Neuigkeiten aus der Wirtschaft der Volksrepubliken des Donbass vom 05. August 2017

Quellen: offizielle Seiten der Regierungen der Volksrepubliken, dan-news, lug-info, dnr-online.ru, mptdnr.ru sowie ria.ru und sputnik
Ausgewählt und übersetzt durch das Kollektiv der „Alternativen Presseschau“

de.sputniknews.com: „Ukrainische Handelssperre gab Donezker Industrie Impuls“ – Donezk-Chef
Der selbsterklärten Volksrepublik Donezk ist es gelungen, negativen Folgen der ukrainischen Handelsblockade zu entgehen, für die ukrainische Wirtschaft hingegen war es ein „tödlicher Schlag“. So kommentierte der Donezk-Chef Alexander Sachartschenko die wirtschaftliche Lage in der Volksrepublik.
Nach der Sperre verlor der Donbass den wichtigsten Absatzmarkt für die Kohle, was zu einem Überangebot und zu Arbeitslosigkeit führte, berichtete am Donnerstag die Agentur Regnum. Der Donezk-Chef sprach mit der russischen Zeitung „Wsgljad“ über die Entwicklung der Industrie in den Zeiten des Krieges und der Handelssperre.
„Was die Blockade seitens der Ukraine angeht, sie hatte keinen negativen Einfluss, umso mehr hat sie unserer Industrie einen Impuls gegeben“, so Sachartschenko.
Er bezeichnete die Kriegshandlungen aber als einen negativen Faktor und räumte ein, dass der andauernde Beschuss auf alle Lebensbereiche, darunter auch die Wirtschaft und die Industrie, negativ einwirke.
Als Reaktion auf die Blockade und die drohende Auflösung der größten Betriebe in der Volksrepublik seien sie unter Zwangsverwaltung gestellt worden. Das seien Metallurgie-, Chemie-, Maschinenbauwerke und Ähnliches gewesen. Die Volksrepublik setze allmählich diese Produktionskapazitäten in Gang, was seinerseits die Möglichkeit gebe, auch die Zulieferunternehmen einzureihen.
„Beispielweise funktioniert schon der Metallurgiewerk Jenakiewskij, nach ihm folgte der Stahlseilbetrieb Silur, die Eisenbahn hat eine entsprechende Auslastung bekommen, auch kleinere Unternehmen beginnen zu arbeiten“.
Laut Sachartschenko sollte man aber von keiner Umstellung der Wirtschaft sprechen. „Wir bringen unsere Wirtschaft zu den früheren betriebswirtschaftlichen Beziehungen zurück. Nur die Absatz- und Rohstoffmärkte müssen wir ändern. Und auch die nur teilweise“.
„Jetzt kaufen wir einfach mehr Rohstoff in Russland und verkaufen auch mehr Produktion dorthin, dabei bringen wir die wirtschaftlichen Beziehungen mit der Ukraine auf ein Minimum“, so der Donezk-Chef.
Von einer kompletten Einstellung des Handels mit der Ukraine sollte man nicht sprechen, weil private Firmen immer noch mit dem Land handeln würden.
„Wir haben unsere Vorteile bekommen und die Nachteile der Blockade erfolgreich vermieden. Für die ukrainische Wirtschaft war das aber ein tödlicher Schlag, denke ich“, schloss Sachartschenko.
Nach der Verhängung der Wirtschaftsblockade gegen das abtrünnige Donezbecken (Donbass) war die Ukraine selbst auf akuten Kohlemangel gestoßen und musste im Februar sogar den Ausnahmezustand im Energiebereich ausrufen.
Auf Kohle aus dem Donbass sind sechs der 15 ukrainischen Wärmekraftwerken angewiesen. Wegen der eigenen Blockade musste die Regierung in Kiew im ersten Quartal des Jahres Kohle vorwiegend (zu fast zwei Dritteln) aus Russland importieren. Der Rest kam aus den USA, Kanada und anderen Ländern und war wegen der schwierigen Logistik wesentlich teurer.
Präsident Poroschenko hatte angekündigt, sein Land werde zwei Millionen Tonnen Kohle aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania importieren.

Mptdnr.ru: Die Entwicklungsdynamik der pharmazeutischen Produktion der Republik im 1. Halbjahr 2017
Der Gesamtumfang des pharmazeutischen Marktes der Republik im 1. Halbjahr 2017 betrug mehr als 2 Mrd. Rubel, was um 6,6% mehr ist als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Der pharmazeutische Markt im Ganzen (und der Markt der Republik im besonderen) ist durch saisonale Schwankungen gekennzeichnet – „Verkaufsspitzen“ im Winter und „Flaute“ im Sommer.
Der Umsatz von pharmazeutischen Produkten in der DVR wird von 20 Distributoren durchgeführt, die wichtigsten davon sind die GmbHs „Medikodon“, „Metropolija“ und „Isida-Farm“ sowie von Einzelhandelsnetzen. (Es folgt eine Grafik, in der diese Distributoren aufgeführt sind. Aus dieser wird deutlich, dass die Umsätze der privaten Unternehmen zurückgegangen sind, wenn diese auch noch bei weitem überwiegen, und die des staatlichen Pharmadistributors „Lekarstwa Donbassa“ erheblich gestiegen sind – Anm. d. Übers.).
Der pharmazeutische Markt der Republik ist durch das Vorherrschen von importierten Produkten gekennzeichnet. Die meisten Importe kommen aus der RF. (Es folgt eine Grafik, 35% der in der DVR umgesetzten pharmazeutischen Produkte kommen aus der RF, es folgen Deutschland mit 11% und die Ukraine mit 8%. Nur 2% der pharmazeutischen Produkte kommen aus der DVR selbst – Anm. d. Übers.).
Eines der wichtigsten Kriterien für die Wahl durch den Käufer ist der Preis, deshalb ist der Umsatz im Preissegment bis 100 Rubel auf dem pharmazeutischen Markt der Republik mit 89% an führender Position.
Die Produktion von pharmazeutischen Präparaten und Materialien auf dem Territorium der DVR wird von 17 Unternehmern/Produzenten von Medikamenten, medizinischen Materialien und pflanzlichen Medikamenten durchgeführt.
Am 12.09.16 nahm das Unternehmen „Donbiofarm“ GmbH, das auf die Produktion von 96-prozentigem Äthylalkohol spezialisiert ist, seinen Betrieb auf.
Am 12.05.17 nahm das Unternehmen „Olfarm Wostok“ GmbH, das auf die Produktion von medizinischen Materialien spezialisiert ist, seinen Betrieb auf.
Führende Unternehmen des Bereichs sind „Stirolbiofarm“ GmbH (Gorlowka) und „AUP Sarepta-Mediplast“ GmbH (Donezk).
Der Umfang der pharmazeutischen Produktion im 1. Halbjahr 2017 überstieg die entsprechende Kennziffer im 1. Halbjahr 2016 um 25% und betrug mehr als 100 Mio. Rubel.
Der Umfang der Produktion grundlegender pharmazeutischer Präparate und medizinischer Materialien betrug im 1. Halbjahr 2017:
– Äthylalkohol – 328.000 Ampullen;
– Tabletten – 7,5 Tonnen;
– Kräutertee – 251,4 Päckchen;
– medizinische Materialien (Pflaster, Senfpflaster) – 22,4 Mio. Stück.
Ein erheblicher Teil der einheimischen Produktion (mehr als 50%) geht in den Export, vor allem in die RF und die LVR.

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