Eilmeldung vom 08.02.2017: Mord an „Giwi“ (aktualisiert)

Quellen: Itar-Tass, Interfax, Ria Novosti, sputniknews, rusvesna.su, voicesevas.ru, hinzu kommen Informationen der Seiten dnr-online, lnr-portal, Novorossia, dnr-news, novorosinform u.a. sowie die offiziellen Seiten der Regierungen der Volksrepubliken dan-news, lug-info. Wir beziehen manchmal auch ukrainische Medien, z.B. BigMir, UNIAN, Ukrinform, KorrespondenT und die Online-Zeitung Timer aus Odessa ein.
Zur besseren Unterscheidung der Herkunft der Meldungen sind Nachrichtenquellen aus den neuen Volksrepubliken im Donbass in Rot (dnr-online, lnr-portal, Novorossia, dan-news, lug-info, dnr-news, novorosinform u.a.) und ukrainische Quellen in Blau (BigMir, Ukrinform, UNIAN, KorrespondenT und Timer) gekennzeichnet.
Die Übersetzung russischer Medien erfolgt in schwarzer Farbe. Meldungen aus Sozialen Netzwerken sind violett gekennzeichnet.
Ausgewählt und übersetzt durch das Kollektiv der „Alternativen Presseschau“

Dnr-news.com: Der Kommandeur des Bataillons „Somali“ Michail Tolstych wurde in Donezk getötet
Der Kommandeur der Einheit „Somali“ Michail Tolstych (Codenanme „Giwi“) ist in Donezk ermordet worden, dies teilt das Verteidigungsministerium der DVR mit.
„Heute um 06:12 ist infolge eines Terroranschlags der Held der DVR, der Kommandeur des Bataillons „Somali“, Oberst Michail Tolstych, bekannt als „Giwi“ ermordet worden. Das ist die Fortsetzung des terroristischen Krieges, den die Kiewer Junta gegen den Donbass entfesselt hat“, heißt es in der Erklärung.
Michail Tolstych starb bei einer Explosion in seinem Arbeitszimmer. Am Anschlagsort arbeitet einer Ermittlungsgruppe, Einzelheiten werden noch ermittelt.

Dnr-news.com: Videos vom Ort der Explosion, bei der „Giwi“ getötet worden war
Erste Videos vom Ort des Mordes am Bataillonskommandeur Michail Tolstych der Einheit „Somali“. Der Anschlag auf Giwi wurde am Stationierungsort, der Basis des Bataillons in Donezk durchgeführt.
In den Videos sieht man, dass durch die Explosion das Gebäude stark zerstört wurde, alle 5 Etagen. Nach der Explosion bracxh ein Brand aus, der jedoch schon liquidiert wurde.
Vor Ort arbeiten Feuerwehrleute und ein Ermittlungsteam.

Weitere Videos unter: http://dnr-news.com/dnr/38904-poyavilos-video-s-mesta-vzryva-pri-kotorom-byl-ubit-givi.html

De.sputniknews.com: Donezk: Weiterer Volkswehr-Chef ermordet – Behörden sehen Kiew in der Verantwortung
In Donezk ist ein weiterer Kommandant der örtlichen Milizen ermordet worden. Michail Tolstych, bekannt unter seinem Kampfnamen „Giwi“, starb am frühen Mittwochmorgen durch die Explosion eines Sprengsatzes in seinem Arbeitszimmer.
Der 36-Jährige war Kommandeur des Volkswehr-Bataillons „Somali“, das seit 2014 im Donbass gegen die ukrainischen Regierungstruppen und Kiew-treuen Nationalistenverbände kämpft.
Nach vorläufigen Erkenntnissen der Ermittler explodierte in Tolstychs Arbeitszimmer eine Rakete, die aus einem tragbaren Raketenwerfer vom Typ Schmel abgefeurt worden war. Dies meldete die Donezker Nachrichtenagentur DAN.
Das Verteidigungsministerium der nicht anerkannten „Volksrepublik Donezk“ macht die ukrainischen Behörden für das Attentat verantwortlich. „Der Terrorkrieg, den die Kiewer Regierung gegen die Donbass-Bevölkerung entfesselt hat, geht weiter“, kommentierte ein Sprecher. Nach seinen Worten ist eine Ermittlungskommission vor Ort im Einsatz. In Donezk und Umgebung wurden nach dem Anschlag die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt.
Dmitri Peskow, Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin, bezeichnete den Mord an Tolstych als einen „Versuch, die Lage im Donbass zu destabilisieren“.
Mehrere ukrainische Politiker haben mit spöttischen Kommentaren auf den Tod des Volkswehr-Kommandanten reagiert. Der ukrainische Militärsprecher Leonid Matjuchin äußerte formell sein Bedauern darüber, dass Tolstych nun nicht mehr vor Gericht gestellt werden könne.
Der im Donezker Vorort Ilowajsk geborene Michail Tolstych hatte sich während des Wehrdienstes bei der ukrainischen Armee den Spitznamen Giwi zugelegt. Nach dem Umsturz in Kiew im Februar 2014 war er einer der führenden Köpfe der Protestbewegung in Donezk. Nach dem Einmarsch ukrainischer Panzer kämpfte er um Slawjansk und dann um seine Heimatstadt Ilowajsk.
In der vergangenen Woche war in der selbsterklärten „Volksrepublik Lugansk“ der örtliche Milizchef durch eine Autobombe getötet. Zwei Tage später wurde der mutmaßliche Attentäter festgenommen. Bei ihm soll es sich um einen Major der ukrainischen Streitkräfte handeln.
Im Oktober war in Donezk bereits der Milizen-Kommandeur Arsen Pawlow alias Motorola bei einem Sprengstoffanschlag getötet worden. Auch damals machten die Donezker Behörden den Kiewer Geheimdienst SBU verantwortlich.

Av-zakharchenko.su: Erklärung des Oberhaupts der DVR Alexandr Sachartschenko zur Ermordung von Michail Tolstych:
Heute wurde der Kommandeur des Bataillons „Somali“ Michail Tolstych – Codename „Giwi“ – gemein ermordet. Die vorläufige Ermittlung hat gezeigt, dass dies ein Terrorakt war. Die Untersuchungen gehen weiter, die Schuldigen werden derzeit ermittelt. Und in der nächsten Zeit werden sie ermittelt sein.
Meinerseits will ich Folgendes anmerken. Wir kämpfen derzeit mit einem Staat, der sich endgültig in eine terroristische Organisation verwandelt hat. Auf dem Kampffeld können sie uns nicht besiegen. In der Folge all ihrer Angriffe haben sie nur „Kessel“ erreicht. Deshalb töten sie uns gemein, hinterhältig. Ich wende mich an die ukrainische Regierung und die Soldaten. Uns alle erschießt ihr nicht! Wir werden zu euch kommen, auch die Toten, und werden euch töten. Und ihr selbst habt uns dazu das Recht gegeben.
Ebenfalls wende ich mich an die gesamte Weltöffentlichkeit. Ich rufe dazu auf, die ukrainische Regierung auf die Liste terroristischer Organisationen zu setzen.

Kprf.ru: Der Sekretär des ZK der KPRF, der erste stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats des SKP-KPSS, das Mitglied des Komitees der Staatsduma zu Angelegenheiten der GUS, eurasische Integration und Verbindungen zu Landsleuten Kasbek Kuzukowitsch Tajsajew nannte den Mord an Michail Tolstych einen hinterhältigen Akt von Spezialdiensten der Kiewer Regierung, er sagte: „Der Tod eines der Führer der Miliz der DVR Michail Tolstychs, unseres Genossen und Freundes hat alle, die ihn kannten, tief erschüttert. Aber im Krieg für echte Freiheit und Unabhängigkeit sterben die besten – und dieses Mal ist das Opfer eines gemeinen Terrorakts der allgemein anerkannte Führer und Held Giwi.
Ich kann mich nicht ohne Schmerz daran erinnern, wie wir im März 2015 in Begleitung von Milizangehörigen aus der Einheit des Feldkommandeurs „Giwi“ in den zerstörten internationalen Prokofjew-Flughafen von Donezk fuhren,  wo die Kämpfe bereits fast ein ganzes Jahr stattfanden. Auf dem Gebiet des Flughafens haben wir damals das erste Mal diesen außerordentlich prinzipiellen, kühnen, willensstarken, mutigen Menschen kennengelernt, der die Milizangehörigen seiner Einheit mit besonderer Umsicht führte – den Feldkommandeur mit dem Codenamen Giwi. Damals haben wir Michail Tolstych eine Auszeichnung der KPRF und eine Siegesfahne überreicht, die Giwi später auf dem Gebäude des Flughafens gehisst hat. Er war darauf sehr stolz und sagte, dass er und seine Kämpfer heute, wie seine Großväter im Großen Vaterländischen Krieg, die Freiheit und Unabhängigkeit der Einwohner verteidigen, gegen die Besatzer kämpfen, dieses Mal gegen das verbrecherische Kiewer Regime.
Groß ist das Leid des Verlustes, der unersetzlich ist, aber ich bin überzeugt, dass an der Stelle des gestorbenen Giwi hunderte, tausende Kämpfer aufstehen werden, für die das Leben und die Heldentaten Giwis ein Vorbild und eine ewige Erinnerung sind“.

Dan-news.info: Reportage vom Anschlagsort
Das Gebäude des Stabs des Bataillons „Somali“, wo heute der Held der DVR Michal Tolstych „Giwi“ ermordet wurde, befindet sich im Tscherwonogwardejskij-Bezirk von Makejewka.
Die Explosion war von einer solchen Stärke, dass in mehreren Etagen die Fensterscheiben herausgeschlagen wurden. Jetzt ist das Objekt abgesperrt. Soldaten der DVR lassen niemanden näher als 200 m heran. Vor Ort arbeiten Mitarbeiter der Polizei, die die örtliche Bevölkerung über das Geschehen befragen.
„Unser Bezirk ist ruhig und wurde nie beschossen, aber heute gegen sechs Uhr morgens hat mich eine sehr heftige Explosion erschreckt, die Fenster bebten. Ich dachte, dass wir beschossen werden, und fiel vor Schreck auf den Boden, aber nach diesem Knall kam nichts mehr. Einige Zeit später ging ich auf die Straße und sah, dass das Gebäude abgesperrt war und niemand dorthin gelassen wurde“, sagte die Rentnerin Nina Charitonowa, die in der Nähe des Brennpunkts der Ereignisse wohnt, im Gespräch mit einem Korrespondenten von DAN.
„Ich erinnere mich deutlich, dass es vor dieser heftigen Explosion noch zwei schwächere Knallgeräusche gab“, erzählte die Lehrerin aus der örtlichen Schule Lidija Gornaja. „Bei uns zitterten die Betten und davon wachte mein Mann auf. Wir liefen sofort auf die Straße und sahen, dass das Gebäude des Truppenteils brennt“.
Zuvor war heute mitgeteilt worden, dass der Tod des Helden der DVR in der Folge eines Schusses mit einem reaktiven Flammenwerfer des Typs „Schmel“ erfolgte. Nach vorläufigen Informationen des operativen Kommandos der DVR wurde der Mord von Spezialdiensten der Ukraine verübt. In die Sache könnte auch der Berater des Innenministers der Ukraine Sorja Schkirjak verwickelt sein…
Im Pressedienst der Administration Sachartschenko erklärte man, dass die Beerdigung von Tolstych in der Republik am 10. Februar stattfinden werde. Im Zusammenhang mit dem Tod des Bataillonskommandeurs der DVR wurde eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen.
Michail Tolstych wurde 1980 in Ilowajsk geboren. Er diente in den Streitkräften der Ukraine. Seit Beginn des Konfliktes war er bei der Volksmiliz der DVR. Seit Mai 2014 nahm er an den Kämpfen um Slawjansk teil, danach in Ilowajsk, ab September an den Kämpfen um den Donezker Flughafen. Der Held der DVR, Träger zweier Georgskreuze, war mit der Medaille „Für die Verteidigung von Slawjansk“ ausgezeichnet worden und Oberst der Streitkräfte der Republik. Auf Tolstych gab es schon zahlreiche Anschläge, mehrfach war er im Kampf verwundet worden.

 

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