Sonderthema vom 29.09 2017: Pressekonferenz mit Alexandr Sachartschenko zu aktuellen Fragen

Av-zakharchenko.su: Auf einer Pressekonferenz am 29. September kommentierte das Republikoberhaupt die letzten skandalösen Ereignisse in der Ukraine und berichtete über die Entwicklung der Ökonomie in der DVR und den Vorbereitungsstand des Landes auf den Winter.

– Kommentieren Sie die vor kurzem erfolgten Explosionen in Waffenlagern in der Ukraine. Ist das Nachlässigkeit, ein Versuch, die Waffenverkäufe in den Sudan zu verheimlichen oder etwas anderes?
– Im Internet gehen viele Versionen um. Eine von ihnen lautet Rache für den Anschlag auf den Vizepremier Alexandr Timofejew. Aber ich will das ukrainische Volk beruhigen. Wir sind keine Terroristen, wir befassen uns nicht mit der Organisation von Explosionen, Terrorakten, Anschlägen. Das sind eindeutig nicht wir.
Für die Detonation kann es einige Gründe geben. Erstens den Versuch, den Verkauf von Waffen in ein drittes Land zu verheimlichen. Wenn sie wirklich Waffen beispielsweise in den Südsudan verkauft haben, so ist das sicherlich nicht ohne dieses Lager gegangen. Erinnern Sie sich an den Film „Operation Y“: „Vor einer Revision kann uns nur ein Diebstahl retten“. Nun und hier gab es eine Detonation… Oder das ist banale Nachlässigkeit. Eine Zigarettenkippe, ein Kurzschluss… Es gibt viele Varianten.

– Eine Frage zur ukrainischen Bildungsreform. Halten Sie das für eine Beschneidung der Rechte der russischsprachigen Bürger und nicht nur der russischsprachigen?
– Die Ukraine hat mit der Bildungsreform vor, eine vollständig verdummte Generation heranzuziehen. Irgendwann einmal lebten wir in der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik. Wir lernten die ukrainische Sprache und die russische, der Staat war multinational. Aber die Ukraine will alle über einen Kamm scheren. Eine Generation von verdummten und betäubten Menschen. Dies ist nicht nur eine Beschneidung von Rechten. Das ist ein Genozid. Ein Genozid, nicht nur an der russischsprachigen Bevölkerung – ein Genozid an den Ungarn, Rumänen, Polen, die besonders auf dem Territorium der westlichen Ukraine leben.

– Was meinen Sie, warum das ukrainische Volk nicht gegen diese unmenschlichen Reformen protestiert? Warum organisiert es nicht einen „Bildungs“-Maidan, ist es mit dem Verlust der zukünftigen Generation einverstanden? Sind Sie nicht der Auffassung, dass das Schweigen der Bürger der Ukraine bezüglich dieses Gesetzes bedeutet, dass die Oberste Rada der Ukraine jetzt das gegen das Volk gerichtete Gesetz ohne Gefahr von Volkszorn beschließen kann?
– Kehren wir ein wenig in die Vergangenheit zurück. Die Ukraine hat im 2014 die unmenschliche Entscheidung über die Durchführung der ATO getroffen. Aber eine ATO wird von den Kräften der Spezialdienste und von Polizeieinheiten durchgeführt, hier ist die Armee in die ATO gekommen, die nicht das Recht hat, ohne Kriegszustand auf dem eigenen Territorium zu kämpfen.
Im Jahr 2014 war der Donbass Territorium des Staats Ukraine. In Folge der allen bekannten Ereignisse haben wir gesagt „Nein zu Willkür! Nein zum Banditenumsturz!“ „Nein zu Banderafahnen, Fackelmärschen, Nazismus“… Und gegen uns wurden Flugzeuge eingesetzt, es kam Militärtechnik, es wurde begonnen mit schwerer Artillerie zu schießen. Ein Krieg begann. Das ist unmenschlich. Damals wurde der Rubikon beim Treffen von Entscheidungen überschritten. Also kann die Ukraine seit 2014 jedes beliebige Gesetz beschießen, das auf die Beschneidung der Rechte und Freiheiten der Menschen gerichtet ist. Warum gibt es keine Proteste? Jeder beliebige Maidan ist eine finanzielle Operation, die große finanzielle Einsätze verlangt. Einfach so kommt er nicht auf. Das ukrainische Volk ist duldsam, ohne Geld geht es nirgendwo hin. Ich habe gesehen, was auf dem Maidan geschehen ist. Menschen ohne festen Wohnsitz, die von irgendwoher herangebracht wurden, haben 200 Griwna pro Tag dafür erhalten, dass sie dort standen. Das sind betäubte Studenten, die benutzt wurden. Deshalb wird es keinen Maidan geben. Eine zweite Ursache für das Fehlen eines Maidans – die Menschen, die „Nein“ sagen könnten, wurden entweder in Odessa verbrannt oder in Gefängnisse gesteckt, oder physisch vernichtet oder, wenn sie Glück hatten, kämpfen sie schon auf unserer Seite.

– In welchem Stadium befindet sich jetzt der Austausch von Gefangenen nach der Formel „alle gegen alle“?
– Er befindet sich in keinem Stadium. Die Ukraine behindert den Gefangenenaustausch „alle gegen alle“ künstlich. Für sie ist das nicht günstig, deshalb geht die Sache über Gespräche nicht hinaus. Dort gibt es nicht die Zahl an Gefangenen, über die wir sprechen. Und wenn alle gegen alle ausgetauscht werden, werden die Verbrechen, die die Ukraine gegen unsere Kriegsgefangenen, politischen Gefangenen begangen hat, aufgedeckt werden. Ich denke, dass etwa 30% der Menschen von dieser Liste bereits nicht mehr am Leben sind.

– Am 18. Oktober tritt das Gesetz über einen besonderen Status außer Kraft. Die Ukraine will es nicht verlängern. Was wird weiter sein, denn dieses Gesetz lag den Minsker Vereinbarungen zugrunde?

– Auf der nächsten Sitzung in Minsk wird es auch darum gehen. Man sollte die Ergebnisse dieses Treffens abwarten. Aber ich persönlich meine, dass die Ukraine dieses Gesetz nicht verlängern wird. Erstens ist zu wenig Zeit, um diese Entscheidung zu treffen. Zweitens ist dies der Ukraine nicht nützlich, weil der besondere Status das Ende des Regimes Poroschenko ist. Die Situation in der Ukraine wird jetzt auch durch die Aktivitäten der sogenannten Opposition erschwert. Deshalb meine ich, dass die Verlängerung des besonderen Status maximal behindert werden wird. Sie werden einen Haufen Ausreden für die Weltgemeinschaft finden… Übrigens wird sich das hier, auf unserem Territorium, in keiner Weise auswirken. Deshalb werden wir leben, wie wir gelebt haben. Wir arbeiten und kämpfen.

– Zurzeit ist im Internet ein Video vom Geburtstagskonzert Josif Dawydowitsch Kobsons sehr populär, in dem er Sie im Kreml vorstellt und begrüßt. Die sogenannten ukrainischen Analytiker schreiben, dass das ganze Konzert deshalb organisiert wurde, damit Sie sich mit Putin treffen. Kommentieren Sie das. Und erzählen Sie bitte von dem Konzert selbst.
– Das Konzert war sehr gut, herzlich. Josif Dawydowitsch ist wirklich ein großartiger Mensch, ein großer Künstler. All die Stunden, die er auf der Bühne stand… Gebe Gott dem Mann Gesundheit. Physisch ist das eine sehr große Belastung.
Was den Beginn der Frage betrifft … Es schmeichelt mir sehr, dass die Ukraine denkt, dass das Konzert speziell für ein Treffen von mir mit Wladimir Wladimirowitsch Putin organisiert wurde. Tatsächlich war alles einfacher. Josif Dawydowitsch hat uns als Landsleute eingeladen. Er ist ein wirklicher Patriot des Donbass. Übrigens fährt er heute nach Donezk zu einem weiteren Konzert. Und mein Besuch in Moskau ist ein Zeichen des Respekts unserem großen Landsmann gegenüber.

– Wie gehen die Ermittlungen bezüglich des Anschlags auf den Vizepremier der DVR Alexandr Timofejew weiter?
– Es wurden Verdächtige festgenommen. Das übrige ist ein Ermittlungsgeheimnis.

– Kommentieren Sie die Absage Kiews an die Initiative Putins zur Stationierung von UN-Friedenstruppen an der Abgrenzungslinie. Und warum schlägt Kiew nach Ihrer Auffassung vor, die Vollmachten der UN-Friedenstruppen auszuweiten?
– Wladimir Wladimirowitsch hat keinen Vorschlag über Friedenstruppen im Donbass eingebracht, sondern über eine Schutzmission der UNO zur Gewährleistung der Sicherheit der Vertreter der OSZE. Das sind verschiedene Begriffe. Eine Schutzmission ist für die Ukraine nicht günstig, weil die UN-Mitarbeiter bestätigen werden, dass die Ukraine Kriegsverbrechen begeht, den Waffenstillstand verletzt und uns zur Eröffnung des Feuers provoziert.
Poroschenko will eine UN-Mission bei uns stationieren, um das Territorium schnell zu säubern. Erinnern Sie sich daran, wie das in Serbien war. Auch will der Präsident der Ukraine mit uns fertig werden. Selbstständig kann er das schon im vierten Jahr nicht, deshalb hat er beschlossen, Friedenstruppen einzuberufen.

– Wie weit ist die Republik derzeit für die Heizperiode bereit?
– Etwa zu 98%. Wir haben bereits im Mai damit begonnen, uns auf die Herbst- und Winterperiode vorzubereiten. Es gibt Probleme mit der Heizung in Sugres, aber ich denke, innerhalb von zehn Tagen werden Spezialisten die Frage lösen. Unser Land geht ruhig und planmäßig in die Heizperiode.

– Es sind bereits mehr als sieben Monate vergangen, seit eine Reihe sehr großer Industrieunternehmen unter äußere Leitung gestellt wurden. Wie sieht jetzt die Lage in diesen Unternehmen aus, ist es gelungen, sichtbare Erfolge und Ergebnisse zu erzielen? Wie ist die Lage in den Kollektiven dieser Unternehmen?
– Das Wachstum der Produktion seit dem Moment, als die Produktion wegen der ukrainischen Blockade gestoppt wurde, beträgt etwa 40%. Das sind 10% weniger als geplant. Bis Ende des Jahres ist geplant das Versäumte nachzuholen. Es gibt noch eine Reihe Probleme. Es gab auch direkte Widerstände unmittelbar zu Beginn, und sie lassen es auch jetzt nicht zu, die Produktion im notwendigen Tempo planmäßig zu entwickeln. Aber alle Unternehmen arbeiten, die Mitarbeiter erhalten Löhne, Rohstofflieferungen und der Absatz der Produkte sind organisiert.
Gestern, am 28. September, hat unsere Jusowskij-Metallfabrik den ersten technologischen Guss abgeschlossen. Heute wird das erste Metall erzeugt sein. In einem Jahr und vier Monaten haben wir eine vollständig neue Produktion aufgebaut. Dank an alle Mitarbeiter der Fabrik und an das Ministerium für Industrie und Handel für die kontinuierliche, organisierte und zuverlässige Arbeit. Die Republik hat ihre eigene Metallfabrik geschaffen.

– Eine Frage, die alle Journalisten interessiert. Sie betrifft die Freiheit des Wortes in der Ukraine. Vor kurzem hat ein ukrainisches Gericht unsere Kollegen zu ernsthaften Freiheitsstrafen verurteilt. Es sind auch weitere Fälle der Verfolgung von Journalisten bekannt. Uns ist das allen unverständlich, denn die Journalisten in der Republik arbeiten normal, arbeiten frei mit den Behörden zusammen. Wie bewerten Sie dieses Level von Freiheit oder Unfreiheit? Und was wünschen Sie den ukrainischen Journalisten?
– Zu fliehen. Normalen Journalisten, die ihre Arbeit tun, ohne die Berufsethik zu ignorieren, rate ich aus dem Staat Ukraine zu fliehen. Bei uns ist die Freiheit des Wortes um Größenordnungen größer. Öffnen Sie eine beliebige Internetressource und lesen Sie. Viele von denen, die Negatives schreiben, leben auf dem Territorium der DVR. Nehmen wir sie etwa fest? Wie wir uns ihnen gegenüber auch verhalten, mit Spott oder Ärger, wir verbieten nichts. Die Menschen können ihre eigene Meinung offen äußern. Wir sind ein freies Land.

– Bald werden die Mitarbeiter aus Bildung und Wissenschaft ihren Berufsfeiertag begehen. Was bedeutet für Sie der Tag des Lehrers und der Beruf überhaupt?
– Ich will allen unseren lieben Pädagogen gratulieren. Ich habe ein sehr respektvolles Verhältnis zu diesem Beruf. Die Bedeutung des Lehrers in der Herausbildung der Persönlichkeit kann nicht hoch genug geschätzt werden. Ich hatte in meinem Leben Glück mit Lehrern. Bis heute besuche ich meine Klassenlehrerin, frage um Rat, ich ziehe Kraft aus dem Gespräch mit ihr.
Liebe Lehrer, Glückwunsch zum Feiertag! Ihnen allen das Beste, Gesundheit, Liebe, ein Meer von Lächeln und Blumen, einen friedlichen Himmel! Eine tiefe Verbeugung und riesige Dankbarkeit für Ihre Arbeit!

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