Kommunisten in den Volksrepubliken des Donbass – Neuigkeiten vom 08.11.16

Ausgewählt und übersetzt durch das Kollektiv der „Alternativen Presseschau“

Wpered.su: http://wpered.su/2016/11/07/dorogoj-oktyabrya-k-miru-edinstvu-socializmu/

Rede des ersten Sekretärs des ZK der KP der DVR Boris Litwinow auf der Kundgebung zum 99. Jahrestag der Oktoberrevolution am 7. November 2016 in Donezk

Geehrte Genossen, Bürger und Gäste der Donezker Volksrepublik!

Genau ein Jahr trennt uns von dem 100. Jahrestag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution. Dieses Jahr wird für viele Länder bestimmend sein: entweder rollt die Welt den Abhang der historischen Entwicklung aufgrund von globalen, immer weiter sich vertiefenden Krisen in der Ökonomie, Politik, den sozialen, kulturellen, geistigen Bereichen herab oder die Menschheit lenkt ihren Blick auf den vom Großen Oktober gezeigten Weg. Die Völker der Welt haben sich in der Praxis von der Richtigkeit und Kraft der Ideen des Oktober überzeugt. Ohne den Sieg der proletarischen Revolution in Russland hätte es im Jahr 1945 keinen Sieg über den Faschismus gegeben. Die Oktoberrevolution des Jahres 1917 und dann der Sieg 1945 haben das weltweite koloniale Systeme zerstört und Millionen Menschen Freiheit, Glauben an die eigenen Kräfte, Recht auf Arbeit, soziale Garantien und ein Leben entsprechend ihren nationalen Interessen gegeben. Nur danke der Oktoberrevolution konnten die Völker Europas soziale Leistungen erhalten. Vor dem Oktober 1917 gab es keine Renten, Unterstützungen, Urlaub.

Die durch die Oktoberrevolution entstandene Sowjetmacht hat der Menschheit eine unschätzbare Erfahrung radikaler Umwälzung aller Bereiche gegeben – von der ökonomischen Basis bis zum politischen und rechtlichen Überbau, der Lösung großer Aufgaben, der schwierigsten Probleme des gesellschaftlichen Entwicklung. Dazu war der Kapitalismus nicht in der Lage. Dies war unsere Revolution – eine Revolution des einfachen Arbeiters, der alle Güter der Zivilisation erhielt. Dies ist der Achtstundentag, kostenlose hochwertige Medizin und Bildung. Bis jetzt kann die bürgerliche Staatsmacht nicht alle Errungenschaften des Oktober vernichten. Bis jetzt nutzen wir das, was uns unsere Revolution gegeben hat.

Es müssen keine konkreten Zahlen zur Bestätigung dafür genannt werden, welchen Aufschwung das Sowjetland und mit ihm die Ukraine und der Donbass in den nachrevolutionären Jahren in der Folge der sozialistischen Industrialisierung, der Überführung der Landwirtschaft auf eine kollektive Grundlage, der Durchführung einer Kulturrevolution genommen hat.

Aber die Entwicklung der Menschheit ist keine gerade Straße, der sie ohne Zickzack, Abweichungen und Widersprüchen folgt. In der Folge von Fehlern in der Entwicklung der Theorie des Sozialismus in einer neuen Etappe, Kurzsichtigkeit und Verrat an den Interessen des Landes von Seiten vieler höherer Staatsfunktionäre, gründlicher Arbeit westlicher Spezialdienste und ihrer Helfer im Inneren der Sowjetunion kam es im Jahr 1991 zur einer bürgerlichen Konterrevolution. Nach der Unterzeichnung der sogenannten Bialowiezer Vereinbarungen durch Verräter und Kriminelle und der Zerstörung der Sowjetunion ergriff die nationale Bourgeoisie in den sich wieder gebildeten Republiken die Macht, die sich mit Raub zu erst am gesellschaftlichen und dann am privaten Eigentum der Bürger befasste. Die Staatsmacht versank in Korruption, das organisierte Verbrechen, Clankriege und Kriege zwischen den Nationalitäten erblühten. In den 25 Jahren „unabhängiger“ Ukraine wurden ganze Industriezweige vernichtet, hochtechnologische Produktion und landwirtschaftliche Betriebe ruiniert, darunter auch die Kollektivwirtschaften. Die Vernichtung des Systems der allgemeinen kostenlosen Medizin, der kritische Abfall des Lebensstandards, das Anwachsen von Kriminalität und Sterblichkeit, die Willkür der bewaffneten Strukturen und die Gesetzlosigkeit der Polizei führten im Ergebnis dazu, dass in einem Vierteljahrhundert die Bevölkerung der Ukraine um mehr als 10 Mio. sank. 25 Jahr lang fuhren bürgerliche Regierungen und Präsidenten einen Kurs auf die „Nutzbarmachung“ der Bevölkerung im strenger Entsprechung mit den vom State Department der USA gegebenen Orientierungen: die Bevölkerung der Ukraine darf bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts 25 Mio. nicht überschreiten.

In der Folge der gegen das Volk gerichteten Politik, der tödlichen Kämpfe der oligarchischen Clans um Eigentum und Macht, die Käuflichkeit gegenüber dem westlichen, vor allem dem amerikanischen, Kapital, ergriffen nationalfaschistische Banden und ihre oligarchischen Herren die Macht. Und nur das Volk des Donbass (Donezker und Lugansker Oblast) hatte genug Mut und Kraft, gegen das Übel, dessen Urteil schon beim Nürnberger Tribunal im Jahr 1946 gefällt wurde, aufzustehen. Und dies gelang, weil es im Donbass noch eine Arbeiterklasse gab, ein internationales Bewusstsein, eine historische Erinnerung, ein Verständnis des Kollektivismus und die nicht durch die ukrainische bürgerliche Propaganda zu zerschlagende Überzeugung von Freiheit, Gewissen, Gerechtigkeit, Gleichheit und Brüderlichkeit.

Wie im Oktober 1917 kamen auf die vordere Bühne wieder die, die mit ihrer Arbeit ihren Lebensunterhalt verdienen. Die Energie des Großen Oktober wurde von der Generation flammender Revolutionäre an die Generation der Sieger des Jahres 1945 und weiter über die Generation der Erschaffer der modernen Industrieproduktion und die Bezwinger des Kosmos an die Erschaffer, Verteidiger und Bauer der Donezker Volksrepublik weitergegeben.

Mehr als zwei Jahre lang hat die Republik in Kämpfen und Arbeit ihre Souveränität verteidigt. Tausende Leben, zehntausende schwere Schicksale wurden schon auf den Altar unserer Freiheit gelegt. Aber wie in den Jahren der Entstehung der Sowjetmacht, als sowohl die inneren Konterrevolutionäre als auch das Bündnis von 14 mächtigen kapitalistischen Staaten (das Vorbild für die heutige NATO) versuchten das junge Land zu vernichten, so attackieren heute alle imperialistischen Heerscharen die DVR. Ja und auch im inneren der Republik gibt es noch nicht wenige von denen, die für 30 Silberlinge oder aus Kleinmut einer Rückkehr zur Vergangenheit zustimmen, das heißt zum April 2014. Wir streben nach Frieden, aber wir werden nicht zum Frieden des April 2014 zurückkehren, wie sehr das auch jemand wollen mag. Wir sind bei uns zu Hause. Wir sind bereit, unser Haus und unser Land bis zum Sieg zu verteidigen.

Wir haben in einem allgemeinen Referendum mit einer erdrückenden Mehrheit der Wählerstimmen des gesamten ehemaligen Donezker Oblast gesagt: Es soll eine selbständige Volksrepublik geben! Den Willen des Volkes in die Praxis umzusetzen haben alle staatlichen Funktionsträger feierlich geschworen – vom Republikoberhaupt und den Abgeordneten des Obersten und dann des Volkssowjets bis zu Ministern und Bürgermeistern. Den Willen des Volkes muss auch die nicht kleine Armee staatlicher Funktionäre erfüllen.

Im Verlauf der Suche nach Wegen einer friedlichen Entwicklung des Konflikts von Zivilisationsinteressen schlägt man uns vor, auf den Weg der Integration in die Ukraine unter besonderen Bedingungen (Territorien mit besonderem Status) zu gehen. In eine Ukraine, in der kein Geld für Renten und Löhne ist, in eine Ukraine, wo die Zahlungen für kommunale Dienstleistungen und Mieten die Einkünfte der Bürger übersteigen, in eine Ukraine, wo die Kriminalität schon mit Kämpfen vergleichen werden kann, in eine Ukraine, wo die Russophobie, der Antisowjetismus, die Dekommunisierung und Debilisierung der Bevölkerung in die Köpfe aller von den Kleinen bis zu den Großen eingehämmert wird – in eine solche Ukraine wollen wir? Wir, die Teilnehmer der Kundgebung sagen gemeinsam mit der Mehrheit der Einwohner unserer Volksrepublik: Es gibt keinen Weg in eine solche Ukraine. Wir sind für Frieden, gegenseitig nützlichen Handel, für verwandtschaftliche Beziehungen, aber unsere politische Wahl ist die historische Einheit mit Russland, ökonomisch die Eurasische Gemeinschaft; unser Weg des sozial-politischen Aufbaus der Gesellschaft wurde vor 99 Jahren von der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution gezeigt.

  1. I.Lenin hat als erster gesagt, dass wir uns dann retten werden, wenn wir nicht dem Kapital, sondern der Arbeit, der Gerechtigkeit und der Völkerfreundschaft dienen werden

Heute ist für alle vernünftig denkenden Menschen offensichtlich, dass Aufbau und Entwicklung der Volksrepublik nur auf der Grundlage des Wiederaufbaus einer strategische Prognose und Planung, einer Verstärkung der regulierenden Rolle des Staates, der Durchführung einer Wirtschaftspolitik, deren Grundlage die Interessen der arbeitenden Menschen und nicht der oligarchischen Clans ist, möglich ist.

Die Republik kann nur durch die Stärkung der freundschaftlichen und ökonomischen Beziehungen mit der Russischen Föderation wiederaufgebaut werden, durch die Organisation von gegenseitig nützlicher Zusammenarbeit mit allen GUS-Ländern. Natürlich erfordert dies eine Konkretisierung in der Formulierung der Ziele des gesellschaftspolitischen Aufbaus.

Aber dafür ist es Zeit, in der DVR ein Gesetz „Über politische Parteien“ anzunehmen. In einem solchen Gesetz muss festgeschrieben sein, dass in der Republik nur solche Parteien ein Recht auf Existenz haben, die auf den Positionen der Souveränität und Integrität unserer Heimat stehen. Parteien müssen, und das ist ihre natürliche Funktion, die Interessen von Klassen und Schichten der Bevölkerung vertreten. In offenen Diskussionen müssen ökonomische, politische, soziale Wege der Entwicklung des Landes vorgeschlagen werden. Aber dabei muss die Souveränität der DVR unverbrüchlich verteidigt werden.

Und der Konflikt zwischen den Volksrepubliken und der Ukraine wird solange nicht gelöst werden, bis das ukrainische Volk seine Lösung in Angriff nimmt. Und gelöst werden muss er notwendigerweise in Kiew, Donezk und Lugansk durch einen politischen Dialog am „Runden Tisch“ unter Beteiligung von Vertretern des Donbass, eine zweite Etappe des „Runden Tischs“ unter Beteiligung aller Regionen der Ukraine, aber als selbständige Regionen. Dann wird es möglich sein, die Möglichkeit des Abschlusses eines Föderationsvertrags nach dem Muster der Schaffung eines Unionsstaates zu behandeln.

Geehrte Genossen!

Den Bolschewiki ist es gelungen, das Land aus Ruinen zu erheben, sowohl nach dem Bürgerkrieg als auch nach dem Großen Vaterländischen Krieg. Es ist deswegen gelungen, weil die Politik der Kommunisten von den arbeitenden Schichten und der Volksintelligenz verstanden und angenommen wurde. Diese Politik war auf das Schaffen gerichtet. Es wurden neue Fabriken, Schulen, Krankenhäuser, Theater, Kulturhäuser erbaut. Es wurden neue Arbeitsplätze geschaffen. In der Praxis wurde das Prinzip „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Leistungen“ realisiert. Eine solche Politik und Prinzipien hat die Einheit der Werktätigen gestärkt.

Vor kurzem hat beim Feiertag der Einheit des Volkes Russlands der Freund und Unterstützer der Donezker Volksrepublik, der Vorsitzende der KPRF Gennadij Andrejewitsch Sjuganow gesagt:

„Einheit ist dauerhaft auf der Grundlage von Arbeit, Gerechtigkeit, Humanismus und Freundschaft der Völker. Und nicht auf der Grundlage von Oligarchie, unermesslicher Profite und weiterer Ausraubung des Landes. Aber denkt daran, dass das Land am größten, am geschlossensten und am einheitlichsten in der Form der Sowjetunion war. Weil es denen diente, die mit Verstand und Begabung die Hauptwerte auf der Erde schaffen“.

Zu einer solchen Einheit mit den Völkern ruft auch die Kommunistische Partei der DVR auf.

Herzlichen Glückwunsch zum Feiertag, liebe Genossen!

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