Eilmeldung (aktualisiert) vom 16.10.2016: Motorola ermordet

Abends:

Dnr-news.com / rusvesna.su: In Donezk wurde der Kommandeur der Volksmiliz der DVR Motorola ermordet
In Donezk wurde, nach vorläufigen Angaben, einer der Kommandeure der Volksmiliz der DVR, Arsenij Pawlow (Motorola), ermordet, sagte gegenüber „Interfax“ eine informierte Quelle.
„Nach vorläufigen Angaben detonierte im Fahrstuhl des Hauses, in dem Arsenij Pawlow wohnte, eine selbstgemachte Sprengfalle. Der Volksmilizionär selbst befand sich in diesem Moment im Epizentrum der Explosion und erhielt Verletzungen, die mit dem Leben unvereinbar sind“, sagte die Quelle.
Seinen Worten nach wird eine ukrainische Diversions- und Spionagegruppe des Anschlags verdächtigt.
Weiter wurde gesagt, dass in der Republik ein Plan angekündigt wurde zur Ergreifung der des Mordes an dem Volksmilizionär Verdächtigen.
Diese gleiche Information gab eine Quelle aus den bewaffneten Strukturen an RIA Novosti.
„Nach vorläufigen Informationen starb heute einer der Kommandeure der Streitkräfte der DVR Arsenij Pawlow. Derzeit wird diese Information überprüft“, sagte sie.
Im Verteidigungsministerium bestätigte man unterdessen den Tod des Volksmilizionärs Arsenij Pawlow (Motorola).
„Nach vorläufigen Angaben starb ‚Motorola’  infolge eines terroristischen Anschlags einer ukrainischen Diversions- und Spionagegruppe. Bei seiner Rückkehr nach Hause detonierte im Fahrstuhl eine ferngezündete Sprengvorrichtung“, heißt es in der Behörde.
Die Ermittlungen sind im Gange, die Umstände werden aufgeklärt. N der Stadt wurde das antiterroristische Regime verstärkt, erklärte man im Verteidigungsministerium.
Denis Puschilin bestätigte ebenfalls die Tatsache des Todes.
„Die Information bestätigt sich. Es war eine selbstgemachte Sprengvorrichtung installiert worden. Jetzt wird schnell gehandelt. Es wurde ein Plan zur Abriegelung der Stadt angekündigt“, sagte Puschilin in einer Sendung des Fernsehsenders „Rossija 24“.
Puschilin betonte, das der getötete Offizier von Beginn des Konfliktes im Donbass an in den Reihen der Volksmiliz kämpfte und so zu einem wahren Symbol des Kampfes gegen die bewaffnete Aggression von Seiten des ukrainischen Regimes wurde.

Rusvesna.su: Der Sprecher des ukrainischen Innenministeriums sprach von der „Vernichtung“ Motorolas
Der Sprecher des Innenministeriums Artjom Schewtschenko schrie auf seiner Facebook-Seite über den Tod des Kommandeurs der Volksmiliz und benutzte dabei das Wort „vernichtet“.
„Der Terrorist Arsenij „Motorola“ Pawlow wurde vernichtet. Wie es scheint, von seinen eigenen Komplizen der menschenverachtenden terroristischen Internationale. Das ist das Ende all dieser Bastarde auf unserer ukrainischer Erde“, schrieb er auf seiner Seite bei Facebook.

 

Rusvesna.su: Infolge der Explosion im Haus von Motorola gibt es Verletzte
Denis Puschilin, der Bevollmächtigte der DVR in der Kontaktgruppe zur Regulierung der Situation im Donbass erklärte, dass es infolge der Detonation, die Ursache für den Tod des Kommandeurs der DVR Arsenij Pawlow mit Codenamen Motorola war, Verletzte gebe.
„Es ist bekannt, dass in der Umgebung des Fahrstuhls (des Hauses, in dem Pawlow wohnte – Anm. d. Red.) eine selbstgemachte Sprengvorrichtung installiert war, es gibt mehrere verletzte Menschen“, zitiert TASS die Worte Puschilins.
Der Tod Motorolas kann zur Verschärfung der Situation im Donbass führen, erklärte Denis Puschilin ebenfalls in einer Sendung des Fernsehkanals „Rossija 24“ am Sonntag.
„Dies kann zu einer Verschlechterung (der Situation an der Abgrenzungslinie im Donbass – Anm. d. Red.) führen.“
Puschilin fügte hinzu, dass die Ukraine mit der Ermordung des Kommandeurs der DVR die Kräfte der Volksmiliz provozieren will:
„Es ist möglich, dass die Ukraine mit diesem terroristischen Akt einen weiteren Versuch unternimmt, auf gewaltsamem Weg den Konflikt zu lösen.“

Gefunden auf der VKontakte-Seite der Volksmiliz von Novorossia:
Mitteilung von Volksmilizionär mit Codenamen „Sklon“
Motorola ist tot und auch ein Personenschützer aus seiner Wachmannschaft. Die Ehefrau Lena und die Kinder sind am Leben. Freunde sagen, sie hätten eben dort angerufen. Lena war mit ihrer Mutter, dem Neugeborenen Makar und der Tochter Miroslawa im Augenblick der Explosion zu Hause… Ihre Wohnung erbebte von der Detonation und der Putz fiel von der Wand. Natürlich hat Lena einen Schock… Lasst sie am besten jetzt in Ruhe…

 

Vormittags am 17. Oktober:

 

Gefunden auf der VKontakte-Seite der Volksmiliz von Novorossia:
Kommentar vom Volksmilizionär Andrej Alexejew
„Im Moment ist folgendes klar: Der Kommandeur wurde durch die Explosion einer Bombe getötet, die an der Hauswand des Müllraums befestigt war, der neben dem Fahrstuhlschacht liegt. Ausgelöst wurde sie genau in dem Moment, als Arsenij den Aufzug betrat und sich hinter ihm die Türen schlossen, der Fahrstuhl aber noch nicht nach oben fuhr. Das bedeutet, es war eine Ausführung auf die Sekunde genau.
Das Haus, in dem Motorola wohnte, wurde sehr gut bewacht. Ja, eine Bewachung ist keine absolute Garantie gegen einen Mord. Doch die Ausführung eben dieses Mordes hat noch einen anderen Aspekt. Der Raum, in dem die Bombe installiert war, ist verschlossen und nur eine begrenzte Anzahl von Personen, Mitarbeiter der Müllabfuhr und deren Vorgesetzte in der Abteilung der kommunalen Wohnanlage, haben dorthin Zugang. Das heißt, Außenstehende konnten dort nicht reinkommen. Selbst wenn irgendwer irgendwie an die Schlüssel gekommen sein sollten, wären unbekannte Personen, die versuchen, in den Wirtschaftsraum einzudringen, sofort ins Sichtfeld der Schutzmannschaft geraten, die den Hof überwacht.
Weiter. Um eine Bombe im richtigen Moment detonieren zu lassen, muss sich der Mörder ganz in der Nähe des Hauses befinden, auch noch so, dass er sieht, wann Arsenij den Hauseingang betritt. Und die Genauigkeit dieser Höllenmaschine zeigt, dass die Mörder irgendwie die Passanten im Hauseingang überwachten. Entweder mit einer dort installierten Videokamera oder mit Hilfe bestimmter Geräte, die an der Hebetechnik des Fahrstuhls angebracht wurden. Ohne dies kann man nicht genau die Zeit abpassen, in der das Opfer den Fahrstuhl betritt, sich die Türen schließen, jedoch die Kabine noch nicht nach oben gezogen wird. Klar ist, dass die Installation solcher Geräte ebenfalls den Zugang zum Gebäude und lange Manipulationen voraussetzen, die ebenfalls nicht vor der Bewachung verborgen werden könnten.
So ist die Version der „ukrainischen Diversionsgruppe“ nicht haltbar. Ukrainische Diversanten haben keinen Zugang zum Haus und die Möglichkeit, sich dort längerfristig aufzuhalten und irgendwelche Arbeiten auszuführen, unentdeckt durch die Wachmannschaft.
Der Mord wurde also von einigen Komplizen der Kiewer Junta begangen, die die Möglichkeit hatten, sich als „Freunde“ zu maskieren zur Vorbereitung dieses Terroranschlags.

 

De.sputniknews.com: Bombenanschlag im Aufzug: Donezker Volkswehr-Kommandeur ermordet
Einer der führenden Kommandeure der Donezker Volkswehr, Arseni Pawlow, ist am Sonntagabend durch einen Bombenanschlag getötet worden, wie das Verteidigungsministerium der selbsternannten Republik Donezk mitteilt. Pawlow, besser bekannt unter seinem Kriegsnamen „Motorola“, starb zusammen mit seinem Leibwächter bei der Explosion eines Sprengsatzes im Aufzug seines eigenen Hauses in Donezk. Mehrere Menschen sollen verletzt worden sein.
Die Regierung der selbsterklärter Volksrepublik Donezk hat bereits Kiew für Pawlows Tod verantwortlich gemacht und vor einer Zuspitzung der Lage im Donbass gewarnt.
Arseni Pawlow war an den Kämpfen bei Slawjansk 2014 sowie der Verteidigung von Ilowajsk, Debalzewo und dem Donezker Flughafen beteiligt.
Die EU hatte im Januar vergangenen Jahres Sanktionen gegen Pawlow persönlich beschlossen. Die Ukraine hat ein Strafverfahren gegen ihn eingeleitet.

 

Gefunden auf der VKontakte-Seite der Volksmiliz von Novorossia:
Vom Militärberichterstatter Alexandr Kots
Motorola kam nach dem Ausspruch eines Einwohners Kiews „Für jeden der Unsrigen werden wir 10 Russen umbringen“ in den Donbass um zu kämpfen. Den Codenamen hat er selbst noch vor den Ereignissen im Donbass gewählt. In Russland diente er drei Jahre in der 77. Marineinfanteriebrigade als Funker. Daher auch der Codename ‚Motorola’, den er schon in der Zeit seines Wehrdienstes und in den zwei Einsätzen in Tschetschenien trug.
Dort, auf der Spitze des Krieges, sammelte er erste Kampferfahrungen. Es gibt Menschen, die aus dem Fleischwolf blutiger Schlachten zurückkehren mit zerschlagenen Seelen und einer Abneigung gegen Waffen. Aber es gibt auch jene, die nicht nur kämpfen können, sondern auch in sich die Menschlichkeit bewahren. Motorola war einer von diesen. Ein gottbegnadeter Kämpfer, ein Liebhaber des russischen RAP und ein Spaßvogel.
Wir lernten uns im Frühjahr 2014 kennen, als man nach Slawjansk noch direkt fahren konnte, aber in der Stadt und der Umgebung schon Kämpfe stattfanden…
Über seine Vergangenheit wollte Motik, wie ihn seine Freunde nannten, nur ungern sprechen. Er wurde in Komi geboren, mit 15 Jahren wurde er Waise, wuchs bei der Großmutter auf. Neben dem militärischen hatte er einige zivile Berufe – Rettungssanitäter, Steinmetz… Doch seine Seele brannte immer für das Militär. Den „Maidan“ beobachtete er zuerst über das Fernsehen, dann führ er selbst nach Kiew – „aus sportlichem Interesse“. Als er dort von jemandem den Ausspruch hörte „Für jeden der Unsrigen werden wir 10 Russen umbringen“, war für ihn die Entscheidung gefallen. Und er begann sich in der Protestbewegung des Südostens der Ukraine noch vor Slawjansk zu engagieren. Er fuhr zu den Demonstrationen nach Charkow, zu Kundgebungen in Odessa und geriet schließlich in den „Krimfrühling“, von wo aus er sich mit einer kleinen Gruppe um Igor Strelkow nach Slawjansk auf den Weg machte.
Motorola hat als einer der ersten verstanden, dass die informative Komponente dieses Krieges genau so wichtig ist wie die militärische.
Dort wurde er schnell zu einer Medienfigur. Nicht etwa durch Ruhmsucht, sondern wegen der Kraft seiner Umgänglichkeit und seiner natürlichen Ausstrahlung… Mit seiner Handykamera nahm er erste Bilder der Kämpfe auf und übergab sie an uns Journalisten…
Der erste große Kampf in Semenowka fand am 5. Mai 2014 statt… Schon kurz danach gab er uns sein Filmmaterial, das im ganzen Land verbreitet wurde. Doch jeden Tag gleichzeitig die Waffe und das Smartphone halten erwies sich als immer schwieriger. Und so begann Motik uns mit in den Krieg zu nehmen. Nikolajewka, Semenowka, Illowaisk, Debalzewo, der Flughafen… Wir stehen an der Betonmauer zum neuen Terminal, in dem in der einen Etage noch die ukrainischen „Cyborgs“ sitzen, in der anderen schon die Volksmilizionäre. Arsenij persönlich fuhr uns so nahe wie möglich heran, damit wir ein paar Aufnahmen machen konnten. Plötzlich ohrenbetäubendes Bersten verschiedener Kaliber. Doch Motorola bleibt ruhig und bedacht….
Motorola wusste genau, dass die Zeit der Waffenruhe ohne Kämpfe und Aufklärungsgänge eine Armee zersetzen können. Deshalb jagte er sein Bataillon von früh bis spät über den Übungsplatz nach dem Trainingsprogramm russischer Spezialeinheiten. Zu sehen ist dies in seiner „Online-Reportage“ auf Istagram…
Gerade erst war sein Sohn Makar geboren worden. Auch darüber informierte Motik auf Istagram. Die ein Jahr zuvor geborene Miroslawa hatte ein Brüderchen bekommen. Als Arsenij zusammen mit seinem Personenschützer in den Fahrstuhl stieg, warteten sie auf ihn, in ihren kleinen Bettchen. Die Explosion erschütterte das Gebäude, es verbreitete sich der Geruch von Ruß und verbranntem Schießpulver. Lena kennt diesen Geruch gut, sie ist selber aus Semenowka, hat dort Arsenij kennen gelernt. Die Hochzeit feierten sie in Donezk, auf der Krim wurden sie getraut…
Motorola hat sich nie in die Politik eingemischt, sie hat ihn nie interessiert. Deshalb ist die Version einer innenpolitischen Auseinandersetzung einfach unglaubwürdig. In der Ukraine malte man von ihm das Bild eines grausamen Monsters, das Gefangene erschießt. Das ist eine Lüge – ich habe es selbst erlebt, wie er sich Gefangenen gegenüber verhielt. Das Erschießen (von Gefangenen – Anm. d. Übers.) war für ihn ein Verlust der Würde. Er war nicht nachsichtig, aber auch nicht grausam. Er war nicht redegewandt, aber er konnte sehr überzeugend sein. Er war keine Schönheit, aber er war ein guter Freund  und Ehemann. Er war ein gottbegnadeter Kämpfer. Ein Recke von der fröhlichen Art.

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