Kommunisten in den Volksrepubliken des Donbass – Neuigkeiten vom 10.10.16

Ausgewählt und übersetzt durch das Kollektiv der „Alternativen Presseschau“

Wpered.su: http://wpered.su/2016/10/09/dva-goda-kommunisticheskoj-partii-doneckoj-narodnoj-respubliki-put-k-suverenitetu-i-socializmu/
Am 8. Oktober fand in Donezk eine feierliche Versammlung aus Anlass des zweiten Jahrestags der Gründung der KP der DVR statt. Den Lesern stellen wir den Text des Referats des ersten Sekretärs des ZK der KP der DVR Boris Litwinow vor.

Sehr geehrte Genossinnen und Genossen!
Am 8. Oktober sind zwei Jahre vergangen seit der Gründung der KP der Donezker Volksrepublik.
Am 8. Oktober 2014 fand auf Initiative von Kommunisten, die aktiv am Prozess der Schaffung und Verteidigung der Volksrepublik beteiligt waren, der 1. (Gründungs-)Parteitag der KP der DVR statt. Am 13. Oktober 2014 übergab die Zentrale Wahlkommission der DVR, die zu der Zeit zur Registrierung von politischen Parteien und gesellschaftlichen Organisationen bevollmächtigt war, der KP der DVR die Bescheinigung über die staatlichen Registrierung Nr. 000008.
Die Gründung unserer Partei auf dem Territorium der Republik war durch den Verlauf und die Logik des historischen Prozesses hervorgerufen.
Bis Oktober 2014 konnte sich die junge Republik in schwersten Kämpfen gegen die Kiewer Straftruppen, die alles Elend des Krieges in unser Land gebracht haben, zusammenschließen und den Angriff des Feindes abwehren, den Sieg in einigen strategischen Kämpfen erringen und mit der Stärkung ihrer Staatlichkeit beginnen. Die Kommunisten und ihre Anhänger waren aktive Verteidiger des neuen Staates auf den Schlachtfeldern, waren an der Schaffung und Entwicklung der staatlichen Strukturen und der örtlichen Selbstverwaltung beteiligt.
Aber im Verlauf der Kämpfe gelang es den ukrainischen Besatzern, die die gesamte Schlagkraft der ukrainischen Armee, zahlreicher Strafbataillone und ausländischer Söldner gegen die junge Donezker Volksrepublik richteten, zeitweise einen erheblichen Teil unseres Territoriums zu besetzen. Der südöstliche Teil der Republik wurde vom Rest des Territoriums abgeschnitten. Die Verbindungen mit den besetzen Bezirken brachen ab. Auf dem Territorium der DVR befanden sich viele aktive Anhänger der Republik aus den zeitweise besetzten Bezirken. Und unter ihnen viele Parteiaktivisten. In einer solchen Situation wurden in kurzer Zeit die notwendigen Vorbereitungsarbeiten durchgeführt und die Entscheidung zur Gründung einer eigenständigen Kommunistischen Partei getroffen.
Die Gründung der KP der DVR wurde von allen kommunistischen Parteien im SKP-KPSS unterstützt, darunter auch von unseren Genossen aus der KPRF und der KPU.
Im weiteren Verlauf begannen sich die internationalen Verbindungen der KP der DVR zu festigen. Und heute haben und entwickeln wir freundschaftliche und Arbeitsbeziehungen mit mehr als zehn kommunistischen Parteien in Europa, Asien und Lateinamerika. Solche Verbindungen werden erweitert.
In den letzten zwei Jahren hat die Partei die Grundlagen ihrer administrativ-territorialen Struktur geschaffen. Es wurde 27 Bezirks- und Stadtorganisationen gegründet und diese arbeiten. Alle, die in die Partei eintreten, erhalten ein Parteibuch der KP der DVR.
In dieser Zeit fanden drei Parteitage statt, es wurden 10 Plenen durchgeführt, auf denen die Arbeit der Partei prinzipiell eingeschätzt wurde und die Wege der weiteren Entwicklung des Parteiaufbaus festgelegt wurden. Alle Materialien der Parteiforen sind in der elektronischen Zeitung „Wpered“ veröffentlicht – die heute das wichtigste Informationsorgan des ZK der Partei ist. Es laufen Arbeiten, um auch eine Zeitung mit diesem Namen herauszugeben.
Die Partei arbeitet mit einer Reihe gesellschaftlicher Organisationen zusammen, wie dem Komsomol, der Union sowjetischer Offiziere, der gesellschaftlichen Frauenorganisation „Hoffnung des Donbass“, der gesellschaftlichen Organisation „Slawische Bruderschaft“, mit Pionier- und Kinderkollektiven, mit einer Reihe Landsmannschaften, die die DVR unterstützen und die mit uns die Ideen des Sozialismus teilen. Mitglieder unserer Partei werden oft zu Versammlungen, Runden Tischen und Konferenzen mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen eingeladen. Für viele in der Republik und außerhalb ihrer Grenzen ist die Position der Kommunisten der DVR zu unterschiedlichen Fragen der Entwicklung des jungen Staates von Interesse. Materialien über unsere Partei und die Meinung unserer Genossen finden oft ihren Ausdruck in ausländischen Medien.
Aber die Bildung und Entwicklung der Zivilgesellschaft, in erster Linie politischer Parteien als Ausdruck der Interessen bestimmter Klassen und Schichten, wurde in unserer Republik in der letzten Zeit merklich von Seiten der Führung des Volkssowjets der Republik, der Führung der auf dem politischen Feld der DVR dominierenden gesellschaftlichen Bewegung „Donezkaja Respublika“ aufgehalten und sogar blockiert. Nach Auffassung der Kommunisten und vieler Einwohner der Republik demonstrieren gerade die Führer dieser gesellschaftlichen Bewegung die Bereitschaft, von den Prinzipien der Souveränität abzurücken und zur Rückkehr der Republik zu der Positionen im Frühjahr 2014, was die Beziehungen mit der Kiewer Regierung betrifft. Die KP der DVR hat seit Beginn ihrer Aktivität die Zusammenarbeit mit allen politischen und gesellschaftlichen Kräften angestrebt, die fest auf dem Weg des Aufbaus eines souveränen, sozial orientierten Volksstaates DVR stehen.
Unterschiedliche Vorstellungen über die Entwicklungswege der Republik bei der Führung von „Donezkaja Respublika“ und der KP der DVR waren auch die Ursache dafür, dass das Präsidium von „Donezkaja Respublika“ ihr „Misstrauen“ gegenüber den kommunistischen Abgeordneten im Parlament der DVR zum Ausdruck brachte. In der Folge wurde beiden kommunistischen Abgeordneten die Mandate entzogen und sie haben nun nicht mehr die Möglichkeit, im Parlament die Auffassungen eines erheblichen Teils der Bevölkerung der Republik zum Ausdruck zu bringen. Der Unwille, die politischen Opponenten anzuhören und öffentlich Meinungen auszutauschen, ist eine der Hauptursachen dafür, dass der Parteiaufbau in der Volksrepublik gebremst wird.
Im April 2016 wurde auf dem 2. Parteitag festgestellt, dass „die KP der DVR eine konsequente politische Kraft ist, die die Ideale vertritt, die bei der Gründung der DVR ausgerufen wurden. Die Partei unterstreicht, dass sie in der derzeitigen Etappe der Herausbildung der Republik das präsidial-parlamentarische Modell der Staatslenkung unter Führung des in allgemeinen Wahlen gewählten Republikoberhaupts A. W. Sachartschenko unterstützt. Besonders nah sind unserer Partei die vom Oberhaupt der DVR benannten Prinzipien, auf denen er vorschlägt unseren Staat aufzubauen. Das sind die Prinzipien Freiheit, Gewissen, Gerechtigkeit und Gleichheit! In den letzten Monaten hat das Republikoberhaupt häufig Erklärungen abgegeben, dass er keinerlei Vereinbarungen mit der Ukraine unterzeichnen wird, die die Souveränität der DVR beschneiden. Und eine solche Position findet die Unterstützung sowohl des Volkes der Republik als auch der Kommunisten.
Wenn man die Aufmerksamkeit auf die ursprünglichen Ideen der Gründung der DVR richtet, so stellen wir fest, dass dem Protest der Einwohner des Donbass in erster Linie antioligarchische Einstellungen und der Kampf gegen Erscheinungen der nationalfaschistischen Ideologie zugrunde lagen. Vorrangiges Ziel ist die Verteidigung des gemeinsamen historischen Erbes mit Russland und anderen Völkern der ehemaligen UdSSR, die Bereitschaft, einen einheitlichen Wirtschaftsraum mit den Ländern der Eurasischen Wirtschaftsunion aufzubauen, sich gemeinsam mit den Teilnehmerstaaten des Vertrags über kollektive Sicherheit der GUS-Staaten an der Verteidigung gemeinsamer Interessen zu beteiligen. Alle oben aufgezählten Erwartungen und Vorstellungen über die Zukunft für die Volksrepublik passen im Bewusstsein der Einwohner mit einer Bewegung auf einem sozialistischen Weg zusammen. Dies war im Jahr 2014 an den Losungen und den erwarteten Änderungen sichtbar. Und diese Erwartungen sind in unserem Parteiprogramm und anderen Parteidokumenten niedergelegt: Der Grund und Boden muss Staatseigentum sein und ist kein Kaufs- und Verkaufsobjekt; die Naturressourcen und grundlegenden Produktionsbereiche sind Volkseigentum; Planung als Grundlage des ökonomischen Systems des Staats; staatliche soziale Garantien für kostenlose Bildung und Gesundheitsversorgung und viele andere bekannte und von uns angestrebte Ziele.
Als konsequente Marxisten-Leninisten lenken wir die Aufmerksamkeit der Einwohner der Republik auf die fundamentale Schlussfolgerung W. I. Lenins in seiner Arbeit „Die drohende Katastrophe und wie sie bekämpft werden kann“: „Man kann nicht vorwärts gehen, ohne zum Sozialismus zu gehen“. Diese Losung ist die Hauptlosung auch unserer Zeitung „Wpered“.
Sehr geehrte Genossinnen und Genossen, unsere „Leninschen Lesungen“ samstags im Zentralkomitee sind schon zu einer festen Einrichtung geworden. Nach der Planung unserer Treffen ist das nächste Thema der bereits erwähnten Arbeit W. I. Lenins „Die drohende Katastrophe und wie man sie bekämpfen kann“ gewidmet. Diese Arbeit findet ernsthafte Beachtung der Kommunisten nicht nur im postsowjetischen Raum, sondern auch derer, die sich das Ziel eines Übergangs von der kapitalistischen Gesellschaft zu den Grundlagen des Sozialismus gestellt haben. Diese Arbeit stellt ein System wissenschaftlich fundierter Empfehlungen dar, die es erlauben würden, den Übergang von einer revolutionären Demokratie zum Aufbau des Sozialismus zu bewerkstelligen.
Bei der Analyse der Lage Russlands im September 1917 behandelt W. I. Lenin in einzelnen Kapiteln solche Probleme wie die „völlige Untätigkeit der Regierung“,  „die Zerstörung der Arbeit der demokratischen Organisationen durch die Regierung“, „der finanzielle Zusammenbruch und Maßnahmen, um diesen zu bekämpfen“ usw. Wenn wir uns umsehen, entdecken wir, dass solche Bewertungen der Situation nicht nur auf Russland vor 100 Jahren zutreffen, sondern auch auf heutige Staaten, in denen es Kräfte gibt, die danach streben, auf dem Weg des politischen und sozialen Fortschritts vorwärts zu gehen. Die Bezeichnungen der Kapitel bestimmen die Maßnahmen, die nicht nur zur Verhütung einer Katastrophe, sondern auch für den Übergang zum Sozialismus notwendig sind: „Nationalisierung der Banken“, „Nationalisierung der Syndikate“, „Zwangsvereinigung in Industrieverbänden“, usw. Schließlich stellt Lenin die Schlüsselfrage: „Ist es möglich vorwärts zu gehen, ohne zum Sozialismus zu gehen?“ Er gibt die deutliche Antwort: „Der staatsmonopolistische Kapitalismus in einem wirklich revolutionär-demokratischen Staat bedeutet unweigerlich, unvermeidlich einen Schritt zum Sozialismus!“.
Eine detaillierte Analyse dieser Arbeit und der Besonderheit der Anwendung der Leninschen Prinzipien und Empfehlungen auf die Lage in der DVR werden wir bei der nächsten Studieneinheit behandeln.
Heute eröffnen wir ein für uns neues Studienfeld. Es wird vorgeschlagen, jedes Mal in der Studieneinheit einen Film von 25 bis 35 Minuten Länge aus der politischen Mediathek der KPRF anzusehen. Heute wird der Film „Der Marxismus und die Gerüchte über seinen Tod“ vorgeschlagen.
Erlaubt mir, uns allen noch einmal zum zweiten Jahrestag der Gründung der KP der DVR zu gratulieren, allen eine starke Gesundheit, Zielstrebigkeit und Ausdauer beim Erreichen der Ziele, Einheit und Geschlossenheit in unseren Reihen zu wünschen.
Unser ideologisches Fundament ist der Marxismus-Leninismus. Unser Ziel ist in der ersten Etappe der Aufbau der Grundlagen einer sozialistischen Gesellschaft in der DVR und der Zusammenschluss mit den Brudervölkern zur Wiedererrichtung unserer Heimat – der UdSSR. Die geschichtliche Wahrheit ist auf unserer Seite. Und auf wessen Seite die Wahrheit ist, der wird den Sieg erringen!

 

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