Presseschau vom 13.07.2014

befohlener Chemiewaffeneinsatz, Waffen für Lugansk und der desertierte Babai kehrt zurück


Quellen: Itar-Tass, Interfax, Ria Novosti, russland.ru, hinzu kommen Informationen von den Seiten „Novorossia“ sowie „dnr-news“ und „lugansk-online“.  Wir beziehen manchmal auch ukrainische Medien BigMir, Vesti, Ukrinform, Segodnja, KorrespondenT und die Online-Zeitung Timer aus Odessa ein.
Zur besseren Unterscheidung der Herkunft der Meldungen sind Nachrichtenquellen aus den neuen ostukrainischen Volksrepubliken in Rot ( Portal Novorossia, dnr-news, lugansk-online) und andere ukrainische Quellen in Blau (BigMir, Vesti, Ukrinform, Segognja, KorrespondenT und Timer) gekennzeichnet. Die Übersetzung russischer Medien erfolgt in schwarzer Farbe.


 

Vormittags:

RIA.de: Ukrainisches Geschoss tötet einen Zivilisten in Russland
Bei dem Einschlag von Geschossen, die im Osten der Ukraine abgefeuert wurden, sind am Sonntag in der russischen Grenzstadt Donezk, Gebiet Rostow, ein Mensch ums Leben gekommen und zwei weitere verletzt worden, wie RIA Novosti inoffiziell aus einer örtlichen medizinischen Einrichtung erfuhr.
„Der junge Mann war gerade auf seinem Hof, als ihm bei dem Geschosseinschlag ein Arm abgerissen wurde. Er starb“, sagte der Gesprächspartner der Agentur. Nach seinen Angaben wurden zwei in der Nähe befindlichen Frauen verletzt.
In der russischen Stadt  Donezk mit 49 000 Einwohnern befindet sich ein  Grenzübergang in die Ukraine (Donezk – Iswarino).
In der letzten Zeit wurden die russischen Grenzübergangsstellen von ukrainischem Territorium aus mehrmals beschossen. So wurde am 3. Juli  der Grenzübergang „Nowoschachtinsk“ beschossen. Am nächsten Tag wurden am Übergang „Donezk“  Sprengtechniker und Ermittler, die am Ort eines Geschosseinschlags eingesetzt waren, von ukrainischer Seite aus Granatwerfern beschossen. Am 5. Juli explodierten am Grenzübergang „Donezk“ zehn in der Ostukraine abgefeuerte Geschosse.
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ITAR-TASS: Der offizielle Vertreter des russischen Strafverfolgungskomitees teilte mit, dass im Vorfall der Tötung des russischen Bürgers im Gebiet Rostow ein Strafverfahren wegen Mordes eröffnet wurde.

RIA.ru: In den angeblich durch Kiewer Regierungstruppen gesäuberten Gebieten im südlichen Donezk wurden Basen der Nationalgarde und der Grenztruppen durch die Volksmilizen angegriffen.
Der Grenzkontrollpunkt „Novoasowsk“ wurde von Booten aus beschossen.
In der Nähe der Stadt Mariupol hat eine Partisanenabteilung der Volksmilizen der DVR eine Militärbasis der ukrainischen Armee mit Scharfschützengewehren und Granatwerfern angegriffen.
Die Kiewer Regierung hatte verkündet, die totale Kontrolle über die südlichen Regionen des Gebietes Donezk zu haben, die „gesäubert“ worden seien.

RIA.ru: Das Freiwilligenbataillon der Polizei „Lwow“ wurde in Richtung Donbass in Marsch gesetzt.

RIA.ru: Die Behörden der DVR erschließen ein Ausfuhrverbot für Lebensmittel aus Donezk. Es wird befürchtet, dass durch die Blockade der ukrainischen Militärs die Nahrungsmittel knapp werden könnten. Deshalb wurde deren Ausfuhr unter Strafe gestellt.

Rusvesna.su: Gestern verübte die ukrainische Armee am Stadtrand von Donezk einen Angriff mit Raketenwerfern vom Typ „Grad“. Zum Zeitpunkt der Videoaufnahme zählte man bereits 30 tote Zivilisten: Das Video beginnt mit den Worten Poroschenkos vom 11. Juli 2014, dass für jeden getöteten Soldaten hundert Feinde sterben werden.

Rusvesna.su: Nachrichten aus dem Slawjansker Untergrund
In Slawjansk sind Menschen geblieben, die im Untergrund Informationen aus der von der ukrainischen Armee okkupierten Stadt zum Stab der Volksmilizen und an die Öffentlichkeit bringen.
Unter anderem heißt es in einem solchen Bericht:
„Die Ukry (ukrainische Militärs – d. Übersetzer) befestigen ihre Position in der Stadt, sie haben ihren Stab aus Isjum hierher verlegt. Wir haben schon eine kleine Aufklärergruppe ins Leben gerufen…
Vorgestern kamen etwa 50 Kämpfer in die Stadt. In Uniform und bewaffnet. Man steckte sie in Zivilkleidung und schickt sie nun einzeln oder zu zweit auf die Krim. So im Touristen-Look. Die Grenze überqueren sie zusammen mit Frauen, manchmal auch mit Kindern… Alle sind sie russischsprachig. Dies ist eine 100% sichere Information. Übermitteln Sie dies unserer Spionageabwehr. Wahrscheinlich sind es Kämpfer des Bataillons „Dnepr“, aber das kann man nicht mit Sicherheit sagen. Sie tragen keine Erkennungszeichen….Sie erhalten alle gefälschte Dokumente…“

Interfax: Unbekannte sprengten zwei Filialen der „Privatbank“ von Kolomoisky in Odessa.

Nachmittags:

Rusvesna.su: Das von der Lugansker Volksmiliz erbeutete Kampfflugzeug ist repariert und hat seinen ersten Kampfflug absolviert. Die Feuertaufe bestand es, als es einen Luftschlag gegen die Stellungen des Feindes in der Nähe von Alexandrowka ausführte.
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Rusvesna.su: In Lugansk kam heute eine Kolonne Militärtechnik an, u.a. 5 Panzer, 1 Raketenwerfer „Grad“, mehrere Schützenpanzerwagen. Die Fahrzeuge sind mit patriotischen Aufschriften verziert, die Soldaten tragen auf dem Kopf Kosakenmützen.Hier Videos von der Kolonne:

rusvesna.su: Der Vize-Sprecher des russischen Förderationsrates sprach sich dafür aus, auf Beschuss des russischen Territoriums mit Präzisionswaffen die Angreifer punktgenau zu vernichten. Er nannte das Beispiel der israelischen Armee, die die Stellungen des Angreifers präzise beschießt.

RIA.de: Im ostukrainischen Donezk sind am Samstag beim Beschuss der Kohlengrube „Trudowskaja“ zwölf Menschen ums Leben gekommen, wie der Donezker Stadtrat am Sonntag mitteilt.
„Bei einem Beschuss von Wohnhäusern in der Bergarbeitersiedlung ‚Tudowskaja‘ sind am Samstag, dem 12. Juli, zwölf Menschen getötet worden“, hieß es. Die Situation in Donezk sei weiterhin angespannt. Wie Stadtbewohner berichten, sind im Stadtbezirk Bosse von Zeit zu Zeit Einzelschüsse und Schnellfeuerreihen zu hören.

RIA.de: Am Rand der ostukrainischen Stadt Lugansk werden schwere Kämpfe geführt. Wie der Volkswehr-Kommandeur der „Volksrepublik Donezk“, Igor Strelkow, RIA Novosti am Sonntag sagte, sind nach vorläufigen Angaben Landetruppen der ukrainischen Armee in der Stadt abgesetzt worden.
„In den Randbezirken von Lugansk werden schwere Kämpfe geführt. Der Gegner hat  zwei Panzergruppen – insgesamt 70 Fahrzeuge –  in die Schlacht geworfen. Es liegen unbestätigte Angaben darüber vor, dass der Gegner mit Hubschraubern Spezialkräfte innerhalb der Stadt abgesetzt hat“, so Strelkow.
Dem Volkswehr-Kommandeur zufolge wird die Situation um Donezk ebenfalls verschärft. Entlang der Frontlinie gebe es einen Artillerieschusswechsel, der Gegner habe Panzer, Artillerie und Hubschrauber zusammengezogen. „Ukrainische Militärkolonnen rollen aus dem Süden in Richtung Donezk“, so Strelkow.

Rusvesna.su: In der Umgebung von Lugansk gibt es schwere Kämpfe, meldet Igor Strelkow heute. Nach noch unbestätigten Angaben habe der Gegner über 70 Panzer nach Lugansk geworfen, Hubschrauber hätten eine Spezialeinheit über der Stadt abgesetzt.

Rusvesna.su: In Kramatorsk nahmen 160 Polizisten aus anderen Regionen der Ukraine die Arbeit auf.

ITAR-TASS: Der Vizepremier Russlands Rogosin ist empört über die Weigerung der Kiewer Regierung, die Waisenkinder aus Marinowsk und Donezk in Internate auf russischem grenznahen Territorium zu evakuieren. Kiew hatte zuvor erklärt, man werde ein solches Vorgehen als Kidnapping werten. Rogosin kommentierte diese Aussage sinngemäß: Die elternlosen Kinder sollen lieber mit humanitärem Ziel und im Namen der großartigen Ideen des Euromaidan bombardiert werden, als bei Russen aufzuwachsen.

 

Abends:

Rusvesna.su: Igor Strelkow kommentiert die letzten Ereignisse. Nach seiner Aussage nimmt das Donezker Flughafengelände einen zu großen Raum ein, als das die Volksmiliz ihn komplett abriegeln könnte. Aber die Zufahrten werden gesperrt, um Nachschub für die dort verschanzten Truppen zu verhindern. Weder der Gegner noch die Volksmiliz hätten ausreichend Kräfte, um in den Angriff zu gehen.
Der Kosakenführer Babai (Knecht Ruprecht) lebt und ist gesund. Er desertierte zusammen mit dem Großteil der Krimkosaken nach dem Rückzug aus Kramatorsk. Zuerst verweigerte er den Befehl zum Rückzug nach Donezk (sie diskutierten und erklärten „Wir geben die Stadt nicht auf!“), plötzlich machten sie sich auf und überquerten die Grenze nach Russland. Die Ehre, Novorossia zu verteidigen, überließen sie den einheimischen Volksmilizionären und ihren Freiwilligen, die bereit sind, sich der „militärischen Disziplin“ unterzuordnen, die den modernen Kosaken so verhasst ist.

Rusvesna.su: Der Panzerangriff auf Lugansk wurde zurückgeschlagen, die Kämpfe in der Umgebung gehen weiter, die ukrainische Armee nimmt die Stadt unter Artilleriebeschuss.

ITAR-TASS: Der Journalist Sergej Dolgow aus Mariupol wurde in Dnepropetrowsk von Faschisten ermordet. Er war am 18. Juni vom ukrainischen Bataillon „Dnepr-1“ gekidnappt worden. Eion Familienmitglied teilte mit, dass sie lange Zeit die Information erhielten, Dolgow sei in Saporosche inhaftiert und lebendig und gesund.
Dabei sei er in Dnepropetrowsk bei einem Verhör unter Folter gestorben. Die Leiche wurde am Rande der Stadt in einem Wald entsorgt.
Dolgow machte aus seinem Widerspruch zur Kiewer Regierung keinen Hehl und äußerte seine Meinung in verschiedenen Artikeln.

RIA.de: Die interparlamentarische Kontaktgruppe der Parlamentarischen Versammlung der OSZE trifft laut Leonid Sluzki, Mitglied der russischen Delegation bei der Parlamentarischen Versammlung der OSZE und Chef des Staatsduma-Ausschusses für GUS-Angelegenheiten, voraussichtlich Maßnahmen zum Schutz des russischen Territoriums gegen Beschuss aus der Ukraine.
Laut dem Parlamentarier findet die erste Sitzung der Gruppe möglicherweise noch im Juli statt.

RIA.de: Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Sonntag in Rio de Janeiro bei einem Treffen mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel seine Besorgnis über die Angriffshandlungen der ukrainischen Streitkräfte geäußert, wie Putins Pressesprecher Dmitri Peskow nach dem Gespräch sagte.
Es sei unannehmbar, dass „infolge derartiger Aktivitäten  Geschosse (aus der Ukraine) auf russisches Territorium gelangen“, zitierte Peskow den Präsidenten. Putin nahm Bezug auf einen tragischen Fall am Sonntag im Gebiet Rostow.
Der Präsident habe auf die Notwendigkeit verwiesen, derartigen Praktiken ein Ende zu setzen, ergänzte Peskow.

RIA.de: Russlands Präsident Wladimir Putin und Bundeskanzlerin Angela Merkel waren bei ihrem Gespräch am Sonntag in Rio de Janeiro darin einig, dass die Situation in der Ukraine zu einem Verfall tendiert, so der Kreml-Pressesekretär Dmitri Peskow.
„Putin und Merkel setzten ihren überaus ausführlichen und konstruktiven Dialog fort, bei dem verschiedene Varianten der Regelung in der Ukraine eingehend diskutiert wurden“, sagte er nach dem Treffen, das etwa 75 Minuten gedauert hat und völlig der Situation in der Ukraine gewidmet war.
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ITAR-TASS: Die ukrainische Armee beschoss am Abend Lugansk. Dann versuchte sie, die Stadt zu umzingeln.

Novorossia.su: Der ukrainische Präsident Poroschenko gab den Befehl, heute Nacht gegen die Volksmiliz Chemiewaffen einzusetzen. Darüber informierten gefangene ukrainische Soldaten. Die Armee erhielt den Befehl, sich aus der Feuerlinie zurückzuziehen. Man händigte ihnen Materialien zum Schutz vor chemischen Kampfstoffen und zum Säubern der Panzertechnik aus. Der Einsatz von Chemiewaffen soll den Weg der Armee an der von der Volksmiliz gehaltenen Höhe Saur-Mogily freimachen. Von dieser Höhe aus beschießt die Volksmiliz mit schwerer Artillerie die Militärkolonnen, die sich in Richtung russischer Grenze bewegen.

Interfax: Der Stab der LVR informierte über den Versuch der ukrainischen Armee, die Stadt mit Panzern und Kampfflugzeugen zu einzunehmen.

ITAR-TASS: Das Außenministerium der Ukraine weigert sich, den Fakt des Beschusses russischen Gebietes anzuerkennen.

Novorossia.su: Über Dnepropetrowsk wurden heute 4 amerikanische Hubschrauber vom Typ „Apache“ gesehen.
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Novorossia.su: Der Beschuss von Lugansk wird fortgesetzt. Gezielt werden Schulen, Kindergärten und Wohnhäuser beschossen, vier Krankenhäuser sind in Flammen aufgegangen. Über die Zahl der Opfer ist z.Z. noch nichts bekannt.

Dnr-news: Der Kosakenkommandeur Babai (Knecht Ruprecht) wandte sich zusammen mit seinen Mitstreitern in einer Videobotschaft an die Kosakengemeinschaft Russlands. Sie riefen dazu auf, sich anzuschließen und zurückzukehren nach Novorossia zum Kampf gegen die Kiewer Regierung. Aus der Erklärung wird deutlich, dass Babai nicht in Russland bleiben, sondern mit frischen Kämpfern den Kampf im Donbass unterstützen will.
Hier das Video:
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Timer.ua: Auf dem Maidan gibt es eine Speisekarte, auf der die Opfer des 2. Mai in Odessa verhöhnt werden. Gästen wurden „Kartoffelkäfer nach Odessa-Art gegrillt“ angeboten. (Als „Kartoffelkäfer“ werden die Volksmilizen und Maidangegner bezeichnet, die ein Georgsband tragen. Die Euromaidaner vergleichen die Träger des Georgsbandes mit den Schädlingen der Kartoffelfelder, die man genauso vernichten müsse. Anmerkung d. Übersetzers).
Aktivisten übersprühten dieses „Angebot“.

Timer.ua: Auf dem Schnepfenfeld vor dem Gewerkschaftshaus in Odessa beteiligten sich etwa 100 Menschen an einem Anti-Kriegs-Flashmob. Auf Plakaten steht: „Wir sind für Frieden“ und „Odessas Stimme gegen den Krieg“.
Ein Video hier:
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