Presseschau vom 22.08.2014

Quellen: Itar-Tass, Interfax, Ria Novosti, rusvesna.su, voicesevas.ru, hinzu kommen Informationen der Seiten „Novorossia“ sowie „dnr-news“ und „novorosinform“.  Wir beziehen manchmal auch ukrainische Medien, z.B.  BigMir, UNIAN, Ukrinform, KorrespondenT und die Online-Zeitung Timer aus Odessa ein.
Zur besseren Unterscheidung der Herkunft der Meldungen sind Nachrichtenquellen aus den neuen ostukrainischen Volksrepubliken in Rot (Portal Novorossia, dnr-news, novorosinform) und andere ukrainische Quellen in Blau (BigMir, Ukrinform, UNIAN, KorrespondenT und Timer) gekennzeichnet.
Die Übersetzung russischer Medien erfolgt in schwarzer Farbe.

Vormittags:

Gefunden bei antimaidan german (facebook):
Energiesparen gegen den Aggressor Putin – ein ukrainischer Werbespot:
„Wenn Du nicht Wasser, Strom und Gas sparen kannst, unterstützt Du damit den Aggressor! Hör auf, Putin weiter zu füttern!“
Produziert wurde der Spot von Energy Evolution.UA.
Das Ziel des Projekts ist, die Ukrainer auf die Tariferhöhungen und das Energiesparen vorzubereiten. 45,8 % an Gasverbrauch könne jede Familie einsparen und das seien immerhin 2500 ersparte Griwna im Jahr.

Novorossia.su: Es gebe eine neue Tendenz unter den gefangenen ukrainischen Soldaten, erklärte der stellvertretende Innenminister der DVR. Die Gefangenen bitten darum, sie nicht auszutauschen, lieber würden sie in Gefangenschaft Gräben ausheben, als wieder von der Kiewer Regierung an die Front geschickt zu werden.

Novorossia.su: Eine Quelle aus dem Verteidigungsministerium ließ verlauten, dass die Regierungstruppen in drei Wochen die Hälfte ihrer Artillerie verloren haben. Die Luftstreitkräfte gebe es praktisch nicht mehr.

RIA.de: Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat am Donnerstagabend mit seinem deutschen Kollegen Frank-Walter Steinmeier über die Schritte zu einer anhaltenden Waffenruhe in der Ukraine telefonisch beraten.
„Die Minister setzten die Erörterung der Lage in der Ukraine fort, wobei ein besonderes Augenmerk praktischen Aspekten einer schnellen Beseitigung von Problemen galt, die mit der Fahrt des russischen Hilfskonvois in den Südosten der Ukraine zusammenhängen“, teilte das russische Außenministerium auf seiner Internetseite mit. Der Konvoi sei in Kooperation mit dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz und den ukrainischen Behörden zusammengestellt worden.
Zudem wurden „weitere gemeinsame Schritte zur Abstimmung von Maßnahmen behandelt, die zu einem anhaltenden Waffenstillstand sowie zur Aufnahme des nationalen Dialogs in der Ukraine“ beitragen würden.

Novorossia.su: Vor Ilowaisk kämpfen in den Reihen der Nationalgarde zahlreiche Söldner aus Polen und dem Baltikum. Aber auch Soldaten mit dunkler Hautfarbe, „Afroukry“, wurden gesehen. Viele der Soldaten der Nationalgarde haben Gewehre amerikanischer Herkunft und andere Nato-Waffen. Die Geschichte wiederholt sich, denn wir kämpfen, wie auch schon im Großen Vaterländischen Krieg, gegen die Faschisten aus ganz Europa.

RIA.de: Die Aufständischen im Donezbecken haben den Vormarsch der ukrainischen Armee vereinzelt stoppen und einige Erfolge bei ihrer Gegenoffensive verzeichnen können, schreibt die Zeitung „RBC Daily“ am Freitag.
Den Aufständischen gelang es, die ukrainischen Regierungstruppen vor den Toren der Großstädte Donezk und Lugansk aufzuhalten. Am Mittwoch wurde über Lugansk ein Su-25-Kampfjet der ukrainischen Streitkräfte abgeschossen. Das ukrainische Militär bestätigte den Abschuss. Am Donnerstag wurden in der Nähe der Ortschaft Georgiewka, 15 Kilometer südlich von Lugansk, zwei M24-Kampfhubschrauber abgeschossen, so der Sprecher der selbst ernannten Volksrepublik Lugansk, Wladimir Inogorodski. Die Regierung in Kiew hat diese Informationen nicht bestätigt.

Nachmittags:

RIA.de: Moskau hat die Entscheidung getroffen, seinen Hilfskonvoi in Richtung Lugansk starten zu lassen, und vor jeglichen Versuchen gewarnt, die humanitäre Mission zum Scheitern zu bringen, gab das russische Außenamt am Freitag bekannt.
„Es ist nicht möglich, Willkür, unverhüllte Lügen und fehlende Vereinbarungsfähigkeit länger zu dulden“, heißt es in einer Mitteilung auf der Internetseite des Außenministeriums.
„Alle Ausreden zur Verzögerung der Hilfslieferungen für Menschen in der Zone der humanitären Katastrophe haben sich erledigt. Die russische Seite entschloss sich zum Handeln.“ Die russische Kolonne mit Hilfsgütern beginne die Bewegung in Richtung Lugansk in der Ostukraine.
Das Außenamt verweist zugleich darauf, dass „alle erforderlichen Garantien für die sichere Fahrt des Hilfskonvois vorliegen“.
„Wir warnen vor jeglichen Versuchen, die rein humanitäre Mission zu behindern, die seit langem völlig transparent und in Kooperation mit der ukrainischen Seite und dem IKRK vorbereitet wurde“, heißt es ferner.
„Die Verantwortung für eventuelle Folgen von Provokationen gegen den humanitären Konvoi werden diejenigen tragen, die bereit sind, Menschenleben ihren Ambitionen und geopolitischen Plänen weiter zu opfern und dabei gegen die Normen und Prinzipien des humanitären Rechts zu verstoßen.“

Novorossia.su: In Slawjansk baut die ukrainische Armee in erhöhtem Tempo Befestigungsanlagen. Gräben werden ausgehoben, Unterstände installiert. Alle Anreisenden werden einer gründlichen Kontrolle unterzogen.
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RIA.de: Aus Sicherheitsgründen begleiten keine Vertreter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) den russischen humanitären Konvoi bei der Fahrt über die Ostukraine.
Ein Teil der russischen Lkws mit Hilfsgütern passierte am Freitag den ukrainischen Grenzübergang Iswarino und startete in Richtung Lugansk.
„Der russische Hilfskonvoi rollt über die Ukraine – allerdings ohne unsere Begleitung wegen einer komplizierten Lage in der Region“, teilte das IKRK via Twitter mit.
„Wir haben keine  ausreichenden Sicherheitsgarantien von den Konfliktseiten erhalten. Unser Team in Lugansk meldete einen heftigen Beschuss in der vergangenen Nacht“, hieß es.
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RIA.de: Die ukrainische Regierung hat alle Verantwortung für die Sicherheit des russischen Hilfskonvois, der am Freitag nach einwöchigem Warten vor der Grenze auf ukrainisches Territorium gefahren ist, Russland aufgeladen.
„Die Verantwortung für eine sichere Fahrt der russischen Kolonne durch das Territorium, das von den ukrainischen Streitkräften vorübergehend nicht kontrolliert wird, liegt allein bei der Russischen Föderation“, sagte Andrej Lyssenko, Sprecher des ukrainischen Sicherheits- und Verteidigungsrats, am Freitag in Kiew. Nach seinen Angaben fuhren 34 Trucks mit russischen Hilfsgütern um 11:10  Uhr (10:10 Uhr MESZ) über den Grenzübergang Iswarino, der von Milizen kontrolliert wird. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) eskortiert den Hilfstransport aus Sicherheitsgründen nicht.

Dnr-news: Der Konvoi mit russischen Hilfsgütern wird von der Volksmiliz geschützt, informierte die Lugansker Regierung.
„Wir gewähren die Sicherheit der Lieferung und der sie begleitenden Personen“, hieß es aus dem Stab der LVR.
Aus der DVR kam die Information, dass über Kontrollpunkte und Regulierungsposten ein ungehindertes Passieren für die LKW organisiert werde.

RIA.de: Als einen „Verstoß gegen das Völkerrecht“ hat Kiew am Freitag das Überqueren der ukrainischen Grenze durch Lkw des russischen Hilfskonvois bezeichnet.
„Wir halten diese Handlung für einen weiteren empörenden Verstoß Russlands gegen die Grundsätze des Völkerrechts – Unverletzbarkeit der Grenzen, Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten eines anderen Staates und gewissenhafte Umsetzung internationaler Verpflichtungen“, heißt es in einer Erklärung des ukrainischen Außenamtes.
„Wir rufen alle Partner in anderen Ländern auf, sich der scharfen Verurteilung  der gesetzwidrigen und aggressiven Handlungen der Russischen Föderation anzuschließen.“

Novorossia.su: Ein 82-jähriger Großvater erschoss einen Maidan-Kommandeur mit einer Schrotflinte. Mit seiner Afghanistan- und Komsomol-Vergangenheit genoss Michnjuk großes Ansehen auf dem Maidan. Medien berichteten, dass die Beerdigung am 22. August auf einem Kiewer Soldatenfriedhof stattfinden sollte. Die Trauerfeier sollte auf dem Maidan stattfinden, wo der der „Held“ die ersten Tage der „Revolution“ verbracht hatte.
Allerdings werden die beschämenden Umstände seines Todes in den ukrainischen Medien natürlich verschwiegen. Es geschah nämlich so: Zusammen mit zwei seiner Untergebenen aus der 8. „afghanischen“ Hundertschaft, jetzt Teil des Bataillons „Aidar“, entschied sich Michnjuk in bester Tradition der Besatzer, sich eines der ortsansässigen Mädchen auszusuchen. Sie jagten eine minderjährige Dorfbewohnerin, brachten sie in eine Scheune und versuchten, sie zu vergewaltigen. In dem Moment kam aus dem Haus ihr 82-jähriger Urgroßvater mit einer Schrotflinte und erschoss zwei der Vergewaltiger. Während er nachladen musste, konnte der dritte entkommen.
Mit Unterstützung von Aidar-Komplizen kehrte dieser später an den Ort des Todes seines Kommandanten zurück, um sich an dem Mädchen und ihrer Familie zu rächen – die waren aber inzwischen nicht mehr da. Wütend zündete er die Scheune und das Wirtschaftsgebäude an. So „befreien“ ukrainische Nationalisten Lugansk.
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RIA.de: 30 ukrainische Militärs haben ihre Stellungen im Osten des Landes verlassen und Einwohner des Ortes Peremoschnoje im Gebiet Lugansk gebeten, sie aus der Zone der Kampfhandlungen herauszuführen, wie RIA Novosti am Freitag inoffiziell im Volkswehr-Stab der selbsterklärten Volksrepublik Donezk (VRD) erfuhr.
Als Grund seien große Verluste und das Fehlen von Verpflegung und Munition genannt worden, so der Gesprächspartner der Agentur.

Abends:

RIA.de: Der ukrainische Verteidigungsminister Waleri Geletej hat eine „Reaktion“ auf die Fahrt des russischen Hilfskonvois über das ukrainische Territorium angekündigt.
„Lassen uns etwas warten und es wird eine entsprechende Reaktion geben“, sagte Geletej am Freitag zu Journalisten. Was er damit genau meinte, verriet der General nicht.

RIA.de: Die Ukraine, die wegen milliardenschweren Schulden kein Erdgas von Russland mehr bekommt, benötigt laut Regierungschef Arsenij Jazenjuk noch mindestens fünf Milliarden Kubikmeter russisches Erdgas, um den Winter ohne Versorgungsengpässe zu überstehen.
„Kann die Ukraine jetzt ohne russisches Erdgas auskommen? Nein, sie kann nicht“, gestand Jazenjuk am Freitag im ukrainischen Fernsehen. „Wir müssen noch etwa fünf Milliarden Kubikmeter russisches Gas kaufen (…) Wir haben bei der Nationalbank 3,1 Milliarden Dollar für den Gaskauf reserviert.“ Er hoffe, dass es bei den dreiseitigen Gasverhandlungen unter Beteiligung der Ukraine, Russland und der EU, die für September geplant seien, Fortschritt geben werde, sagte Jazenjuk  weiter. Zugleich rief er dazu auf, Erdgas zu sparen. „In der letzten Zeit hat die Ukraine den Erdgasverbrauch bereits um 30 Prozent gekürzt“, sagte Jazenjuk. Der niedrigere Verbrauch sei nicht zuletzt auf die Kampfhandlungen zurückzuführen.
Die Ukraine selbst bekommt seit Juni kein Erdgas aus Russland, weil sie davor monatelang die Rechnungen nicht bezahlt und seit November Schulden in Höhe von 5,3 Milliarden US-Dollar angehäuft hat.

Rusvesna.su: Ilowaisk ist unter Kontrolle der Volksmiliz. Die Einheit des Kommandierenden Motorola vertreibt aus der Stadt die letzten versprengten Nationalgardisten. Gestern hatten die Bataillone „Dnepr“, „Asow“ und „Donbass“ versucht, die Stadt zu stürmen. Hier Aufnahmen einer Drohne über dem Stadtgebiet:

RIA.de: Alle Lastkraftwagen aus dem russischen Hilfskonvoi sind am Freitag im ostukrainischen Lugansk eingetroffen, das seit Monaten zwischen Militär und Volksmilizen umkämpft ist. Die Behörden haben mit dem Ausladen der Hilfsgüter begonnen, wie die Stadtleitung mitteilte.
„Das Auslanden der humanitären Fracht hat begonnen. Die Güter werden dann unter der Bevölkerung verteilt werden“, teilte ein Vertreter der Stadtverwaltung RIA Novosti mit. Die Hilfe soll in erster Linie an besonders betroffene Bevölkerungsgruppen gehen. Mit der Verteilung sei eine Sonderkommission beauftragt worden. Der Sprecher schloss nicht aus, dass ein Teil des 1900-Tonnen-Transports ins benachbarte Gebiet Donezk weitergeschickt werde.

Dnr-news: Der Berater des ukrainischen Innenministers Geraschtenko erklärte, dass der humanitäre Konvoi vernichtet werden müsse, wenn er den Terroristen Hilfe leistet.

Voicesevas: Der Oligarch Kolomoisky formiert ein neues Elte-Bataillon und verspricht jedem Kämpfer 10.000 Griwna. Am ersten September sollen die Soldaten in den Einsatz gehen.

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