Presseschau vom 04.11.2014

Nationalgarde an die Bürger von Slawjansk: Brauchen dringend Toilettenpapier!


Quellen: Itar-Tass, Interfax, Ria Novosti, rusvesna.su, voicesevas.ru, hinzu kommen Informationen der Seiten „Novorossia“ sowie „dnr-news“ und „novorosinform“. Wir beziehen manchmal auch ukrainische Medien, z.B. BigMir, UNIAN, Ukrinform, KorrespondenT und die Online-Zeitung Timer aus Odessa ein. Zur besseren Unterscheidung der Herkunft der Meldungen sind Nachrichtenquellen aus den neuen ostukrainischen Volksrepubliken in Rot (Portal Novorossia, dnr-news, novorosinform) und andere ukrainische Quellen in Blau (BigMir, Ukrinform, UNIAN, KorrespondenT und Timer) gekennzeichnet. Die Übersetzung russischer Medien erfolgt in schwarzer Farbe.


 

Vormittags:

 

Novorossia.su: Die DVR und LVR sind bereit, den ukrainischen Regionen Kohle für die Heizsaison zu liefern, hieß es gestern in einer gemeinsamen Erklärung. Wenn Kiew klug handelt, seien die Volksrepubliken ebenfalls zu Verhandlungen bereit.

Novorossia.su: Der 6. humanitäre Konvoi für den Donbass hat die Volksrepubliken erreicht. 20 Fahrzeuge mit über 100 t Ladung bringen vor allem Heizmaterial und Medikamente.
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Gefunden im www auf der Seite der KPRF: In dem von vielen Medien veröffentlichten Interviews Sachartschenkos zum Wahlausgang und den Minsker Verträgen hatte er auf die Frage eines Journalisten hin ebenfalls erklärt: „Im neuen Parlament der DVR werden die Kommunisten vertreten sein. Eine große Anzahl von Kommunisten stehen auf den Wahllisten.“

Rusvesna.su: Der Generalmajor der DVR und Kommandeur von Gorlowka Igor Besler wird bald von seiner Dienstreise zurückkehren. Dies erklärte der Chef der Aufklärung und stellvertretende Verteidigungsminister Petrowski.

 

novorossia.su: Der ukrainische Präsident Poroschenko beschloss, das Gesetz über den Sonderstatus des Donbass zurückzunehmen. Einen entsprechenden Antrag legte er heute dem Nationalen Sicherheitsrat vor. Die „Pseudowahlen“ in den beiden Regionen haben die Situation im Donbass erheblich erschwert. Er sagte weiter, dass die Dezentralisierung Schlüsselelement zur politischen Regulierung im Donbass bleibe und kündigte den Wideraufbau der Regionen mit Geldern aus dem Ausland sowie die Schaffung einer wirtschaftlichen Sonderzone mit speziellen Regelungen zum Handel mit Russland und der EU.

 

RIA.de: Im blutigen Konflikt im Osten der Ukraine haben die ukrainische Armee und die Volksmilizen ihr Artillerie-Duell um den Flughafen von Donezk wieder aufgenommen. Dabei setzen die ukrainischen Militärs Brandmunition ein, teilte der stellvertretende Befehlshaber der Volkswehr, Eduard Bassurin, am Dienstag in Donezk mit. „Dabei wurden vier Wohnhäuser zerstört und mehrere beschädigt. Ein Einwohner kam ums Leben, drei weitere wurden verletzt“, hieß es. Im Raum der Siedlung Frunse im Westen des Gebiets Lugansk hatten die Volksmilizen nach eigenen Angaben eine Gruppierung der ukrainischen Armee von rund 80 Mann eingekesselt. Die Volkswehr habe ihnen vorgeschlagen, sich zu ergeben. Derzeit werde verhandelt, hieß es in Lugansk. Ein Video vom Beschuss:

 

novorossia.su: Die Kampfaktivitäten um Donezk nehmen wieder zu. Aufklärer meldeten feindliche Kampfflugzeuge in nordwestlicher Richtung. Die Luftabwehr der Volksmiliz wurde in Gefechtsbereitschaft versetzt.

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nachmittags:

 

novorossia.su: Der Ex-Verteidigungsminister der DVR Igor Strelkow erklärte heute seine Absage zum „Russischen Marsch für Novorossia“. Er begründete dies damit, dass er nicht einverstanden mit der Meinung der Organisatoren des Marsches sei, die mit Agitation gegen die russische Staatsführung aufgetreten seien. „Nicht deswegen, weil die russischen Oligarchen kritisiert werden, sondern weil ein Aufruf zum Sturz der Regierung in Russland erfolgte. Das Schlimmste, was ein russischer Patriot gegenwärtig tun kann, ist Losungen zum Sturz des Präsidenten zu unterstützen in einer Zeit einer Bedrohung von Außen. Dies führt direkt in einen (Bürger-)Krieg, nützlich ausschließlich für Russlands Feinde“, schrieb er auf seiner Internetseite.

 

RIA.de: Der am Sonntag zum Chef der selbsternannten Republik Donezk im Osten der Ukraine gewählte Alexander Sachartschenko ist am Dienstag ins Amt eingeführt worden. Das berichtete ein RIA-Novosti-Korrespondent aus dem Donezker Musik- und Dramatheater, in dem die Zeremonie unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen stattfand. Indes hatte die ukrainische Armee den Beschuss von Donezk wieder aufgenommen. Schwere Detonationen waren im Stadtzentrum und im Raum des Flughafens zu hören. Mehrere Häuser wurden zerstört bzw. beschädigt. Bei der Wahl am Sonntag hatte Sachartschenko den jüngsten Angaben zufolge 75,5 Prozent der Stimmen erhalten. Kiew und der Westen wollen die Resultate der Wahl in Donezk und ebenfalls in Lugansk nicht anerkennen. Das sei ein Verstoß gegen die Minsker Vereinbarungen, hieß es in Kiew. Der neue Republikchef erklärte sich bereit, mit dem ukrainischen Präsidenten Pjotr Poroschenko zusammenzutreffen. „Die Frage besteht aber darin, ob sich Poroschenko treffen will“, sagte Sachartschenko. http://de.ria.ru/images/26993/03/269930301.jpg

 

novorossia.su: Die Ukraine verbot 69 Filme mit dem bekannten Schauspieler Poretschenkow, der vor kurzem die Volksmiliz in Novorossia besucht hatte.

 

RIA.de: Ein Gesetzentwurf über die Abschaffung des Gesetzes über einen Sonderstatus der Donbass-Region im Osten der Ukraine ist am Dienstag auf Initiative des Chefs der Radikalen Partei, Oleg Ljaschko, in der Werchowna Rada eingebracht worden. Das teilte das Parlament auf seiner Internetseite mit. Nach der Wahl der Republikchefs und der Parlamente in den selbsternannten Republiken Donezk und Lugansk am vergangenen Sonntag hatte der ukrainische Präsident Pjotr Poroschenko am Montag erklärt, er werde am Dienstag in einer Sitzung des Rates für nationale Sicherheit und Verteidigung die Frage erörtern lassen, die die Abschaffung des Sonderstatus für die Donbass-Region betrifft.

 

novorosinform.org: Der Vorsitzende des Obersten Sowjets der Volksdeputierten Litwinow überreichte dem neuen Staatsoberhaupt der DVR Sachatschenko die Flagge der Volksrepublik Donezk und sagte in seiner Ansprache u.a.:
„Die heutige Veranstaltung ist ein Meilenstein in der Formierung unseres jungen Staates. In den landesweiten demokratischen Wahlen haben die Bürger der DVR Ihnen, Alexander Wladimirowitsch, das Schicksal unseres Landes anvertraut. Dies ist nicht nur eine Ehre, sondern auch eine große Verantwortung. Im Namen des revolutionären Obersten Sowjets der ersten Stunde wünsche ich Ihnen Entschlossenheit, wenn es wichtige Entscheidungen zum Wohle unseres Landes zu treffen gilt. Während dieser schwierigen Zeit, sind Sie nicht vor Schwierigkeiten zurückgeschreckt, zeigten Mut nicht nur auf dem Schlachtfeld, sondern auch auf dem Gebiet des friedlichen Staatsaufbaus. Die erste Regierung der Volksrepublik Donezk, deren Mitglied Sie von Anfang an gewesen sind und die Sie später geleitet haben, hat die Grundlagen der Staatlichkeit schaffen können, um dem Angreifer eine Abfuhr zu erteilen. Jetzt haben Sie sich einer schwierigen und sehr wichtigen Aufgabe zu stellen – ein neues Kapitel in der Geschichte unseres jungen Staates aufzuschlagen….“

 

RIA.de: Die selbst ernannte Volksrepublik Donezk im Osten der Ukraine begrüßt Pläne Kiews, das Gesetz über einen Sonderstatus der Donbass-Region zu kippen. „Mit diesem Gesetz tarnte die ukrainische Führung ihre aggressiven Pläne, das Gesetz wurde absichtlich nicht in Kraft gesetzt“, erklärte der Donezker Vizeregierungschef Andrej Purgin am Dienstag. „Die Abschaffung dieses Gesetzes wird zum ersten ehrlichen Schritt der Kiewer Behörden gegenüber Donbass. Dieses Dokument enthält nichts Konkretes und wurde absichtlich nicht in Kraft gesetzt. Es tarnte aggressive Pläne Kiews, die in Wirklichkeit nur darauf hinaus laufen, den Beschuss friedlicher Städte und die Wirtschaftsblockade der Donbass-Region fortzusetzen“, sagte Purgin.

 

abends:

 

RIA.de: Die selbst ernannte Volksrepublik Donezk im Osten der Ukraine lehnt die von Kiew vorgeschlagene „besondere Wirtschaftszone“ ab. „Die Zusammenarbeit ist nur auf gleichberechtigter Grundlage denkbar“, erklärte der Donezker Vizeregierungschef Andrej Purgin am Dienstag. „Poroschenko und seine Umgebung sind lauter Milliardäre, die zu ihrem Reichtum duch das Ausrauben des Volkes gekommen waren. Sie setzen ihren Raubzug auch jetzt fort. Dabei erhalten Rentner in der Donbass-Region keine Renten, obwohl diese Menschen ihr ganzes Leben lang für die Ukraine gearbeitet hatten. Die Kiewer Behörden haben die Ukraine in den Bankrott getrieben“, sagte Purgin. „Jetzt wird uns eine ökonomische Sonderzone vorgeschlagen. Die Vergeltungskommandos, die die Donbass-Region zerstört haben, bieten uns heuchlerisch Almosen in Form von Vergünstigungen und leeren Versprechungen an. Das Kiewer Regime hat das Geld unseres Volkes dreist gestohlen. Und jetzt schlagen sie uns noch vor, mit ihnen zu feilschen und das zu erbeten, was uns zu recht gehört… Wir sind für die ökonomische Kooperation, aber nur auf gleichberechtigter Grundlage. Wir sind nicht auf Almosen angewiesen. Die Ukraine hat immer auf Kosten des Donbass gelebt. Jetzt ist Schluss damit. Der Donbass selbst wird das Sagen haben“, betonte Purgin. Zuvor hatte der ukrainische Präsident Pjotr Poroschenko die Absicht bekundet, im Parlament künftig einen Gesetzentwurf über eine Freihandelszone in der Donbass-Region einzubringen. Demnach sollten Donezk und Lugansk einen Sonderstatus im Handel mit der EU und Russland erhalten.

 

rusvesna.su: Auf den offiziellen Seiten des Slawjansker Stadtrats erschien ein Aufruf der Führung der Nationalgarde an die Einwohner von Slawjansk und Kramatorsk. In diesem wurden sie aufgefordert, den Soldaten der Nationalgarde Waren des täglichen Bedarfs zu spenden. Es wurde auch eine Liste der benötigten Waren veröffentlicht, auf der von Lebensmitteln über Kleidung, Taschenlampen und Generatoren auch Hygieneartikel wie Toilettenpapier aufgeführt sind. tualetnaya_bumaga_kamuflyazh

 

RIA.de: Der am vergangenen Sonntag gewählte Chef der selbst ernannten Volksrepublik Lugansk im Osten der Ukraine, Igor Plotnizki, ist am Dienstag ins Amt eingeführt worden. Das berichtete ein RIA-Novosti-Korrespondent von der Zeremonie in Lugansk. Bei der Vereidigung schwor Plotnizki, die Verfassung und die Gesetze der Lugansker Republik strikt einzuhalten. „Auf dem Weg zur Unabhängigkeit wurden in Lugansk bereits vier Schritte getan: Kundgebungen gegen den Februar-Umsturz in Kiew, das Unabhängigkeitsreferendum im Mai, der im Sommer überstandene Krieg und die Wahlen vom 2. November“, sagte der Republikchef nach der Amtseinführung. „Ich bin stolz auf mein Volk, das endlich den Glauben wieder erlangt hat. Mir bleibt nur, das Vertrauen des Volkes zu rechtfertigen. Wir werden alles tun, damit das Geplante Wirklichkeit wird. Ich sage ‚wir‘, weil die Zeit der Alleingänger vorbei ist. Nur ein gutes, ehrliches, treues und arbeitsames Kollektiv kann Erfolge erzielen“, betonte Plotnizki.

 

gefunden auf der Facebook-Seite von Mark Bartalmai:
„Der lange Sommer 2014
Ich denke, dass ich eines Tages in ungefähr 50 Jahren – wenn ich erwachsene Kinder und kleine Enkelkinder habe, die auf meinem Schoß sitzen werden – dass ich ihnen dann von diesem Krieg in meiner längst vergangenen Jugend erzählen werde. Ich werde ihnen erzählen, wie wir uns vor den Bomben versteckt haben. Wie wir im Badezimmer saßen, weil wir keinen Keller hatten. Wie die Fenster erzitterten. Wie die Tränen flossen. Wie jedermann betete.
Ich werde es herausschreien, damit die ganze Welt es hört!
Ich werde ihnen erzählen, wie verängstigt ich war. Wie ich im Sommerkurs die Namen der Städte im Donbass lernte, während draußen die Gradsalven brüllten. Wie ich nicht schlafen konnte, weil die Panzer nachts über die Straßen rollten. Ich will, dass die Menschen es hören und verstehen! Ich werde ihnen von meinen dauernden Kopfschmerzen erzählen. Wie meine Mutter weinte, als sie die Nachrichten sah und las. Wie mein Bruder Schrapnelle rund um unseren Wohnblock sammelte. Wie ich die Einschlagskrater im Hof zählte.
Ich möchte, dass sich jeder Nazi schämt und tief in seinem Herzen diese Schmerzen spürt.
Ich werde ihnen von den Kindern erzählen, die schreiend in die Keller flüchteten. Ich werde ihnen von den Menschen erzählen, die die Stadt verließen. Wie sie ihre Verwandten zurückließen, ihre Häuser, alles was ihnen gehörte.
Wie die Stadt sich leerte. Wie Männer, Frauen und halbe Kinder ihr Mutterland verteidigten.
Ich werde den Menschen versuchen beizubringen, FRIEDEN und das LEBEN zu lieben!
Ich werde ihnen erzählen, wie die Menschen die Volkswehrsoldaten „Helden“ nannten.
Wie die Großmütter draußen in den Höfen die russische Hymne und Lieder aus dem II. Weltkrieg sangen.
Wie sich alle Einwohner von Makeyevka auf den Spruch „Eine Sternschnuppe, wünsch dir was.“ das Gleiche wünschten.
Ich werde ihnen erklären, was passiert ist im Donbass im Sommer 2014.
Ich werde ihnen von den ersten Worten meiner Lehrerin erzählen, die sie nach diesem langen Sommer zu mir sagte:“Oksana, du lebst!“.
Und wie ich feststellte, WIE gern ich zur Schule gehe.
Eines Tages in ungefähr 50 Jahren werden meine Kinder und Enkel diese vielen schrecklichen Geschichten über den Krieg in meiner dann längst vergangenen Jugend hören.
Und möge Gott geben, dass dies nie wieder geschieht und unsere Nachkommen davon verschont bleiben!
Oksana Kulikova
Schülerin der 11. Klasse
Schule Nr. 53 in Makeyevka, Donezk
Geschrieben für die Schulzeitung „Sparta“ Oktober 2014“

 

RIA.de: Das Außenministerium der Ukraine hat beim russischen Außenamt gegen die Unterstützung der Volksmilizen in der Donbass-Region durch Moskau protestiert. Das teilte der Sprecher des ukrainischen Außenamtes, Jewgeni Perebijnis, am Dienstag in Kiew mit. „Russland verlegt regelmäßig Kampftechnik, Waffen und reguläre Truppen in die Ukraine“, sagte der Sprecher, konnte seine Aussagen aber nicht belegen. „In seiner Protestnote wies die ukrainische Seite ein weiteres Mal darauf hin, dass derartige Handlungen Moskaus eine grobe Verletzung der UN-Charta sowie der Normen und Prinzipien des Völkerrechts darstellen“, sagte Perebijnis. Russland hatte mehrmals erklärt, Moskau sei keine Konfliktseite und habe mit der Entwicklung im Südosten der Ukraine nichts zu tun.

 

 

 

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