Presseschau vom 23.08.2014

 von der Planung ukrainischer Terrorakte gegen die eigenen Städte, vom Mut der Milizen und Zivilisten im Donbass und von einer Ansprache an die Völker Europas


Quellen: Itar-Tass, Interfax, Ria Novosti, rusvesna.su, voicesevas.ru, hinzu kommen Informationen der Seiten „Novorossia“ sowie „dnr-news“ und „novorosinform“.  Wir beziehen manchmal auch ukrainische Medien, z.B.  BigMir, UNIAN, Ukrinform, KorrespondenT und die Online-Zeitung Timer aus Odessa ein.
Zur besseren Unterscheidung der Herkunft der Meldungen sind Nachrichtenquellen aus den neuen ostukrainischen Volksrepubliken in Rot (Portal Novorossia, dnr-news, novorosinform) und andere ukrainische Quellen in Blau (BigMir, Ukrinform, UNIAN, KorrespondenT und Timer) gekennzeichnet.
Die Übersetzung russischer Medien erfolgt in schwarzer Farbe.


 

Vormittags:

ITAR-TASS: Die ersten LKW des humanitären Konvois kehrten nach dem Entladen auf russisches Gebiet zurück.
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Vesti.ua: Ein Viertel des Spezial-Polizeibataillon „Friedensbringer“, das aus Freiwilligen zusammengestellt wurde, hat um Entlassung gebeten. 52 Mitglieder des Bataillons haben nach der Rückkehr aus der Kampfzone der ATO einen Entpflichtungsantrag gestellt.
Am 22. August wurden dazu Gespräche mit der Kiewer Polizeiführung geführt. Über das weitere Schicksal der Kämpfer wird noch entschieden. Es gebe mehrere Varianten: entweder sie werden einfach entlassen, man findet einen Kompromiss oder sie werden als Deserteure eingestuft.
Ein Verantwortlicher der Polizeiführung bestätigte Informationen, nach denen die Entlassungsanträge eingegangen waren, nachdem das Bataillon in die Kämpfe um Ilowaisk zurückgeschickt werden sollte.
Er sagte auch, dass ein Teil ganz aus dem Polizeidienst ausscheiden, ein anderer Teil in andere Einheiten versetzt werden wolle…
Die restlichen 150 Mann des Bataillons haben ihre Aufgabe erhalten und werden sie mit Erfolg durchführen. Das Bataillon werde aufgefüllt, ergänzte er.

Interfax: Der ukrainische Grenzschutz hat keine Kontrolle über einen etwa 100km langen Grenzabschnitt zu Russland. Auch das Gebiet Iswarino fällt darunter, erklärte der Stellvertreter des Verantwortlichen für die Grenzsicherung der Ukraine.

RIA.ru: Stimmen der Einwohner von Lugansk:
– In unser Wohngebiet kehrt langsam das Leben zurück, der Markt hat wieder geöffnet, in einigen Häusern gibt es schon Gas und aus dem Wasserhahn tröpfelt schon Wasser.
– Wir wurden bombardiert, weil wir den Putsch nicht unterstützt haben. Niemand hier hat für Poroschenko gestimmt. Wofür nennt man uns eigentlich „Terroristen“?
– Russland ist ein guter Nachbar. Aber Poroschenko ist ein schlechter Mensch, er schießt sogar auf sein eigenes Volk.

RIA.ru: Die ukrainische Artillerie beschießt zunehmend in den Orten Punkte, an denen sich viele Menschen aufhalten. So werden z.B. Apotheken, wo die humanitären Hilfen ausgeteilt werden, zum Ziel des Beschusses.

ITAR-TASS: Die USA, Deutschland, die EU und die NATO verurteilten das Vorgehens Russlands bezüglich der humanitären Hilfe.

RIA.ru: Das Internationale Rote Kreuz hatte bis zum Schluss darauf bestanden, den humanitären Konvoi durch ein gefährliches Gebiet zu führen. Auf dieser Route hatten sich ukrainische Einheiten verschanzt. Trotzdem weigerte sich die internationale Hilfsorganisation, eine weniger gefährliche Strecke nach Lugansk zu wählen.

RIA.ru: Die Kolonne mit russischer humanitärer Hilfe wurde bei der Einfahrt nach Lugansk von einem Stadtrandgebiet aus beschossen, das unter Kontrolle der ukrainischen Armee ist.

Novorossia.su: In der Nacht zum 22. August gelang es den bewaffneten Kräften von Novorossia, eine Versorgungskolonne für die ukrainische Armee zu erbeuten. Durch gute intensive Aufklärungsarbeit konnte die Volksmiliz eine als Falle gedachte falsche Kolonne in Begleitung von Panzern erkennen und an einer anderen Stelle den richtigen Konvoi angreifen. Nach Berichten der Gruppe seien die Fahrer mit erhobenen Händen aus den Fahrerkabinen gesprungen und haben den Kämpfern von Novorossia das Überlassen der Ladung angeboten.

RIA.ru: Das Territorium eines russisch-orthodoxen Frauenklosters in der Nähe von Ilowaisk wurde durch ukrainische Artillerie mit Phosphorbomben aus dem Uragan-System beschossen. Die Volksmiliz meldet, dass das Kloster selbst zum Glück nicht getroffen wurde. Die Nonnen verstecken Zivilisten, die von den ukrainischen Regierungstruppen verfolgt werden.

RIA.ru: Beim morgendlichen Beschuss von Donezk starben drei Zivilisten. In der Stadt herrscht eine angespannte Lage, teilte die Stadtverwaltung mit.

Nachmittags:

Novorossia.su: In Saporoshe hat eine Partisanengruppe einen Konvoi mit 6 Tankwagen der ukrainischen Armee in Brand geschossen. Da dies an einem Bahnübergang geschah, ist ein weiterer Erfolg dieser Aktion die Sperrung einer der wichtigsten Eisenbahnstrecken im Hinterland der ATO.

Rusvesna.su: Die Regierungstruppen vor Ilowaisk, Lugansk und Saur-Mogila erhalten erhebliche Verstärkung. In der LVR begann der Kommandeur Mosgowoi den Sturm von Sewerodonezk.

Rusvesna.su: Auf einer Pressekonferenz sprach der Parlamentsvorsitzende von Novorossia Oleg Zarjow von den Perspektiven der Industrie der Volksrepubliken. Er habe mit dem russischen Vize-Premier Rogosin die Möglichkeiten erörtert. Geplant sei eine enge Kooperation mit der Russischen Förderation. Das Lebensniveau werde sich damit um das Zweifache erhöhen.
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Novorosinform.org: Für den Unabhängigkeitstag der Ukraine am 24. August bereitet der ukrainische Geheimdienst in drei großen Städten des Landes Terroranschläge vor. Diese sollen dann den Volksmilizen im Südosten in die Schuhe geschoben werden. Dies erzählte ein Offizier, der Diversantengruppen trainiert hatte, dem russischen Geheimdienst.

RIA.de: In der Westukraine gehen Menschen wieder auf die Straße, um gegen die von Präsident Pjotr Poroschenko verordnete Mobilmachung zu protestieren. Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) berichten von einem Protestcamp in Tschernowzy (Czernowitz) und Protesten in Lwow (Lemberg) gegen die Entsendung der Rekruten nach Donbass.
Vor Militärkasernen in Tschernowzy haben Demonstranten rund 40 Zelte eingerichtet, berichtete die Special Monitoring Mission (SMM) am Freitag. Drei Demonstranten teilten den OSZE-Beobachtern mit, dass sie und weitere rund 200 Männer trotz strafrechtlicher Konsequenzen die Mobilmachung verweigern würden. Das regionale Wehrkommando teilte mit, dass nur 20 Prozent der Rekrutierten bereit seien, in den Kampf zu ziehen. Die Generalstaatsanwaltschaft hat nach eigenen Angaben bereits mehr als tausend Ermittlungsverfahren wegen Dienstverweigerung eingeleitet. Am 20. Juli hatten Einwohnerinnen in Lwows Vorort Gamalijewka eine Autobahn nach Kiew versperrt, um die Entsendung ihrer Söhne in den Krieg zu verhindern.

Novorosinform.org: In Mariupol wurde ein amerikanischer Instrukteur von Partisanen erschossen. Er war Veteran des 3. Ranger-Bataillons und als Instrukteur für das Lehr- und Trainingszentrum der ukrainischen Armee aus den USA angereist.

Abends:

Novorosinform.org: Bei Mariupol haben Partisanen ihre Aktivitäten intensiviert. So wurden Grenztürme beschossen. Mindestens zwei Grenzer starben, es gab mehrere Verwundete. Dies berichtete das Bataillon „Dnepr-1“ der Nationalgarde. Außerdem wurden zwei Straßensperren beschossen.

Rusvesna.su: Der Nationale Sicherheitsrat der Ukraine hat das Bandera-Kreuz zum Symbol aller Militärformationen des Landes ernannt. Eine Begründung gab er dafür nicht.
Es muss erwähnt werden, dass im Zweiten Weltkrieg diese Auszeichnung ukrainischen Faschisten verliehen wurde, unter anderem Angehörigen der SS-Division Galizien.
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Novorosinform.org: Die Volksmiliz der DVR hat den Kampf um den Zugang zum Asowschen Meer begonnen. Sie griff die Stadt Nowoasowsk an. Wenn das Vorhaben glückt, erhält die Republik nicht nur einen Zugang zum Meer, sondern hat auch einen weiteren Grenzkontrollpunkt zu Russland, „Nowoasowskoe“, unter ihrer Kontrolle.

rusvesna.su: Am „Tag der ukrainischen Staatsflagge“ fanden in Charkow große Veranstaltungen statt.
Zum einen marschierten Anhänger des Euromaidan, um die Absetzung des Bürgermeisters Kernes zu fordern. Es kam zu einer Schlägerei mit der Polizei, bei der die ukrainische Flagge in Mitleidenschaft gezogen wurde. Jedoch wurde niemand verhaftet.
Anders bei der Veranstaltung, die die Charkower Kommunisten und die Anhänger der „Bewegung Südost“ organisiert hatten – dort kam es zu Verhaftungen. Der Berater des Innenministers schrieb dazu auf seiner Homepage, dass es verboten sei, ungesetzlich durch ukrainische Städte mit separatistischen Symbolen zu ziehen (gemeint waren hier die Staatsflaggen von Novorossia). Allerdings hatte die Polizei die Demonstration der etwa 1.500 Teilnehmer zum Denkmal für die sowjetischen Soldaten und das Mitführen eines meterlangen Georgsbandes, vor dem Kriegsveteranen gingen, nicht untersagt. Auch die Rednerliste zum Thema der erneuten Machtergreifung der Faschisten in der Ukraine wurde genehmigt.
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Hier ein Video:
(auf den Transparenten steht: „Steh auf, du riesiges Land!“ und „Charkow, wir werden siegen. 1943 à 2014“ – Anm. des Übersetzers)

rusvesna.su: Der ukrainische Präsident Poroschenko wies die Regierung an, eine Gesetzesvorlage auszuarbeiten für das „Verbot von Symbolen totalitärer und undemokratischer Regime, selbsternannter Quasi-Staatsgebilde, terroristischer, separatistischer Organisationen oder Gruppen“.
(Nein, gemeint sind hier nicht die Symbole der Kiewer Regierung. Damit keine Missverständnisse aufkommen. – Anm. d. Übersetzers)
Damit werden die Symbole der UDSSR und von Noworossia verboten:
Außerdem soll die Regierung ein Gesetz zum Schutze der ukrainischen Staatssymbole (Flagge, Wappen und Hymne) ausarbeiten.

Gefunden bei ANNA News (facebook): Eine Videoansprache eines ostukrainischen Antifaschisten an die Völker Europas (18+) mit deutschen Untertiteln

 

 

 

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