Kommunisten in den Volksrepubliken des Donbass – Neuigkeiten vom 15.04.2017

Ausgewählt und übersetzt durch das Kollektiv der „Alternativen Presseschau“

Wpered.su: http://wpered.su/2017/04/11/kommunistam-dnr-eshhe-predstoit-potruditsya-na-nive-stanovleniya-obshhestva-socialnoj-spravedlivosti/
Am 11.
April 2014 wurde in der Zeitung „Kommunist des Donbass“ ein Artikel von Georgij Ruban „Donezk. Chronik der Ereignisse“ über die ersten Tage der gerade in Donezk an die Macht gekommen Einwohner der Stadt, aktive Kämpfer des „Russischen Frühlings“ veröffentlicht. Wir haben uns mit dem Autor des genannten Artikels, der genau vor 3 Jahren veröffentlicht wurde, getroffen.
Georgij Stepanowitsch, in jenen Tagen hat praktisch kein einziges Massenmedieum solch mutige Artikel über die in Donezk erfolgten revolutionären Ereignisse veröffentlicht. Wie haben Sie sich dazu entschlossen?
Sich zu entschließen war nicht das Problem, genauso wenig wie für Hunderttausende anderer Beteiligter an der Ereignissen, die in jenen Tagen auf die Straßen des Donbass gingen. Für sie war die Frage der Wahl zwischen Gutem und Schlechtem auch kein Dilemma. Als Heldentat erschien die Entscheidung der Redaktion der Zeitung „Kommunist des Donbass“, diesen Artikel zu drucken. Tausende Exemplare dieser Ausgabe der Zeitung, die in einer Zusatzauflage gedruckt wurden, wurden in einer Stunde an die Protestierenden ausgegeben. Mir haben meine Kollegen aus der Partei empfohlen, nicht zu Hause zu übernachten, denn in jenen Tagen begann der Sicherheitsdienst der Ukraine nächtliche Festnahmen von Aktivisten durchzuführen und diese dann in Kiewer Gefängnisse zu transportieren.
In mehr als zwanzig Jahren der Existenz der „selbständigen“ Ukraine war die KPU die einzige tatsächliche politische Kraft, die aktiv gegen das Abgleiten des Landes in den Abgrund der Banderisierung und des Faschismus kämpfte. Alle politischen Massenveranstaltungen gegen die volksfeindliche Regierung organisierten und leiteten gerade Kommunisten unter ihren roten Fahnen. Und plötzlich hier in diesen revolutionären Frühlingstagen, als von ihnen vom aufständischen Volk der Tradition entsprechend eine revolutionäre Führung erwartet wurde, sind sie plötzlich verschwunden…
Sie sind nicht verschwunden. Alle Kommunisten waren in den ersten Reihen der Protestierenden, aber ohne die traditionellen Parteifahnen. Im ZK der KPU fürchtete man, dass man sie in Kiew der Nachsicht gegenüber der beginnenden separatistischen Bewegung im Donbass beschuldigen könnte, mit darauf folgenden Repressionen gegenüber der Partei in der gesamten Ukraine, deshalb wurde dem Oblastkomitee des Donbass empfohlen, sich mit einer deutlichen Erklärung über die Teilnahme offizieller Strukturen der KP in diesen revolutionären Ereignissen zurückzuhalten, schon gar unter Parteisymbolen. Mit anderen Worten, gerade die unerwartete spontane Entwicklung einer revolutionären Situation, wie auch schon im Februar 1917, führte zur Kopflosigkeit der Führung der KP.
Und trotzdem gab es rote Fahnen?
Ja, aber sehr wenige. Besonders in der Fülle von vielfarbigen Fahnen einer Vielzahl gesellschaftlicher Organisationen und Bewegungen auf den Straßen und Plätzen. Ich bin stolz auf die Kommunisten meiner Grundeinheit „Iskra“, deren roten Fahnen über roten Parteiplakaten am Lenin-Denkmal gehisst wurden und am Fahnenmast am Dramatischen Theater neben dem weißen Banner der „Volksmiliz des Donbass“ und am Balkon des „Weißen Hauses“ – des „Smolnyj“ jenes Donezker „Russischen Frühlings“. Übrigens haben schon bald die Kommunisten des belagerten Slawjansk über ihren Barrikaden neben den Fahnen der Milizen ihre roten Parteifahnen gehisst. Ich merke an, dass sie zu dieser Zeit unsere neue Volksmacht verkörperten, den dreifarbigen republikanischen war es bestimmt, erst nach ein paar Monaten zu erschienen und sie waren noch sehr lange in der Minderheit.
Ihr Artikel wurde am 11. April veröffentlicht, genau einen Monat vor dem berühmten Referendum vom 11. Mai. Und die Kommunisten waren an der Durchführung des Referendums beteiligt?
Ganz unmittelbar. An ihnen machte sich vor Ort hauptsächlich alles bei der Organisation und Durchführung des Referendums fest. Sie waren allesamt Mitglieder der Wahlbezirkskommissionen. Seine Organisation wurde von Boris Litwinow, dem jetzigen ersten Sekretär des ZK der KP der DVR geleitet. Viele dieser ehemaligen Kommissionsmitglieder wundern sich bis jetzt, warum sie im Weiteren für die weitere Teilnahme am politischen Leben unserer jungen Republiken nicht verlangt wurden.
Was sind Ihre Prognosen für die Entwicklung der Ereignisse in der Ukraine und im Donbass in diesem Jahr?
In der Ukraine wird alles in den Abgrund geraten, sie wächst in die aktive Phase ihres Zerfalls hinein. Und bei uns im Donbass werden die Einwohner zum Ende des Jahres frei atmen können, denn die Okkupanten werden nicht nur aus dem Donbass gedrängt sein, sondern mit Beschleunigung weiter getrieben werden, um das Territorium für das zukünftige Noworossija zu befreien. Und bei dieser Befreiungsmission steht uns, den Kommunisten, noch reichlich Arbeit auf dem Feld der Herausbildung eines neues Lebens in unserer Gesellschaft bevor, die A. Sachartschenko als eine „Gesellschaft der sozialen Gerechtigkeit“ ausgerufen hat.

 

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