen mit ihren Familien ihre Existenzgrundlage verlieren.
„Die Einführung der Äußeren (staatlichen) Verwaltung diverser ukrainischer Unternehmen am 1. März 2017 war unter diesen Bedingungen ein lebensnotwendiger Akt. Die Äußere Verwaltung ist eine extreme, unumgängliche Maßnahme, die Menschen und industrielle Kapazitäten gerettet hat“, unterstrich die Außenministerin. Dabei ist die Äußere Verwaltung nach ihren Worten auf keinen Fall mit Verstaatlichung zu verwechseln. „Juristisch bleiben die Unternehmen Eigentum der ukrainischen Oligarchen, die – sei es wie es sei – Poroschenko bei der Einführung der Blockade unterstützten“ merkte Nikonorowa an.
Die Aufhebung der Wirtschaftsblockade bleibt eines der Hauptthemen bei den Verhandlungen der Minsker Kontaktgruppe. Es geht in erster Linie um die Wiederaufnahme von Rentenzahlungen, die Begleichung von Lohnzahlungsrückständen und die Gewährleistung sozialer und wirtschaftlicher Bürgerrechte.
„Uns sind die Menschen, ihr Wohlergehen, ein ruhiges und friedliches Leben das Wichtigste. Mögen unsere Ap
pelle irgendwann einmal zu produktiven Verhandlungen führen, bislang hören wir aus Kiew nur eines: das auf den eigenen Vorteil bedachte Interesse an der Rückgabe der Unternehmen. Dabei ignorieren die ukrainischen Verhandlungsführer völlig ihre Verantwortung gegenüber den Einwohnern des Donbass. Das illustriert überdeutlich, dass die Schicksale der Menschen in den Republiken den ukrainischen Machthabern völlig einerlei sind. Ihnen geht es nur um Gebietsansprüche, Unternehmen und Profite“, resümierte die Bevollmächtigte der DVR.
Die Äußere Verwaltung betrifft an erster Stelle Industriegiganten wie das metallurgische Werk Jenakiewo, seine Filiale in Makejewka, das Röhrenwerk Charzysk, die Kokschemie Jasinowkij (auch Makejewka), das Dokutschajewsker Flussmittelkombinat und andere.


Dienstag:

Neuer Stollen in staatlichem Bergwerk eröffnet
Dan-news.info: Die Kumpel des Bergwerks S. M. Kīrow des staatlichen Unternehmens Makējewūgol haben heute den sechsten östlichen Stollen im Flöz ‚h10w‘ mit einer Länge von 272 Metern und Reserven von 505.000 Tonnen des schwarzen Goldes in Betrieb genommen. Der Pressedienst des Ministeriums für Kohle und Energiewirtschaft der DVR bemerkte, dass alle Reparaturarbeiten an den (weiter zu verwendenden) technischen Einrichtungen von den Kollektiven des Bergwerks und des Mechanischen Reparaturwerks Makējewka ausgeführt wurden. Anfänglich wird mit einer Förderung von 560 Tonnen täglich gerechnet, die Erreichung der Tausendergrenze wird angestrebt. „Eine solche Menge würde das Unternehmen aus den roten Zahlen führen und die Eröffnung eines weiteren Stollens in diesem Flöz perspektivisch ermöglichen“, hieß es im Ministerium. Das Bergwerk S. M. Kīrow ist im Stadtbezirk Sowjėtskij Makējewkas gelegen, wurde im Jahre 1955 eröffnet und gehörte bis zum Beginn des Bürgerkrieges in der Ukraine 2014 zu den erfolgreichsten des Kombinats.


Mittwoch:

Industrieproduktion und -umsatz im Aufwind
Smdnr.ru: Das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung der DVR hat auf Grundlage von Daten der Hauptverwaltung für Statistik die Indizes der Industrieproduktion und des Umsatzes analysiert. Von Januar bis Mai 2019 ist der Umsatz industrieller Produktion um 7,3% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen.
Den grundlegenden Beitrag zur Verbesserung der Dynamik lieferten die weiterverarbeitenden Branchen mit Steigerungen von bis zu 15,7%. Die Steigerung in der Rohstoffförderung liegt bei 2,9%. Details sind in den folgenden Graphiken dargestellt.

smd 190717 - Abb. 1
smd 190717 - Abb. 2
smd 190717 - Abb. 3 (Originalgröße)

Donnerstag:

Orden für verdienstvolle Eisenbahner
Dnrailway.ru: Mit dem Befehl
266 des Verkehrsministeriums der DVR vom 10.07.2019 wurden der Orden ‚Verdienter Eisenbahner‘ und die Abzeichen ‚Eisenbahnerischer Ruhm‘ 1., 2. und 3. Grades eingeführt.
Für die Abzeichen kommen Beschäftigte der Bahnbranche in Frage, die einen gewichtigen persönlichen Beitrag zur Entwicklung, zu konkreten Erfolgen, zur Einführung wissenschaftlich-technischer Neuerungen oder auch mit selbstlosen Handlungen zur Sicherstellung der Betriebssicherheit, des Arbeitsschutzes usw. geleistet haben. Dazu gehören auch Angehörige der Gewerkschaftsorganisation. Sie sollen mindestens zehn Jahre ununterbrochen bei der Bahn gearbeitet haben, ein Beispiel für Pflichterfüllung abgeben und als Autoritäten in den Kollektiven gelten. …
Der Orden ‚Verdienter Eisenbahner‘ ist die höchste Auszeichnung des Verkehr
sministeriums. Die Kandidaten sollen mindestens zwanzig Jahre bei der Bahn gearbeitet haben und bereits mit der Ehrenurkunde des Verkehrsministeriums der DVR ausgezeichnet sein.

Puschilin unterstreicht den Rang der Metallindustrie
Dan-news.info: Die metallurgischen Unternehmen der Donezker Volksrepublik planen zum Jahresende 2019 einen Produktions- und Umsatzanstieg um 15%. Das erklärte heute das Staatsoberhaupt der Republik Denis Puschilin. „Der metallurgische Komplex der DVR wächst kontinuierlich; es werden Pläne zur Modernisierung der Anlagen erarbeitet“, fügte er hinzu. Am 18. Juli zeichnete Puschilin anlässlich des Tages des Metallurgen im Donezker Zentrum der slawischen Kultur vor 800 Gästen die besten Arbeiter der Metallindustrie aus.


Freitag:

Ukraine drückt sich vor Lohnzahlungen
Lug-info.com: Die Ukraine versucht, die ausstehenden Lohnzahlungen an Eisenbahner der Lugansker Direktion der ukrainischen Staatsbahn Ukrsalisnẏzja von anderen Fragen abhängig zu machen. Das berichtete der Außenminister und Bevollmächtigte der Lugansker Volksrepublik für die Minsker Verhandlungen, Wladislaw Dejnego am 17. Juli. …
„Seit 2016 häufen sich die ausstehenden Beträge an, auf ukrainischer Seite änderten sich die Zuständigkeiten und mit jeder Etappe wird es schlimmer. Im Ergebnis hat die
Ukrsalisnẏzja zum Zeitpunkt der Reorganisation einen bedeutenden Anteil ihrer (hiesigen) Mitarbeiter entlassen, die jedoch dem Unternehmen weiterhin vertrauten und in der Hoffnung auf Bezahlung weiterarbeiteten“, sagte Dejnego. …
„Die Ukraine versucht, diese Angelegenheit mit anderen zu verquicken, die damit nichts zu tun haben. Die Schwierigkeit besteht darin, dass in letzter Zeit keine Aufzeichnungen mehr geführt wurden, es gibt nur die ursprünglichen Dokumente, aber im buchhalterischen Sinne wurden die Verpflichtungen nicht fixiert. Die Übergabe der Dokumente, auf deren Grundlage die Ukraine Neuberechnungen durchführen und Schritte zur Begleichung unternehmen muss, ist eine dringende Frage“, sagte Dejne
go. … Ein Mechanismus für die Leistung der ausstehenden Lohnzahlungen an die Eisenbahner war in Minsk am 18. Oktober erarbeitet worden, seitdem ist jedoch nichts geschehen. Der Ministerrat der LVR hatte die betreffenden Teile der Lugansker Direktion der ukrainischen Bahn unter Äußere Verwaltung gestellt. Mit dem Dokument wurde der staatlichen Lugansker Eisenbahn die Funktion des höchsten Verwaltungsorgans des ausländischen Unternehmens übertragen. …

 

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